Strassenschlachten in Kaschmir fordern zwei Tote

In der indischen Region Kaschmir halten die Spannungen an. Nach gewalttätigen Protesten im Grenzebiet zu Pakistan haben die Behörden eine Ausgangssperre über die Stadt Kischtwar verhängt. Die vorläufige Bilanz: zwei Tote.

Protestierende Menschen, Polizisten

Bildlegende: Die Proteste in der Region Kaschmir forderten bislang zwei Tote. Keystone

Immer wieder kommt es in der Region zu Protesten. Nach den neusten Vorfällen im Grenzgebiet zu Pakistan müssen die Bewohner der Stadt Kischtwar in ihren Häusern bleiben. Die Behörden haben eine Ausgangssperre angeordnet. Grund: Bei Protesten am Vortag wurden zwei Menschen getötet, 30 weitere wurden verletzt. Das meldeten indische Medien.

Vom Mob angezündet

Zu den Auseinandersetzungen kam es gemäss einem Bericht der Zeitung «India Today», als einige Demonstranten Unabhängigkeitsslogans riefen.

Im mehrheitlich von Muslimen bewohnten indischen Teil Kaschmirs werden immer wieder Forderungen nach Unabhängigkeit oder einem Anschluss der Region an Pakistan laut. Häufig gibt es Proteste gegen die Polizei und paramilitärische Kräfte, die dort stark präsent sind, um die separatistischen Bestrebungen einzudämmen.

Nach Angaben der indischen Nachrichtenagentur Ians wurde am Freitagabend die verkohlte Leiche eines Menschen entdeckt, der wohl von einem Mob angezündet worden war. Die Polizei setzte Tränengas ein und feuerte nach eigenen Angaben Warnschüsse ab, um die Menge auseinanderzutreiben.

Ein Verletzter erlag später den schweren Schussverletzungen, die er bei den Unruhen erlitten hatte. Mehr als 80 Geschäfte sowie einige Polizei- und Feuerwehrautos wurden in Brand gesteckt.