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International Schweizer OSZE-Beobachter wieder frei

Die prorussischen Separatisten in der Ostukraine haben vier OSZE-Beobachter nach über einem Monat Gefangenschaft freigelassen. Das gaben die OSZE und die Separatisten in der Nacht bekannt. Unter den Freigelassenen ist auch ein Schweizer OSZE-Beobachter. Von einem zweiten Team fehlt noch jede Spur.

Legende: Video OSZE-Beobachter treffen in einem Hotel in Donezk ein. (unkomm.) abspielen. Laufzeit 0:24 Minuten.
Vom 27.06.2014.

Die Mitarbeiter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) seien frei und in der Nacht in einem Hotel in Donezk angekommen, sagte Alexander Borodaj, der selbsternannte «Regierungschef» der von den Separatisten ausgerufenen «Volksrepublik Donzek» vor Pressevertretern. Es seien keine Bedingungen für die Freilassung gestellt worden.

Bei den Freigelassenen handelt es sich laut Borodaj um einen Schweizer, einen Dänen und einen Türken. Über die Nationalität des vierten Mannes machte er keine klaren Angaben. Wenn er sich nicht irre, handle es sich um einen Esten, sagte er.

Die vier Beobachter machten bei ihrer Ankunft einen müden Eindruck, gaben gegenüber Journalisten aber keinen Kommentar ab, berichtete die Nachrichtenagentur AFP. Nach Angaben der OSZE ist der Zustand der Beobachter «gut».

Mitteilung der OSZE

Besorgt über Verbleib eines weiteren Teams

Das OSZE-Büro in Kiew bestätigte, dass eines der zwei seit knapp einem Monat festgehaltenen Teams der Organisation freigekommen sei. Nach 32 Tagen seien die vier Beobachter wieder frei, heisst es in einer Mitteilung.

Burkhalter und Putin
Legende: Im Gespräch mit Putin hatte OSZE-Präsident Burkhalter auf die Freilassung der Teams gepocht. Keystone

In einer schriftlichen Erklärung zeigte sich Bundespräsident Didier Burkhalter in seiner Funktion als OSZE-Präsident dankbar für die Unterstützung aller Staaten und Stellen, die sich für eine Freilassung eingesetzt haben.

Er erinnerte aber daran, dass das zweite OSZE-Team nach wie vor festgehalten wird. Die vier festgehaltenen Beobachter waren in der Region Lugansk tätig und befinden sich dem 29. Mai in den Händen prorussischer Kräfte.

Burkhalter forderte die «sofortige und bedingungslose» Freilassung der Beobachter und weiterer als «Geiseln» festgehaltener Personen in der Region.

Fehlende Kontrolle der Separatistenanführer

Nach Angaben von Separatistenanführer Borodaj hielt ein Rebellenchef in der benachbarten Region Lugansk das nun freigekommene OSZE-Team fest. Die Anführer der Separatistenbewegung betonen immer wieder, dass sie nicht alle paramilitärischen Gruppen in der Region, die gegen die ukrainischen Sicherheitskräfte kämpfen, unter Kontrolle hätten.

Für die bedingungslose Freilassung der Beobachter seien intensive Bemühungen unternommen worden, teilte die OSZE mit. Unter anderem hatte OSZE-Präsident Burkhalter am Dienstag in einem Gespräch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin auf die Freilassung der Beobachter gepocht. Putin hatte versichert, dass er tun wolle, was er könne.

Weniger Beobachter in Donezk und Lugansk

Die OSZE spielt eine wichtige Rolle bei den Bemühungen um eine Entspannung der Situation in der Ostukraine, in der prorussische Separatisten die Unabhängigkeit von Kiew anstreben. Derzeit sind mehr als 250 zivile OSZE-Beobachter in der Ukraine aktiv. Eine Vergrösserung des Teams wird diskutiert.

Laut OSZE werden die Beobachter weiterhin in Donezk und Lugansk tätig bleiben. Angesichts der Sicherheitslage sei aber die Zahl der Beobachter in diesen Regionen vorübergehend reduziert worden.

Kiew bietet Friedensvertrag an

Ein Mann redet
Legende: Zu Vertrag mit Putin bereit: Poroschenko reuters

Zur Lösung des Konflikts im Osten seines Landes ist der ukrainische Präsident Petro Poroschenko auch zum Abschluss eines Friedensvertrags mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin bereit. Dies sagte er dem US-TV-Sender CNN. Er würde jede Chance für die Rückkehr von Frieden und Stabilität in der Ostukraine nutzen.

6 Kommentare

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  • Kommentar von Susanne Lüscher, Gossau
    Die Anführer der Separatistenbewegung betonen immer wieder, dass sie nicht alle paramilitärischen Gruppen in der Region, die gegen die ukrainischen Sicherheitskräfte kämpfen, unter Kontrolle hätten. Diese nicht kontrollierbaren Gruppen werden von denjenigen bezahlt, die am lautesten andere Beschuldigen. Hat ja schon mehrmals funktioniert und niemand wollte es bemerken.
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  • Kommentar von Adrian Flükiger, Bern
    Schön ist er wieder frei. Aber, er wusste ja worauf er sich einliess. Ob wir wissen, worauf wir uns einlassen, wenn mit den Russen ein Freihandelsabkommen unterzeichnet wird, darf massiv angezweifelt werden: Hände weg!
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    1. Antwort von N.Belg, Luzern
      Waren die Beobachter in Russland? Sie sind wie Jane Psaki (USA Department), dass die Flüchtlinge aus "Russland fliehen", oder unterscheidet nicht zwischen Irak und Iran.
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    2. Antwort von Joel Vonlanthen, Luzern
      @N.Belg Die Beobachter waren nicht in Russland, da mögen Sie Recht haben. Jedoch waren sie in Gefangenschaft bei Russen! Oder möchten Sie sagen, dass die ganzen hochmodernen Waffen, Luftabwehrraketen, Panzer, usw. nicht russisch sind, obwohl sie über die russische Grenze in die Ukraine kommen? Und die ganzen Leichentransporte, die nach Russland fahren, sind das nicht genug Zeichen? Oder meinen Sie immernoch, dass USA und EU an allem schuld sind??
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    3. Antwort von N.Belg, Luzern
      Sie haben selber geschrieben in einem Kommentar, "dass das gut ist, USA hilft mit dem Geld, ukr.Armee braucht es". NO comment... Weniger schauen sie ukr.medien, suchen sie alternativen, objektiven westlichen Journalisten, aber ich zweifle, ob das hilft. z.b. Guido Grandt.
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    4. Antwort von Joel Vonlanthen, Luzern
      Ich weiss was ich geschrieben habe, ich leide noch nicht an Amnesie. Soll ich um Objektiv informiert zu werden russische Medien schauen, oder was? Dazu kann ich Ihnen folgendes sagen: http://www.examiner.com/list/russia-s-top-20-lies-about-ukraine
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