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Infantino setzt sich durch Spitzen der Fifa-Ethikkommission sind neu besetzt

Legende: Video «Neue Fifa-Ethik-Vorsitzende deutlich gewählt» abspielen. Laufzeit 1:29 Minuten.
Aus Tagesschau vom 11.05.2017.
  • Der Fifa-Kongress in Bahrain segnet die Neubesetzung der Ethikkommission ab.
  • Die Kolumbianerin Maria Claudia Rojas wird neue Chef-Ermittlerin.
  • Der Grieche Vassilios Skouris wird neuer Vorsitzender der rechtssprechenden Kammer.

Skouris wird damit Nachfolger des deutschen Richters Hans-Joachim Eckert. Der Grieche war früher Präsident des europäischen Gerichtshofes.

Die Kolumbianerin Maria Claudia Rojas steht neu an der Spitze der Untersuchungskammer. Sie folgt auf den abgesetzten Schweizer Cornel Borbély.

Zumindest indirekt kritisierte Gianni Infantino die Arbeit von Cornel Borbély und Hans-Joachim Eckert. Er finde es etwas traurig, dass es immer noch Hunderte offene Fälle geben soll und fügte an: «Ich hoffe, dass die jetzt behandelt werden.»

Plädoyer für Neustart

«Wir sind dabei, den Ruf der Fifa neu aufzubauen. Wir haben eine Organisation übernommen, die auf dem Tiefpunkt war», erklärte Infantino beim Fifa-Kongress in Manama, der Hauptstadt des Königreichs Bahrain. Dies, nachdem es in den vergangenen Tagen harsche Kritik an der Entscheidung gegeben habe, den deutschen Richter Eckert und den Schweizer Chef-Ermittler Borbély an der Spitze der Fifa-Ethikkommission abzusetzen.

«Alle Regionen» sollten vertreten sein, begründete Infantino die zahlreichen personellen Änderungen in den Gremien. Zuvor sagte er auf deutsch in seiner Rede:

Die Fifa ist kein Deutschschweizer Verein.
Autor: Gianni InfantinoPräsident Fifa

Kritik an Kritikern

Infantino beklagte sich zudem über einen angeblich unfairen Umgang mit dem Fussball-Weltverband und seiner Person. Es gebe «viele Fake News und alternative Fakten» rund um die Fifa, sagte Infantino in seiner Ansprache beim Fifa-Kongress.

Gerade in gewissen Ländern ist dieses Fifa-Bashing zum Volkssport geworden.
Autor: Gianni InfantinoPräsident Fifa

Kein Bedarf an öffentlichen Ratschlägen

Ohne Namen zu nennen, lehnte Infantino öffentliche Ratschläge für gute Unternehmensführung von früheren Verantwortlichen ab. «Wo sind all die selbsternannten ‹Good Governance›-Experten?», sagte Infantino. «Ich möchte es ein für alle Mal klar sagen: Wir werden keine Lektionen von denen annehmen, die kläglich gescheitert sind, den Fussball vor der Fifa zu schützen.»

Zuletzt hatte zum Beispiel Mark Pieth, früherer Governance-Beauftragter der Fifa, Infantino kritisiert und «die autokratische Machtergreifung» durch den Schweizer beklagt.

Milliarden dank WM in Russland

Für das WM-Jahr 2018 erwartet die Fifa wieder einen Geldsegen. Der Fussball-Weltverband rechnet mit Einnahmen in Höhe von 3,996 Milliarden Dollar. Der Gewinn soll bei 1,097 Milliarden Dollar liegen. 2016 hatte die Fifa einen Rekordverlust in Höhe von 369 Millionen Dollar hinnehmen müssen. Auch für 2017 erwartet der Verband einen Verlust.

24 Kommentare

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  • Kommentar von Urs Sahli (sahliu)
    Und dann gibt es noch diese abstrusen Aeusserungen des Präsidenten des CH-Fussball Verbandes. Ich glaubte, nicht richtig zu hören, was der da gesagt hat. Dieser Mann ist nicht besser als Infantino. Und auch die übrigen Verbandspräsidenten werden wohl so denken. Ergo steckt die ganze Verbandsspitze unter einem und dem gleichen Hut. Es ist also nicht nur Infantino, der nicht tragbar ist.
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  • Kommentar von H. Wach (H. Wach)
    Infantino ist ja noch schlimmer als Blatter! Er sagte: „Die Fifa ist kein Deutschschweizer Verein.“ Nun ist es ein griechisch-kolumbianischer Verein. In deren Ländern ist Korruption ein Kavaliersdelikt und somit ist die neue Ethikkommission befangen, weil sie in Sachen Korruption auf beiden Augen blind ist. Kommt hinzu, dass Infantino nun noch die Arroganz hat, diesen korrupten Verein als Opfer darzustellen. Putin, Erdogan, Trump lassen grüssen! Dieser Nestbeschmutzer Infantino muss weg!!
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  • Kommentar von Heiner Zumbrunn (Heiner Zumbrunn)
    Herr Infantino sollte sich mit der Geschichte des Murtener Helden und Zürcher Stadtpräsidenten Hans Waldmann beschäftigen. Hochmut kommt vor dem Fall. Wer keine Kritik aus der Öffentlichkeit erträgt ist an ausgesetzten Positionen falsch. Aus jeder Kritik kann man lernen, so man lernen will - und nicht mehr bereit ist, zuzuhören. Hans Waldmann wurde auf einer Wiese als politischer Akt der Kopf abgeschlagen - und er war glücklich, dass man seinem Ende so ein Ende setzte. So schlimm wird es nicht.
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