Zum Inhalt springen
Inhalt

Bundestagswahlen 2017 SPD-Chef Gabriel will nicht Kanzler werden

Gabriel schlägt stattdessen den früheren EU-Parlamentspräsidenten Martin Schulz als SPD-Kanzlerkandidat vor.

Legende: Video Gabriel verzichtet – Schulz übernimmt abspielen. Laufzeit 01:27 Minuten.
Aus Tagesschau vom 24.01.2017.
  • Sigmar Gabriel wird nicht für die SPD ins Rennen um das Bundeskanzleramt steigen.
  • Der SPD-Chef unterstützt stattdessen den früheren EU-Parlamentspräsidenten Martin Schulz.
  • Offenbar will Gabriel auch den Parteivorsitz niederlegen und ins Auswärtige Amt wechseln.

Der deutsche SPD-Chef Sigmar Gabriel verzichtet auf die Kanzlerkandidatur und schlägt den bisherigen EU-Parlamentspräsidenten Martin Schulz als Herausforderer von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) vor.

Schulz solle auch Parteichef werden, sagte Gabriel nach Teilnehmerangaben in der SPD-Fraktionssitzung in Berlin. Zuvor hatten das Magazin «Stern» sowie «Die Zeit» über Gabriels Verzicht berichtet.

Wenn ich jetzt antrete, würde ich scheitern und mit mir die SPD.
Autor: Sigmar Gabriel
Martin Schulz.
Legende: Neuer Hoffnungsträger: Martin Schulz soll die Sozialdemokraten in den Wahlkampf führen. Keystone

Auf die Frage, warum er nicht gegen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) antreten werde, sagte Gabriel dem Magazin «Stern»: «Wenn ich jetzt antrete, würde ich scheitern und mit mir die SPD.» Schulz habe «die eindeutig besseren Wahlchancen».

In der Fraktion sagte Gabriel laut Teilnehmern, nach Umfragen wollten die Menschen keine Fortsetzung der grossen Koalition, für die er jedoch in den Köpfen der Bevölkerung stehe.

Interesse an Aussenminister-Posten

Bisher hatte Gabriel als wahrscheinlichster SPD-Kanzlerkandidat gegolten. Offenbar will er aber nun Aussenminister werden, wie die Deutsche Presse-Agentur aus SPD-Kreisen erfuhr. In den vergangenen Wochen war Schulz als Nachfolger von Bundesaussenminister Frank-Walter Steinmeier gehandelt worden, der im Februar voraussichtlich ins Amt des Bundespräsidenten gewählt werden wird.

Der 61-jährige Schulz war seit 1994 im Europaparlament und zuletzt Präsident. Er schied Ende vergangenen Jahres aus diesem Amt aus. In der Bundespolitik ist er ein Neuling. Gemäss Umfragen liegt die SPD weit hinter Merkels Christdemokraten.

Die Bundestagswahl findet am 24. September statt. Bundespräsident Joachim Gauck bestätigte den Termin und entsprach damit einer Empfehlung der Bundesregierung. Die SPD-Spitze wollte nach bisheriger Planung am kommenden Sonntag entscheiden, wer die Sozialdemokraten als Kanzlerkandidat in die Bundestagswahl führen soll.

SPD-Präsidium nominiert Schulz

Das SPD-Präsidium hat den früheren EU-Parlamentspräsidenten Martin Schulz einstimmig als Kanzlerkandidaten und Nachfolger von Sigmar Gabriel an der Spitze der Partei nominiert. Offiziell soll Schulz am Sonntag vom Parteivorstand als Kanzlerkandidat nominiert werden. Anfang März werde die SPD einen ausserordentlichen Bundesparteitag abhalten, auf dem Schulz zum Parteichef gewählt werden solle, sagte Gabriel.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

21 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Michael Räumelt (Wirtschaftskanzlei)
    SRF Chapeau.......
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Udo Gerschler (UG)
    Schon etwas überheblich dieser Spruch ich will nicht Kanzler werden,wo er doch keine Chance hatte.Im Auswärtigen Amt nützt er aber auch nichts.Es ist schon übel das auch in D Zustände herrschen wo das Postengeschacher wichtiger ist als diePolitik.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Lutz Bernhardt (lb)
    Vor etwa 15 Jahren hat der damalige SPD-Finanzminister Eichel neue Regeln erlassen. 10 Jahre rückwirkende Steuergesetze, Mit Pauschalierungen, die jeder Beschreibung spotteten. Tausende KMU Firmen haben damals Deutschland verlassen. Und Gabriel stellt sich daraufhin frech vor Fernseh-Kameras: "Die kommen alle wieder!" Kaum eine dieser Firmen ist wiedergekommen!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Marcel Chauvet (xyzz)
      Ich wäre sehr daran interessiert, wenn Sie Ihre Angaben hinsichtlich der ab abgegangenen KMU-Unternehmen mit etwas genaueren Zahlen unterfüttern könnten. Laut amtlichen Statistiken ist die Zahl der Erwerbstätigen mit Wohnsitz in Deutschland von 1992 mit 38,2 Millionen =Ausgangswert 100) bis November 2016 auf 43,5 Millionen (Endwert ca. 114) angestiegen, wobei die mittelständischen Firmen das Rückgrat der deutschen Wirtschaft bilden.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
      Heutzutage klopft der Bundesrechnungshof an Gabriels Tür und fragt mal nach, ob er, Gabriel, die Milliarden, die er mit der Energiewende vernichtet, irgendwie erklären könne..... (von SRF wird dieses Thema totgeschwiegen, da es nicht in die Energiestrategie 2050 passt.... nennt man aktive politische Einflussnahme auf angeblich freie Medien...)
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von Lutz Bernhardt (lb)
      @Marcel Chauvet. Auch wir sind mit unserer Firma seinerzeit in die Schweiz übersiedelt. Nach Aussagen unseres damaligen Steuerberaters sind mit uns mehrere duzend KMU allein aus dem Bereich Konstanz/Singen ausgewandert, die meisten von ihnen in die Schweiz. Er musste es ja wissen, hat er damit doch viele Klienten verloren. Wer Interesse an exakten Zahlen hat, braucht nur die Handelsregister-Einträge von Konstanz und Kreuzlingen aus jener Zeit studieren und vergleichen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen