Zum Inhalt springen

International Separatisten drohen während Wahlen in der Ukraine mit Anschlägen

Am Sonntag wählt die Ukraine erneut das Parlament. Die Chancen für den pro-westlichen Präsidenten Petro Poroschenko, im Amt bestätigt zu werden, stehen gut. Doch pro-russische Separatisten kündigen bereits an, die Wahl mit Gewalt zu sabotieren.

Petro Poroschenko.
Legende: Milliardenschwerer Unternehmer, Ex-Banker und Präsident: Petro Poroschenko. Keystone

Bei den ukrainischen Parlamentswahlen am kommenden Sonntag kann Präsident Petro Poroschenko auf breite Unterstützung für seinen pro-westlichen Kurs hoffen. Zwei renommierte Kiewer Umfrage-Institute sagten dem Petro-Poroschenko-Block bis zu 30 Prozent der Stimmen voraus.

An zweiter Stelle liegt demnach die Radikale Partei von Oleg Ljaschko mit etwa zwölf Prozent, gefolgt von der Volksfront von Regierungschef Arseni Jazenjuk mit rund zehn Prozent.

Präsident Poroschenko will sich mit dem vorgezogenen Urnengang ein starkes Mandat für angekündigte Reformen sichern.

Legende: Video Ukraine will Stabilität abspielen. Laufzeit 1:44 Minuten.
Aus Tagesschau vom 23.10.2014.

Um für eine sichere Wahl in der krisengeschüttelten früheren Sowjetrepublik zu sorgen, mobilisiert die Regierung ein Grossaufgebot an Sicherheitskräften. Innenminister Arsen Awakow kündigte an, mehr als 80'000 Polizisten seien am Sonntag landesweit im Einsatz.

Aufständische drohen mit neuen Angriffen

In den von pro-russischen Separatisten kontrollierten Gebieten im Osten des Landes wollen die Aufständischen die Wahl nicht zulassen. Alexander Sachartschenko von der selbst ernannten «Volksrepublik Donezk» drohte mit neuen Angriffen auf die Städte Kramatorsk, Mariupol und Slawjansk, die von der ukrainischen Armee kontrolliert werden.

«Schwere Kämpfe sind nicht ausgeschlossen», warnte Sachartschenko. Er warf dem Militär erneut Verstösse gegen die Waffenruhe vor, welche die Konfliktparteien Anfang September vereinbart hatten.

Zur Überwachung der Feuerpause testete die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) ihre erste Drohne in der Nähe der Hafenstadt Mariupol am Asowschen Meer.

Kohle zur Überbrückung der Energiekrise

Inzwischen traf bei der Schwarzmeer-Stadt Odessa eine erste Schiffsladung Kohle aus Südafrika ein. Der Brennstoff soll helfen, die schwere Energiekrise der Ukraine zu überbrücken und die Stromversorgung im Winter zu gewährleisten. Wegen der Kämpfe in der Ostukraine wird dort gegenwärtig keine Kohle gefördert.

Hilfe verspricht sich Regierungschef Jazenjuk auch von der EU und dem Internationalen Währungsfonds (IWF). Er bat sie um finanzielle Hilfe.

Am Mittwoch wollen die Ukraine und Russland unter EU-Vermittlung dann eine endgültige Lösung des Streits um Schulden Kiews und Gastarife für die Wintermonate vereinbaren.

16 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Marc Hofer, Birsfelden
    Einmal mehr zeigen diese russischen Separatisten ihre wahren Absichten. Sie befürchten ganz klar eine demokratische Niederlage an den Urnen, dann schon lieber eine Diktatur wie in Russland wo das Volk nichts zu melden hat! Viele Ostukrainer/Innen wissen heute, dass diese Typen "alles andere als Befreier" sind und würden dementsprechend wählen, DASS!! muss mit allen Mitteln verhindert werden.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Jens Brügger, Schaffhausen
      Bahnhof?
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Peter Boos, Dübendorf
      Danke für Ihren Kommentar, Herr Hofer. Tatsache ist, dass Russland auch in der Ostukraine in weiten Kreisen mittlerweile kaum mehr Sympathien besitzt und sich insbesondere Putin für ihn nicht schmeichelhafte Vergleiche gefallen lassen muss. Die pro-russischen Terroristen wissen um ihre Niederlage bei Wahlen; wären sie Demokraten, würden sie sie nicht gewaltsam zu verhindern versuchen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Susanne Lüscher, Gossau
    Radikaler Nationalismus fasst Fuss in Kiewer Machtetagen unterstützt von den USA und EU. ARD und ZDF haben zum Teil Bilder aus der Ukraine gezeigt, auf welchen, die der Regierung nahestehenden Personen Nazi-Abzeichen getragen haben. Was der Westen hier unterstützt ist erschreckend, von daher kann ich die, welche mit dieser Putschregierung nicht Einverstandenen verstehen!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von E. Waeden, Kt. Zürich
    Wäre doch interessant zu wissen, WER Poroschenko seine Stimme gegeben hat. Vermutlich weniger die Ost-Ukrainer. Dann wäre interessant zu wissen, wie viel man ihnen dafür bezahlt hat, denn überall wo Amerika in einem Land "ihre" Regierung einsetzen will, ist es schwierig dagegen anzukommen. Sage nur Irak! Vielleicht, weil die Separatisten das wissen, planen sie einen Aufstand statt einfach die bestehende Regierung nicht zu wählen. Aber an zunehmen ist, dass diese Wahlen manipuliert werden.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Peter Boos, Dübendorf
      Stimmt, Herr Waeden: Viele Ostukrainer haben Poroschenko die Stimme nicht gegeben - weil sie dazu gar nicht imstande waren, weil schon bei den Präsidentenwahlen die pro-russischen Terroristen eine Wahl verunmöglicht haben mit Einschüchterungen, Zerstörung von Wahllokalen und Wahlurnen. Meine Freunde aus Lugansk wollten wählen gehen, sprachen vom "wichtigsten Tag seit der Unabhängigkeit der Ukraine" - sie fanden aber kein geöffnetes Wahllokal, da die Terroristen eine Wahl nicht zuliessen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      @P. Boos: Gut sind wir uns einig, dass Verhinderung nicht das richtige Mittel ist. Aber nicht zu leugnen ist, dass die Regierung in Kiew von den Amerikanern gesteuert wird. Die Ukraine ist da keine Ausnahme. Daher ja irgendwie verständlich, dass sich die Aufständischen (es sind keine Terroristen) dagegen auflehnen. Und würden Ihnen ihre Freunde in Lugansk eingestehen, wenn man sie manipuliert hätte FÜR Poroschenko zu stimmen? Für Unabhängigkeit darf man nicht in die EU wollen!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen