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International Stehen die Philippinen vor einer neuen Diktatur?

Auf den Philippinen wählt das Volk einen neuen Präsidenten. Als Favorit gilt Rodrigo Duterte. Er will rigoros gegen Drogenkriminalität vorgehen – so wie in seiner Heimatstadt.

Legende: Video Wahlen auf den Philippinen abspielen. Laufzeit 02:43 Minuten.
Aus Tagesschau vom 08.05.2016.

Auf den Philippinen haben am Morgen die Präsidentenwahlen begonnen. Die rund 54 Millionen Wahlberechtigten haben eine wichtige Richtungsentscheidung vor sich: Favorit in den Umfragen war Rodrigo Duterte. Der 71-Jährige Brügermeister der Stadt Davao hatte bereits im Vorfeld des Urnengangs offen mit der Auflösung des Parlaments gedroht.

Er will innert sechs Monaten Drogenhandel, Kriminalität und Korruption beenden und mit Tätern kurzen Prozess machen. In Davao sind seit 1998 mehr als 1400 Kleinkriminelle umgebracht worden – von Todesschwadronen, die nur mit Duldung Dutertes agieren könnten, sagen Menschenrechtler.

Rodrigo Duterte in einem roten Polo-Shirt und mit einem Mikrofon in der linken Hand.
Legende: Papstbeleidigungen und Fremdgehen: Die Markenzeichen von Rodrigo Duterte. Reuters

Dutertes Markenzeichen sind derbe Sprüche und Prahlerei mit seiner Potenz. So beschimpfte er Papst Franziskus als «Hurensohn» und gab offen mit den zwei Geliebten an, die er sich neben seiner langjährigen Partnerin «hält». Wenn er den Leuten versichert, dass seine Gespielinnen nur wenig Unterhalt kosten, klatschen sie. Sie wissen: Im Gegensatz zu vielen korrupten Kollegen lebt er bescheiden.

Duterte führte in Umfragen mit 33 Prozent. Auf 20 Prozent kamen der Kandidat der jetzigen Regierung, Ex-Innenminister Mar Roxas, und Senatorin Grace Poe. Roxas gilt als farblos, Poe als unerfahren. Analysten warnen, dass dem katholischen Inselstaat mit über 100 Millionen Einwohnern 30 Jahre nach der Verjagung von Ferdinand Marcos aus dem Präsidentenamt wieder eine Diktatur drohen könnte.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Benedikt Walchli (Benedikt Walchli)
    Lebe seit 3 Jahren hier in den Phil und meine Frau ist von Davao. Meine Frau hat soeben gewählt. Wie immer geben die Medien ein recht verzerrtes Bild von der Realität wieder. Duterte ist das geringste Übel für die Philippinen. Er hat mit Davao bewiesen das er aufräumen kann, gilt als 4. sicherste Stadt der Welt und hat keine Diktatur. Um die alles zerstörende Korruption in den Philippinen aufzurauen braucht es im Moment eine starke Hand.
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    1. Antwort von m. mitulla (m.mitulla)
      @Walchi. Danke für Ihren aufschlussreichen Beitrag. Ich bin der Ansicht, jedes Land, nicht nur die Philippinen, soll selber seine Politiker und Präsidenten wählen dürfen - ohne von aussen gesteuerten Aufständen, Scharfschützen und Regime- Changes. Egal, ob es uns passt oder nicht. Das ist ein wesentlicher Teil des Völkerrechts. Keine Ahnung, woher unser Bedürfnis, Regierungen austauschen zu wollen, herrührt.
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    2. Antwort von u. Felber (Keule)
      das Problem ist, dass die sda eben nicht unabhängig ist....
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  • Kommentar von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
    Besonders die Terroristen der Abu Sayyaf machen von sich reden ( Ermordung von John Ridsdel ), weil die Regierung wegen der Wahlen abgelenkt ist. Danach wird es für die Muslime schwieriger. Zu erwarten ist, dass Saubermann R. Duterte gewählt wird, der als Bürgermeister einer Millionenstadt die Korruption erfolgreich bekämpft und hunderte muslimische Gefährder ins Gefängnis geschickt hat. Daher greift die Angst bei den muslimischen Terroristen um sich und daher auch ihre momentanen Aktivitäten.
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  • Kommentar von Michel Koller (Mica)
    Die Ermordung der eigenen Bevölkerung wird wohl nicht lange gut gehen. Haben wir hier das nächste Land mit einem Bürgerkrieg? Manch Einer wird wohl wenig Erbarmen mit den Kriminellen haben aber sie gehören eben auch zu einer Gesellschaft. Haben Familien, Freunde und Bekannte. Was ist denn eigentlich, wenn man nicht 5 rechtskräftig Verurteilte hat? Tötet man dann einfach ein paar politische Gegner oder führt man neue Strafbestände ein? Das wird böse enden.
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