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International Schweizer OSZE-Beobachterin: «Spannungen nehmen zu»

Unter den hundert Beobachtern der OSZE in der Ukraine befindet sich auch eine Schweizerin. Wie sie ihren Alltag in der Stadt Charkow erlebt, schildert sie SRF-Korrespondent Christof Franzen. Zudem verrät sie, was ihr am meisten am Herzen liegt.

Legende: Video ««Ich muss Augen und Ohren offen halten»» abspielen. Laufzeit 1:00 Minuten.
Vom 11.04.2014.

Die Ukraine kommt nicht zur Ruhe. In der Stadt Charkow zum Beispiel unterbrechen immer wieder Unruhen und Demonstrationen den Alltag.

SRF-Korrespondent Christof Franzen ist vor Ort und weiss über gewalttätige Szenen zu berichten. «Gegner der neuen westlich-orientierten Regierung in Kiew besetzten Verwaltungsgebäude», sagt er. Zusätzlich würden eingeschleuste Krawallmacher aus Russland die schlechte Stimmung anheizen. «Eine fragile Situation», hält Franzen fest.

Medien giessen Öl ins Feuer

Die Medien in Russland und der Ukraine würden völlig unterschiedlich über die Ereignisse wie jene in Charkow berichten. «Damit nehmen die Spannungen immer mehr zu», sagt Franzen.

Nicht zuletzt darum hat die OSZE auf eine Beobachtermission in der Ukraine gedrängt. Über die Situation in der Ukraine braucht die OSZE möglichst objektive und unparteiische Informationen. So hat sie 100 ihrer Beobachter in neun ukrainische Regionen gesendet. Das Mandat ist vorerst auf sechs Monate begrenzt.

Interview mit Schweizer OSZE-Beobachterin

Eine der 100 Beobachter ist die Bernerin Sylvia Schär-Hahn. Sie ist in Charkow im Einsatz und betont gegenüber Korrespondent Franzen, dass es wichtig sei, mit sämtlichen Parteien zu sprechen und die richtigen und wichtigen Fragen zu stellen. Franzen hat mit ihr über ihre Mission gesprochen.

Christof Franzen: Was ist Ihr Auftrag in Charkow?

Sylvia Schär-Hahn: Ich muss Augen und Ohren offen halten, die Stimmung festhalten und meine Feststellungen der OSZE mitteilen.

Was liegt Ihnen dabei besonders am Herzen?

Ich wünsche mir, dass es uns gelingt, durch diese unparteiische Darstellung der Situation die Menschen dahin zu bringen, dass sie vernünftig miteinander über die Situation sprechen und eine faire Lösung für alle suchen.

Welche Fragen stellen Sie den Menschen während Ihrer Mission in der Ukraine?

Was ist passiert? Wie hast du das erlebt? Woran liegt es? Wie siehst du das? Aber auch: Was ist im Hinblick auf Menschenrechtsverletzungen passiert? Gibt es nun Einschränkungen für dich im Leben? Wir sprechen auch mit Medienleuten und fragen sie, ob es Einschränkungen in der Medienfreiheit gebe.

8 Kommentare

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  • Kommentar von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
    Die Sache läuft genau nach Plan der Regierung in Moskau ab. In Lugansk sind sehr gut ausgerüstete und hochmotivierte pro-russische Einheiten präsent und werden sich von den ukrainischen Ultimaten kaum beeindrucken lassen. So ist ja die letzte Aufforderung aus Kiew ohne Konsequenzen verstrichen. Man kann keine Drohungen ausstossen, wenn man nicht die Mittel hat, diese auch durchzusetzen. Da wirkt man unglaubwürdig und verschlimmert die ganze Sache nur noch.
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  • Kommentar von B. Kerzenmacher, Frauenfeld
    Eine Herausforderung für die russische Gesellschaft dürfte nun werden, wie man nationale Minderheiten mit eigener Sprache und Religion integriert und deren Loyalität gewinnt. Kulturelle und religiöse Unabhängigkeit sind besonders für kleine Ethnien äusserst wichtig. Man wird sehen, wie Russland damit verfährt, und vergleicht es dann mit dem Umgang mit nationalen Minderheiten in Europa / EU.
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  • Kommentar von E. Waeden, Kt. Zürich
    Weiss denn der Herr Franzen zu 100%, dass die Krawallmacher aus Russland sind? Hat er Beweise? Hat er mit ihnen gesprochen & haben sie bestätigt, dass sie aus Russland sind, sie im Auftrag von Putin Unruhe stiften? Mich ärgert diese einseitige Berichterstattung. Man sollte sich daran erinnern, dass wir ein neutrales Land sind, de Facto wir auch neutrale Berichterstattung erwarten dürfen.
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    1. Antwort von Alexander Frey, Uttwil
      Die Krawallmacher sind mit Sicherheit aus Russland oder pro-Russische Ukrainer, die voll und ganz von Putin gesteuert werden. Ob es mehr von den einen oder von den andern sind, spielt im Endeffekt keine Rolle. Fakt ist, dass Putin die Ostukraine mit gnadenloser Propaganda wie zu Soviet-Zeiten destabilisieren wird, bis alle Ostukrainer den Mist aus dem Russischen Fernsehen glauben werden.
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    2. Antwort von Alexander Frey, Uttwil
      Im Osten haben die Leute schon immer hauptsächlich Russisches Fernsehen geschaut, weil Russisch ja ihre Muttersprache ist. Früher hat es niemanden gekümmert, ob die Vorfahren in der Ukraine, Russland, Georgien, Kasachstan oder sonst wo geboren wurden. Plötzlich scheint es ein Problem zu sein. Glauben sie mir, wir haben eine Wohnung hier gleich um die Ecke und einige in meiner Familie fangen den Blödsinn nach Monatelanger Gehirnwäsche noch an zu glauben.
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    3. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      Trauen Sie den Ost-Ukrainern so wenig zu, dass sie sich von Putin fremd steuern lassen? Komisch, immer wenn einer Seite etwas nicht gefällt, was andere Menschen tun oder wollen, sind sie manipuliert worden & selbstständiges Denken wird ihnen abgesprochen. Aber betreffend Krawallmacher können es ebenso gut angeheuerte "Söldner" aus dem Westen, oder Rechtsradikale sein. Jede Zuweisung ist immer nur Vermutung & sollte mit Vorsicht gehört werden.
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