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International Schweizer Helfer in Bombenhagel in Donezk getötet

Ein Schweizer Mitarbeiter des IKRK ist in Donezk bei einem Bombenanschlag getötet worden. Das Zentrum der ukrainischen Stadt wurde stark bombardiert – so auch das IKRK-Gebäude.

Legende: Video Schweizer IKRK-Mitarbeiter getötet abspielen. Laufzeit 00:25 Minuten.
Aus Tagesschau vom 02.10.2014.

Mehrere Agenturen berichten, dass das Gebäude des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) in Donezk von Bomben zerstört worden sei. Dabei ist ein Schweizer Bürger ums Leben gekommen. Dies hat das IKRK inzwischen via Twitter bestätigt. Mehrere Journalisten sahen die Leiche des Mannes beim Eingang des Gebäudes liegen.

Tweet des IKRK

Wer für den Tod des Schweizers verantwortlich ist, steht noch nicht fest. Beide Seiten – die ukrainische Regierung und die pro-russischen Separatisten – weisen sich gegenseitig die Schuld zu. Dies sagt SRF-Korrespondent Christof Franzen. Jedoch sagt auch der Schweizer Botschafter in der Ukraine, dass es sich offenbar nicht um einen gezielten Anschlag auf das IKRK gehandelt hat.

Der IKRK-Sitz in der Stadt ist in einem dreistöckigen Gebäude untergebracht, das weniger als ein Kilometer vom Hauptquartier der Staatssicherheit entfernt liegt und seit April von den Rebellen besetzt ist.

Legende: Video Christof Franzen zum Tod des Schweizers in Donezk abspielen. Laufzeit 01:28 Minuten.
Aus News-Clip vom 02.10.2014.

Das Stadtzentrum von Donezk wurde erstmals seit Inkrafttreten der Waffenruhe in der Ostukraine vor vier Wochen wieder bombardiert. Getroffen wurde nach Angaben der prorussischen Verwaltung der Grossstadt unter anderem auch ein Einkaufszentrum. Eine weitere Granate sei in ein Busdepot eingeschlagen, aber nicht explodiert.

Bereits am Vortag waren in Vororten von Donezk nahe dem Flughafen mehrere Geschosse eingeschlagen, die zehn Zivilisten töteten. Rund um den Flughafen wird seit Wochenbeginn wieder erbittert gekämpft.

Waffenruhe in Lugansk hält

«Wir kontrollieren bereits 90 Prozent des Flughafens und werden den Rest in zwei, drei Tagen einnehmen», kündigte Separatistenführer Sachartschenko an. Das Militär teilte aber mit, der Flughafen sei weiter unter Kiews Kontrolle.

Im benachbarten Gebiet Lugansk hielt die Waffenruhe nach Angaben der Aufständischen. Nur am Verkehrsknotenpunkt Debalzewo gab es demnach kleinere Gefechte.

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17 Kommentare

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  • Kommentar von peter müller, zürich
    Wenn die Ukrainische Armee noch nicht mal weiss wo der Rotkreuz Posten auf der Karte zu finden ist, dann muss man sich über den Flugzeugabschuss nicht wundern. Die Jungs gelten als vollkommen inkompetent und dies gilt bis zum Verteidigungsminster. In jedem anderen Krieg von Palästina - Iraq gehören Tote Rotkreuzmitarbeiter zu kompletten Ausnahmefällen über Jahre um nicht zu sagen Jahrzehnt. In der Ukraine passiert sowas nach 4 Monaten.
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  • Kommentar von P Zunger, Basel
    Ein weiteres Verbrechen in diesem Konflikt, das nie aufgeklärt werden wird, reiht sich natlos in Maidan, Odessa, MH17, ect ein. Der Bericht von SRF Franzen, es sei wohl keine Absicht gewesen, sagt alles. Als ob Granaten einfach aus Versehen in Richtung Flughäfen, Busdepos hinein fliegen, und halt auch grad noch IKRK Station treffen würden.
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  • Kommentar von E. Waeden, Kt. Zürich
    Jeder unschuldige Tote in einem Konflikt ist ein Toter zu viel. Völlig unnötig. Man gebe den Menschen dort ihr Recht auf Selbstbestimmung und gut ist. Dass es gewaltfrei funktioniert zeigt uns haben uns die Schotten/Britannien gezeigt. Die Regierung in Kiew sollte sich ein gutes Beispiel daran nehmen. Verwerflich, dass sie in ihrem unrechten Tun noch Unterstützung erhalten.
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