Zum Inhalt springen

Anschlag in Berlin Stammt die Tatwaffe aus der Schweiz?

Der Berliner Weihnachtsmarkt-Attentäter hat sich nach «ZDF»-Informationen längere Zeit und möglicherweise sogar mehrfach in der Schweiz aufgehalten. Vermutlich stammt auch die Tatwaffe aus der Schweiz, meldet der Sender.

Legende: Video Stammt die Tatwaffe aus der Schweiz? abspielen. Laufzeit 4:06 Minuten.
Aus 10vor10 vom 06.01.2017.

Seit dieser Woche ermitteln auch Schweizer Behörden im Fall des mutmasslichen Attentäters von Berlin. Die Schweizer Bundesanwaltschaft hatte am Mittwoch mitgeteilt, dass sie im Zusammenhang mit dem Anschlag ein Strafverfahren gegen unbekannt eröffnet habe.

Es gehe um den Verdacht auf Unterstützung oder Beteiligung an einer kriminellen Organisation, sagte der zuständige Sprecher André Marty. Ausserdem stehe ein Verstoss gegen das Verbot der Mitgliedschaft in einer Terrormiliz wie dem Islamischen Staat (IS) im Raum. Details nannte Marty nicht.

Nach Auswertung der Daten des Mobiltelefons verdichten sich nun die Hinweise, dass der junge Tunesier offenbar regen Kontakt mit Personen in der Schweiz hatte. Mit der Analyse beschäftigen sich derzeit die Schweizer Ermittlungsbehörden.

Ermittlungen in der Schweiz laufen

Pistole vom Typ Erma.
Legende: Die Tatwaffe des mutmasslichen Attentäters von Berlin. Keystone

Konkret gehe es dabei auch um die Frage, ob er die Waffe, mit der er den Fahrer des entführten Lastwagens getötet hat, eine Pistole vom Typ Erma, in der Schweiz besorgt habe. Hier gibt es in einigen Städten eine rege Islamistenszene. Nach bisherigem Ermittlungsstand spreche vieles dafür, sagten Ermittler dem «ZDF».

Die Bundesanwaltschaft bestätigte am Abend diesen Sachverhalt nicht. «Gesicherte Information zum Täter oder zur Tatwaffe liegen derzeit nicht vor», sagt Sprecher André Marty. Es werden die Kontaktdaten ausgewertet. Das Strafverfahren habe zum Ziel, allfällige Bezugspunkte zur Schweiz abzuklären, die auch für die ausländischen Kollegen von Interesse sein können, sagte Marty auf Anfrage.

Der getötete Terrorverdächtige von Berlin wollte im Juli in die Schweiz einreisen um an einer Hochzeit teilzunehmen. Damals wurde er bei einer Kontrolle im deutschen Friedrichshafen festgenommen, als er mit einem Bus nach Zürich fahren wollte. Dem «ZDF» soll jedoch Bildmaterial vorliegen, das mindestens einen Aufenthalt des mutmasslichen Täters in der Schweiz belegen soll, sagt SRF-Korrespondent Adrian Arnold.

Schon kurz nach dem Anschlag war wegen möglicher Verbindungen des Täters in die Schweiz ermittelt worden. Der 24-jährige Tunesier hatte am 19. Dezember einen Lastwagen in den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche gesteuert und zwölf Menschen getötet. Vier Tage später wurde er bei einer Polizeikontrolle in Italien erschossen.

13 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
    Der Bürger will nicht wissen woher A. Amri seine Waffe hatte und wann er wo was geplant hatte und wie es dazu kam, dass er so geworden ist. Man will wissen ob der Ehemann, die Ehefrau, die Kinder, die Verwanten, die Freunde und Kollegen ohne einer islamistischen Gefahr ausgesetzt zu sein etwas unternehmen, besuchen, feiern können. Was wird unternommen damit die Sicherheit wieder gewährleistet werden kann?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von marlene Zelger (Marlene Zelger)
    Schweiz - jetzt bitte nicht auf die Knie und brustklopfend "mea culpa" rufen. Du hast ja nicht gewusst, wofür derTäter die Waffe kaufte, schon gar nicht, dass er in Berlin in den Weihnachtsmarkt fahren würde. .
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Philipp Etter (Philipp Etter)
    Vielleicht hat der Herr Amri auch seine Schuhe inder Schweiz gekauft? Woher er die Schusswaffe hat ist ebenso belanglos. Wichtiger wäre herauszufinden, wie er es angestellt hat, die deutschen Behörden mit mehreren Identitäten in die Irre zu führen, obwohl er als Gefährder galt... Auffallend ist auch, dass Attentäter seit 9/11 meistens ihre Dokumente zurücklassen und letztlich erschossen statt angeschossen werden.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen