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Südafrika im Umbruch Jacob Zuma gibt sein Amt per sofort ab

Legende: Video Cyril Ramaphosa neuer Präsident Südafrikas abspielen. Laufzeit 2:25 Minuten.
Aus Tagesschau vom 15.02.2018.
  • Südafrikas Präsident Jacob Zuma beugt sich dem Druck der Regierungspartei ANC und tritt mit sofortiger Wirkung zurück.
  • Er sei stolz darauf, für den Afrikanischen Nationalkongress (ANC) gegen «Jahrhunderte Brutalität der weissen Minderheit» gekämpft zu haben, teilte er während einer Ansprache an die Nation mit.
  • Mit dem Rücktritt kommt Zuma (75) einem für Donnerstag geplanten Misstrauensvotum im Parlament zuvor.
  • Dem 75-jährigen Zuma wird Korruption und Günstlingswirtschaft vorgeworfen.

Der südafrikanische Präsident äusserte auch sein Unverständnis darüber, dass die Partei sinen sofortigen Rücktritt gefordert habe. Dennoch füge er sich dem Willen der Organisation. «Der ANC darf nie in meinem Namen gespalten werden», sagte er. Und weiter: «Ich habe den Menschen Südafrikas so gut gedient, wie ich konnte.» Es sei eine grosse Ehre für ihn gewesen.

Jacob Zuma an einem Rednerpult
Legende: Keystone

Zumas Rücktritt ebnet den Weg für den ANC-Vorsitzenden und bisherigen Vizepräsidenten Cyril Ramaphosa (65), der bereits am Freitag als neuer Staatschef vereidigt werden soll. Die Abgeordneten des regierenden Afrikanischen Nationalkongresses (ANC) wollten Zuma am Donnerstag zusammen mit der Opposition abwählen. Das wäre das erste Mal in der jungen Geschichte Südafrikas als Demokratie seit 1994 gewesen.

Niemand hat mir eine Erklärung gegeben, was ich getan haben soll. Ich finde das unfair, sehr unfair.
Autor: Jacob ZumaPräsident Südafrika

Noch am Mittwochnachmittag hatte sich Zuma in einem Interview gegen seine Absetzung gewehrt, weil er keine Gründe für einen Rücktritt sehe. «Niemand hat mir eine Erklärung gegeben, was ich getan haben soll. Ich finde das unfair, sehr unfair», sagte er. Seine zweite Amtszeit wäre erst mit den nächsten Wahlen 2019 zu Ende gegangen.

Zuma bestreitet Korruptionsvorwürfe

Zumas Präsidentschaft wird seit geraumer Zeit überschattet von Vorwürfen, er habe einer Unternehmerfamilie Geschäfte zugehalten und ihnen unzulässig Einfluss auf die Politik gewährt – bis hin zur Ernennung von Ministern und Managern staatlicher Unternehmen. Trotz schweren Vorwürfen der unabhängigen Antikorruptionsbehörde wurde Zuma bisher nicht angeklagt. Der Staatschef bestreitet alle Vorwürfe.

Zuma war zur Zeit des rassistischen Minderheitsregimes in Südafrika Teil der ANC-Führung im Exil. Er sass für den Kampf gegen die weisse Regierung als junger Mann zehn Jahre im Gefängnis.

2 Kommentare

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  • Kommentar von elize naude (elize)
    Nur schade das diejenige die Nachrücken nicht besser sind...
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  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    Er weiss nicht, was er Falsches getan hat. Sollte er dies so empfinden, hat er ein gröberes Problem. Hoffentlich wird im Zuge seines Abgangs gründlich aufgeräumt. Nötig wäre es allemal, um Südafrika bessere Chancen in der Zukunft zu ermöglichen. Die Ressourcen und Potentiale an Menschen sind vorhanden und können sich nun hoffentlich besser entfalten. Mannigfaltige Herausforderungen warten auf Südafrika, die aber auch viele Chancen bieten.
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