Sprengstoff-Scanner gegen Terroristen

Nato-Experten haben zusammen mit Russland ein System entwickelt, welches Terroristen und Sprengstoff bereits aus der Distanz erkennen soll. Das Nordatlantische Bündnis spricht von einem Meilenstein im Kampf gegen Terror-Anschläge.

Ein Grenzbeamter studiert auf dem Bildschirm ein Röntgenbild eines Bodyscanners.

Bildlegende: Bald erkennt ein Spezial-Scanner auch Sprengstoff (Symbolbild). Keystone

Für Antiterrorspezialisten sind Bahnhöfe, U-Bahnen, Tram- und Busknotenpunkte ein Alptraum: Massen von Menschen und keinerlei Sicherheitsschleusen, die den Personenfluss zu stark stören würden. Deshalb sind dies ideale Ziele für Attentäter. Wie Paris, London, Madrid und Moskau bereits erleben mussten.

Neue, fortschrittliche Technologie

Das könnte sich nun ändern. In einem raren Fall von enger Zusammenarbeit mit Russland kommt die Nato voran: In vierjähriger Arbeit und mit einem Budget von umgerechnet sechs Millionen Franken entstand eine Technologie, die auch aus der Entfernung ortet, ob jemand Sprengstoffe auf sich trägt. Jamie Shea, zuständig bei der Nato für neue Bedrohungen, spricht von einer «neuen, sehr fortschrittlichen Technologie.»

Zum einen filtert das Standex genannte System Verdächtige mittels Videoaufnahmen, Verhaltensmustern und Bewegungsanalysen heraus. Zum anderen scannt es sie mit modernen Mitteln der Spektroskopie, also über Sensoren mit Mikrowellen oder Laser. Die Bombendetektoren arbeiten auf Distanz. Sie spüren selbst kleinste Sprengstoffmengen auf. Und zwar, wie ein Grosstest in einer nicht genannten Stadt zeigte, mit fast hundertprozentiger Sicherheit.

Einsatz bereits in Sotschi 2014?

Als nächstes wird nun in St. Petersburg geprüft, wie – etwa in einer U-Bahnstation – Anschläge verhindert werden dank sofort einsatzfähiger Spezialtrupps. Schon 2015 sollen die neuen Bombendetektoren industriell gefertigt werden. Zu welchem Preis, ist noch offen. Und davon wird abhängen, wie flächendeckend man das System einsetzen kann.

Auch die Russen loben Standex in den höchsten Tönen. Teile des Systems sollen schon bei den Olympischen Spielen in Sotschi eingesetzt werden.

Der technische Durchbruch ist auch ein politischer Erfolg. Gerade wegen des getrübten Verhältnisses zwischen der Nato und Moskau. Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen betont denn auch: Der Westen und Russland hätten beim Terrorismus ein gemeinsames Problem. Also müsse man gemeinsam dagegen kämpfen.