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International Schwerste Gefechte seit Beginn der Waffenruhe in der Ostukraine

Nur eine Woche nach Beginn einer neuen Waffenruhe sind in der Ostukraine fünf Regierungssoldaten bei Gefechten getötet worden. Sieben weitere wurden verletzt. Derweil konnten sich die Konfliktparteien vorerst nicht auf einen Termin für erste Friedensgespräche einigen.

Soldat mit Gesichtsmaske und Gewehr.
Legende: Erste Gespräche der Konfliktparteien sollen trotz der Gefechte bald stattfinden: Ukrainischer Soldat an der Front. Keystone

Kaum hat die Waffenruhe in der Ostukraine begonnen, hat es schwere Kämpfe gegeben. Dabei wurden fünf ukrainische Soldaten getötet und sieben weitere verletzt. Dies erklärte Armeesprecher Andrej Lyssenko.

Die Regierung in Kiew und die pro-russischen Rebellen hatten am 9. Dezember eine Waffenruhe unterzeichnet, nachdem eine Anfang Dezember vereinbarte Feuerpause von beiden Seiten regelmässig gebrochen worden war.

Erste Friedensverhandlungen sollen bald stattfinden

Beide Seiten zeigen sich aber nach wie vor bereit, Gespräche für Friedensverhandlungen aufzunehmen. Allerdings konnte sich die Ukraine-Kontaktgruppe, die aus Vertretern der Konfliktparteien sowie Vermittlern besteht, in einer heute stattfindenden Videokonferenz nicht auf einen Termin einigen.

«Es gibt Positionen, die unbedingt erörtert werden müssen, um einen Kompromiss auszuarbeiten», erklärte Separatistenführer Denis Puschilin der Agentur Interfax. Er hoffe auf neue Gespräche noch vor Jahresende. Bei der Videokonferenz sind laut dem Separatistenführer «eine Reihe positiver Punkte» zur Sprache gekommen.

Letztes Treffen im September

Vor der Videokonferenz sah es noch so aus, als könnten Gespräche noch diese Woche stattfinden. Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko wollte bereits diesen Sonntag damit beginnen. Auch der deutsche Aussenminister Frank-Walter Steinmeier hatte sich bei einem Besuch in Kiew für ein Treffen der Kontaktgruppe am Sonntag ausgesprochen.

Der russische Aussenminister Sergej Lawrow und die pro-russischen Separatisten hatten sich ebenfalls für rasche neue Friedensgespräche mit der ukrainischen Regierung stark gemacht. Allerdings hatten die Rebellen das Treffen am Montag abhalten wollen – «aus technischen Gründen», wie Puschilin erklärte.

Das letzte Treffen der Kontaktgruppe fand Anfang September in der weissrussischen Hauptstadt Minsk statt. Damals wurden Schritte zu einer Konfliktlösung vereinbart, die bisher nicht umgesetzt sind. Zur Kontaktgruppe gehören neben den Konfliktparteien auch Vertreter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) und Russlands.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Felix Buchmann, Bättwil
    Wie soll es jemals Frieden geben, wenn schon nur das Finden eines Gesprächstermins unendliche Mühe bereitet? Den Warlords im Donbass geht es ja auch nicht darum, den Krieg zu beenden und sich auf einen konstruktiven Prozess einzulassen, sie haben den Auftrag, die Kämpfe weiter am Köcheln zu halten und damit die Ukraine noch auf Jahre hinaus lahmzulegen. Es ist die ukrainische Variante eines Szenarios, welches wir schon aus Moldawien und Georgien kennen.
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  • Kommentar von Stanic Drago, Delemont
    Leider schreiben unsere Medien nicht, dass ANR hat laut OSZE ihre schwere Waffen abgezogen von Front, UA aber nicht. Es wird auch nicht berichtet, dass National Garde blockiert mehrere LKW mit Humanitäre Hilfe in Donbass. Es wird verpasst zu informieren, dass auf zweite Verteidigungsminister Linie Ukrainer viele Kräfte gesammelt haben, um eine Ofensive zu starten. Es wird auch nicht berichtet, dass Kiew seit 10 Tage sich weigert, eine Delegation nach Minsk zu schicken.
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    1. Antwort von sandro weber, oberrieden
      Und jetzt? Die RU haben da auch nichts verloren! Die RU's Minderheit in der Ukraine soll auf demokratischen Weg zu Ihrem Recht kommen, so wie die russischen Minderheiten in RU, wie Bisexuelle oder Andersdenkende.
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    2. Antwort von David Neuhaus, Winterthur
      Vielen Dank Stanic Drago für ihre wervollen Infos die ich auch schon mehrmals überprüft und jedesmal als wahr qualifizieren konnte. Ein Lichtblick der Wahrheit neben den dumpfen Kommentaren von Leuten die anscheinend keine Ahnung haben was vorgeht aber trotzdem die Frechheit besitzen irgenwelche Behauptungen herumzuposaunen
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    3. Antwort von Hans Haller, Kölliken
      Der Krieg findet eben auch in den Medien statt. Da darf es niemanden wundern, wenn gewisse Informationen gewissermassen auch absichtlich nicht verbreitet werden.
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