Syrien-Konflikt: Vom Bürgerkrieg zum Flächenbrand

Zunehmend mischen sich die Nachbarländer ein: Bei Kämpfen um eine Grenzstadt zum Libanon starben am Wochenende der Opposition zufolge rund 30 Soldaten der libanesischen Hisbollah, die an der Seite der Assad-Truppen kämpften.

Ein Krankenwagen neben einem Panzer.

Bildlegende: Spannung im Libanon: Panzer in Tripolis nach Kämpfen, die mit Syriens Bürgerkrieg in Verbindung gebracht werden. Reuters

Auch auf die libanesische Stadt Tripolis griff der Konflikt unterdessen über. Hier starben drei Menschen. Die Bemühungen der internationalen Staatengemeinschaft für eine Syrien-Friedenskonferenz erlitten einen Rückschlag. Assad erklärte, er werde nicht mit der Opposition verhandeln.

Grossbritannien schloss eine mögliche Ausrüstung der Rebellen mit Waffen nicht aus, falls Assad bei der für Anfang Juni in Genf geplanten Konferenz nicht ernsthaft an einer Lösung interessiert sei.

Video «Kämpfe um Rebellen-Hochburg» abspielen

Kämpfe um Rebellen-Hochburg

0:43 min, aus Tagesschau Spätausgabe Wochenende vom 19.5.2013

Erbitterter Kampf um Kusair

Assads Truppen und Hisbollah-Kämpfer waren am Wochenende zur Grossoffensive gegen die Rebellen-Hochburg Kusair an der Grenze zum Libanon angetreten. Von der Opposition hiess es, bei den bislang schwersten Kämpfen unter Beteiligung der Hisbollah seien 30 Mitglieder der Extremisten und 20 Regierungssoldaten getötet worden.

Rauchpilz bei Explosion in einer Stadt

Bildlegende: Drohender Flächenbrand: Bei Gefechten in Syrien sollen erstmals libanesische Hisbollah-Kämpfer getötet worden sein. Keystone

Kusair liegt nordwestlich von Damaskus an der Strecke, die die Hauptstadt mit den Siedlungsgebieten der Alawiten an der syrischen Mittelmeerküste verbindet und ist nur rund zehn Kilometer von der libanesischen Grenze entfernt.

Umstrittene Friedenskonferenz

Assad sagte der argentinischen Zeitung «Clarin», Friedensgespräche hätten keinen Sinn, da die Opposition zu zersplittert sei, als dass sich ein Abkommen aushandeln liesse.

Auch die Rebellen sehen die Initiative skeptisch, signalisierten aber ihre Teilnahme an der Konferenz, auf die sich die USA und Russland geeinigt hatten. Es ist der erste gemeinschaftliche Versuch von Syrien-Unterstützern und Gegnern, den Bürgerkrieg zu beenden, bei dem nach Angaben aus der Opposition mehr als 90'000 Menschen getötet worden sind.

Brennendes Auto

Bildlegende: Volltreffer nahe Aleppo. Assads Truppen sollen das Auto in Brand geschossen haben, berichten Oppositionelle. Keystone

Wichtige Etappen zu der Friedenskonferenz werden am Mittwoch und Donnerstag erwartet, wenn US-Aussenminister John Kerry bei einem Treffen der «Freunde Syriens» die Pläne erläutern will beziehungsweise die Arabische Liga und die syrische Opposition Vorbereitungstreffen abhalten wollen.

Waffenlieferungen

Sorge in der Region löste das Bekanntwerden von Lieferungen von Anti-Schiffs-Raketen Russlands an Syrien aus. Die «Jachont»-Marschflugkörper könnten eine Marineaktion zur Durchsetzung eines Flugverbots über Syrien gefährden. Israel ist neben der «Jachont» vor allem wegen russischer Flugabwehrraketen vom Typ S-300 besorgt.