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International Sieben Tage Ukraine: die Spuren einer «Super-Krise»

Russlands Annexion der Krim ist der Anfang gewesen. Inzwischen brodelt es auch in den Ostregionen der Ukraine gehörig. Wir haben die Geschehnisse der letzten sieben Tage analysiert. Hier finden Sie die wichtigsten Fakten, Zitate, Bilder und Filme auf einen Blick.

Mauer aus gelben und blauen Gummireifen in Kiew.
Legende: Die Ereignisse in der Ukraine überschlagen sich. Auch hier in Kiew – eine Übersicht der wichtigsten Punkte der Krise. Keystone

Die Ereignisse in der Ukraine werden im Stundentakt zu Nachrichten verarbeitet. Da kommt einiges zusammen. «SRF News Online» verdichtet die Ereignisse der letzten sieben Tage auf die wichtigsten Punkte.

Die Fakten zur Super-Krise in den letzten sieben Tagen

Vom 6. bis zum 8.4. besetzen pro-russische Aktivisten in mehreren Städten Verwaltungsgebäude.

Am 8.4. schickt Kiew Spezialeinheiten in den Osten. 70 pro-russische Aktivisten werden festgenommen. Sie sind mit Pflastersteinen und Molotowcocktails bewaffnet und bauen Barrikaden.

Am gleichen Tag telefonieren John Kerry und Sergei Lawrow. Die beiden Aussenminister aus Russland und den USA werden sich nicht einig.

Am Mittwoch droht die Übergangsregierung in Kiew mit einer «Anti-Terror-Aktion». Vom 8. auf den 9. April werden weitere Barrikaden in Donezk errichtet. Es tobt ein heftiger Propaganda-Krieg.

Am 9.4. verurteilt der Europarat Russland offiziell. Das Land destabilisiere die Ukraine absichtlich. Russische Vertreter widersprechen.

Übergangspräsident Alexander Turtschinow bietet den Separatisten am 10.4. Straffreiheit an, wenn sie sich ergeben. Er gibt ihnen 48 Stunden Zeit. Russland droht derweil mit dem Einstellen von Gaslieferungen an die Ukraine wegen deren Schulden. Dies könnte auch für Europa Engpässe geben.

Am gleichen Tag entzieht der Europarat dem Mitglied Russland das Stimm- jedoch nicht das Debattier-Recht. Die russische Delegation verlässt den Plenarraum unter Protest.

Am 11.4. reist Regierungschef Arseni Jazenjuk nach Donezk und stellt einen Ausgleich zwischen Zentralregierung und den Regionen in Aussicht.

Am 13.4. erfolgt der erste so genannte Anti-Terror-Einsatz der Übergangsregierung in mehreren ukrainischen Städten. Es gibt Tote und Verletzte.

Am 14.4. um 8 Uhr morgens läuft Kiews Ultimatum aus. Turtschinow droht mit einem weiteren gross angelegtem «Anti-Terror-Einsatz».

Am gleichen Tag stellt Übergangspräsident Alexander Turtschinow ein Referendum in der Ostukraine in Aussicht. Dieses könnte zusammen mit der vorgezogenen Präsidentschaftswahl am 25.5. erfolgen.

Ebenfalls am 14.4. weitet die EU die Liste der Sanktionen aus. Gleichzeitig spricht sie Finanzhilfen in der Höhe von einer Milliarde Euro.

Die USA werfen Russland vor, am Wochenende mit einem Kampfflugzeug des Typs Su-24 im Niedrigflug den Zerstörer «Donald Cook» überflogen und damit gegen ein Militär-Abkommen verstossen zu haben. Russland sagt, das Flugzeug sei nicht bewaffnet gewesen. Der Vorfall habe sich über dem Schwarzen Meer ereignet.

Am 15.4. telefoniert Obama mit Putin. Und stellt Forderungen. Putin weist die Schuld an den Ereignissen von sich. Obamas Forderungen werden nicht erfüllt.

Am gleichen Tag startet die Regierung in Kiew einen weiteren «Anti-Terror-Einsatz» im Osten des Landes. Russland verurteilt die Aktion.

Warum uns die Geschichte in der Schweiz berührt, dürfte auch an den zahlreichen Bildern liegen, die uns aus dem Krisengebiet erreichen. Hier eine Auswahl:

Die aussagekräftigsten Bilder der letzten sieben Tage

Bilder haben den Nachteil, dass sie uns bisweilen täuschen. Sie sind nicht sehr genau. Tauglicher sind hier die Worte. Was also sagen uns Personen, die sich zum Konflikt äussern?

Fünf Zitate, die zu denken geben

Kraftvolle Worte und schlaue Rhetorik. Das gehört zum Geschäft von Politikern. Die Sätze schwappen durch den Äther und laden unsere Bilder des Konflikts mit Relevanz auf.

Der Europarat ist doch kein Nato-Organ!
Autor: Leonid Slutzky (9.4.)Europarat-Abgeordneter aus Russland
Putin ist ein Diktator und Stalin ist sein Vorbild.
Autor: Zbigniew Gyrzinsky (10.4.)Europarat-Abgeordneter aus Polen
Die Ukraine ins westliche Lager zu ziehen ist regelrecht verbrecherisch.
Autor: Igor Schuwalow (10.4.)Russischer Vizepräsident
Wir wollen nicht in das Verhalten des Kalten Krieges zurückfallen.
Autor: Stefan Schennach (10.4.)Mitglied Monitoring-Ausschuss, Europarat
Wir können uns daran erinnern, als die Gewalt auf dem Maidan, die mit [...] Toten endete, Demokratie genannt wurde, während die aktuellen friedlichen Proteste [...] Terrorismus genannt werden.
Autor: Sergei Lawrow (14.4.)Russischer Aussenminister

Neun Ukraine-Videos aus den letzten sieben Tagen

Unbekannte Aktivisten und unbekannte Kameraleute: In Krisen wie in der Ukraine werden heutzutage die Menschen zu Reportern. Praktisch zeitgleich werden wir Zeuge der Geschehnisse im Osten des Landes.

In fünf Audio-Beiträgen setzen uns Experten ins Bild

Bundesrat Burkhalter legt im Interview die Rolle der Schweiz dar. Bekannte internationale Journalisten und Experten schätzen die Krise ein. Und stellen Spekulationen an über deren Ausgang.

5 Kommentare

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  • Kommentar von Eddy Dreier, Burgdorf
    Super Taktik von den Amis. Einbisschen vor Russlands Haustür Chaos stiften und den Russen die Schuld geben - und schon ist die "Sovjetunion" wieder der Bad Boy und der NSA-Skandal vergessen. So hat US-Aussenpolitik schon immer funktioniert. Und die Leute verstehen das nicht, klatschen aber mit. Und das im Iraq ca. 1 mio. Menschen gestorben sind und ab der eingesetzten Uranmunition noch duzende Generationen verkrüppelt auf die Welt kommt - interessiert niemand, stimmts!? Völkerrechtlich egal!?
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  • Kommentar von W. Helfer, Zürich
    "Super Krise" Russlands Annexion der Krim ist der Anfang gewesen. Hat da jemand verpasst, was in Kiew abgelaufen ist?
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    1. Antwort von Juha Stump, Zürich
      Sie selber haben etwas verpasst. Was vorher in Kiew abgelaufen ist, war INNENpolitisch - wie viel Unrecht auch immer dort geschehen ist -, aber die Annexion der Krim war AUSSENpolitisch. Das ist der entscheidende Unterschied. Begriffen?
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    2. Antwort von m.mitulla, wil
      @J Stump. Aussen- u. Innenpolitik lassen sich nicht so leicht voneinander trennen, und schon gar nicht in diesem Fall. Beteiligte dieses Konfliktes sind nämlich- nebst der Ukraine- die EU und die USA ebenso wie Russland. Die Vorantreibung des Assoziierungsabkommen zw. Ukraine und EU und dessen einseitige Auslegung des Westens haben den Grundstein zu den Auseinandersetzungen gelegt. Es fogten Fehler des Herrn Janukowitsch, dessen Vertreibung, die Revolution in Kiev mit der Unterstützung der EU.
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    3. Antwort von m.mitulla, wil
      ... Allerdings sind die Verlierer dieses Konfliktes auf jeden Fall die Ukrainer selbst, denn sie sind zum Spielball zwischen Ost und West geworden, denn jeder will seinen Machtbereich ausdehnen. Es gibt also rundherum "Böse", und zwar nicht nur im Osten.
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