Schweizerin in Mali zum zweiten Mal entführt

Eine Schweizer Missionarin ist in der Nacht aus ihrem Haus in der malischen Oasenstadt Timbuktu entführt worden. Dort lebte und arbeitete sie seit mehreren Jahren.

Video «» abspielen

0:00 min, vom 21.8.2017

Lehmgebäude und die Wüste Sahara im Vordergrund.

Bildlegende: Timbuktu ist eine Oasenstadt in Mali am südlichen Rand der Sahara mit über 50'000 Einwohnern. Keystone

Eine bereits einmal im April 2012 im Norden Malis entführte Schweizerin ist in der Nacht auf Freitag in Timbuktu erneut von bewaffneten Männern entführt worden. Die Frau war seit Jahren in Timbuktu als Missionarin tätig. Dies teilte ein Sprecher der malischen Armee mit. «Die Männer waren bewaffnet», sagte er. «Sie haben geklopft, sie hat geöffnet. Und sie sind mit ihr weggegangen.»

Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) hat Kenntnis von der Entführung, wie es auf Anfrage mitteilte. Es bestätigte, dass es sich um die schon einmal entführte Frau handelt. Die Schweizer Vertretung vor Ort stehe in Kontakt mit den lokalen Behörden, welche für die Lösung dieses Entführungsfalls zuständig seien.

Bereits 2012 verschleppt

Die Frau – eine Baslerin – war bereits im April 2012 von Islamisten verschleppt worden. Nach Vermittlungen durch die Regierung von Burkina Faso wurde sie nach neun Tagen freigelassen. Die Islamisten liessen sie offenbar unter der Bedingung frei, dass sie nicht in die Wüstenstadt zurückkehre, um zu missionieren.

Zwei im Jahr 2011 in Timbuktu von der Islamisten-Organisation Al-Kaida im Islamischen Maghreb (Aqmi) entführte Ausländer, ein Südafrikaner und ein Schwede, sind dagegen bis heute in Gefangenschaft.

Der Norden Malis war im Frühjahr 2012 in die Hände von Dschihadisten-Gruppen gefallen. Französische Streitkräfte hatten Anfang 2013 eine Offensive gegen Islamisten und Rebellen im Norden des westafrikanischen Krisenstaats gestartet. Deren Vormarsch Richtung Süden wurde dadurch gestoppt, die Sicherheitslage blieb aber seitdem angespannt.