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Streit um Israel-Politik USA treten aus der Unesco aus

Legende: Video USA treten aus Unesco aus abspielen. Laufzeit 01:35 Minuten.
Aus Tagesschau vom 12.10.2017.
  • Die USA treten zum 31. Dezember 2018 aus der UNO-Kultur- und Bildungsorganisation Unesco aus, wie das US-Aussenministerium mitteilte.
  • Die Unesco bestätigt den Schritt und bedauert ihn zutiefst, wie es in einer ersten Reaktion heisst.
  • Die USA wollen den Status eines Beobachters beibehalten.
  • Nach der Bekanntgabe dieses Schritts hat nun auch Israels Ministerpräsident angekündigt, das Land werde die Unesco ebenfalls verlassen. Beide Länder werfen der Unesco eine israelfeindliche Haltung vor.

Hintergrund der Entscheidung ist ein Streit über die Aufnahme Palästinas in die Organisation im Jahre 2011. Die USA wirft der Unesco eine «anti-israelische» Haltung vor. Die Organisation brauche eine «grundlegende Reform».

Zahlungen bereits 2011 gestoppt

Die Arbeit der Unesco stand in den vergangenen Jahren immer wieder im Schatten von Streit vor dem Hintergrund des Nahostkonflikts. Nach der Aufnahme Palästinas in die Organisation hatten die USA 2011 ihre Zahlungen an die UNO-Organisation gestoppt – dabei wären sie eigentlich der grösste Beitragszahler. Im Sommer sorgte die Entscheidung der Unesco, die Altstadt von Hebron zum palästinensischen Weltkulturerbe zu erklären, für Empörung in Israel.

Unesco-Generaldirektorin Irina Bokowa bedauerte den Entscheid Washingtons in einer ersten Reaktion zutiefst. Der Austritt der USA sei ein Verlust für «die Familie der Vereinten Nationen und den Multilateralismus».

Tauziehen um Nachfolge

Die USA wurden erst 2003 unter Georg W. Bush wieder Mitglied der Unesco, nachdem sie unter Ronald Reagan 1984, auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges, aus der Organisation ausgetreten waren. Als Gründe gab er damals die anti-westliche Politisierung und ein ineffizientes Management an.

Der Unesco-Exekutivrat stimmt in dieser Woche in Paris über die Nachfolge von Unesco-Chefin Bokowa ab. Dabei gibt es ein heftiges Tauziehen. Im Exekutivrat der UNO-Kulturorganisation hatten am Mittwoch der katarische Kandidat Hamad bin Abdulasis al-Kawari und die französische Ex-Ministerin Audrey Azoulay gleichauf gelegen. Beide erhielten 18 der 58 Stimmen – nötig ist eine absolute Mehrheit von 30 Stimmen. Auf Platz drei lag die ägyptische Bewerberin Muschira Chattab mit 13 Stimmen.

Die Unesco

Die Organisation der UN für Bildung, Wissenschaft und Kultur ist für ihre Weltkulturerbe-Listen bekannt. Doch mit ihren 2100 Mitarbeitern und einem dreistelligen Millionen-Etat ist sie in vielen Feldern aktiv - von Bildung über Biosphärenreservate bis Gleichberechtigung. Auftrag ist, das wechselseitige Verständnis zwischen den Nationen zu fördern.

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55 Kommentare

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  • Kommentar von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
    2) Beispiel Iran: Man weiss wie sehr die iranische Führung insbesondere das Werk der Filmschaffenden verfolgt. Beispiel Kamerun: Paul Biya, seit 1982 im Amt, kümmert sich hier persönlich um die kulturellen Belange und schützt sein Volk durch regelmässige Internetsperren vor Propaganda und sonstigen unerwünschten Einflüssen. usw. Bei solchen UNESCO-Exekutivratsmitgliedern muss man eigentlich schon aus grundsätlichen Überlegungen aus der Organisation austreten.
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  • Kommentar von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
    1) Perlen der Kultur im UNESCO-Exekutivrat: Beispiel Sudan:Der Präsident ist ein vom Internationalen Strafgerichtshof per Haftbefehl gesuchter Völkermörder. Beispiel Katar: Wie meinte der ehemalige deutscher Fussballspieler, -trainer und -funktionär Franz Beckenbauer 2013: „Ich habe noch keinen einzigen Sklaven in Katar gesehen" Beispiel Elfenbeinküste: Dort blüht die Kultur dank Kindersklaverei Beispiel Nigeria: Wo Homosexualität strafrechtlich verboten ist, blüht bestimmt die Kultur.
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  • Kommentar von Beatrice Mayer (signorinetta)
    @Herrn Bächler Sie meinen also, Obama hat alles richtig gemacht? Extrem kurze Sicht . Okay?
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    1. Antwort von Albert Planta (Plal)
      Obama konnte vieles nicht richtig machen weil er vom republikanisch dominierten Kongress abgeblockt wurde.
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