Syrien sperrt sich gegen eine Pufferzone

Kaum hat die internationale Koalition über ein gemeinsames Vorgehen gegen den Terror der IS-Milizen debattiert, meldet sich Syrien zu Wort. Das Regime in Damaskus lehnt eine entmilitarisierte Zone im Grenzgebiet zur Türkei kategorisch ab.

Bombenexplosion am Rand der umkämpften Stadt Kobane.

Bildlegende: Die Luftangriffe der internationalen Allianz seien genauer und effektiver geworden. Reuters

Im Kampf gegen den IS herrscht trotz der internationalen Anti-Terror-Koalition keine vollständige Einigkeit. Die Türkei plädiert seit geraumer Zeit für die Errichtung einer Pufferzone im Grenzgebiet zu Syrien. Während Frankreich diesen Vorschlag unterstützt, stösst die Idee in den USA eher auf Skepsis und Syrien lehnt dies rundherum ab.

Damaskus werde sich nach Beratungen mit seinen Partnern notwendige Massnahmen zum Schutz der syrischen Souveränität vorbehalten, wenn es tatsächlich dazu kommen sollte, hiess es. Syriens Verbündete sind in erster Linie Russland und der Iran.

Gesteigerte Effizienz

Die eigenen Interessen werden in Syrien offenbar deutlich höher eingestuft als der gemeinsame Kampf gegen den IS-Terror. Trotz dieser Differenzen meldet die Allianz Fortschritte: Die Luftschläge gegen die Kämpfer der IS in Kobane werden immer präziser.

In den vergangenen sechs Tagen habe sich die Zusammenarbeit deutlich verbessert, sagte Rami Abdulrahman von der syrischen Beobachtungsgruppe für Menschenrechte. Die Organisation steht der syrischen Opposition nahe und unterhält ein Netz von Informanten in dem seit mehr als drei Jahren vom Bürgerkrieg erschütterten Land.

Der Sprecher der Kurdenmiliz YPG in Kobane, Polat Can, sagte der Nachrichtenagentur Reuters, die Verteidiger lieferten die Koordinaten der IS-Kämpfer an die US-geführte Allianz. «Und sie trifft entsprechend.» Einige Extremisten hätten sich zurückgezogen, sagte Can. «Aber sie stellen sich neu auf und kommen zurück.»

In dieser Woche seien bei den von der US-geführten Allianz geflogenen Angriffen mindestens 32 IS-Kämpfer getötet worden, berichtete Abdulrahman von der Beobachtungsstelle. Am Mittwoch seien bei Häuserkämpfen in Kobane sieben IS-Milizionäre und fünf kurdische Verteidiger ums Leben gekommen.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • ARD-Korresondent Martin Durm.

    Martin Durm - Jesidinnen in der Gewalt der IS-Milizen in Irak

    Aus Rendez-vous vom 15.10.2014

    Der «Islamische Staat» gibt zu, jesidische Frauen und Mädchen verkauft und versklavt zu haben. ARD-Korrespondent Martin Durm hat im Norden Iraks mit betroffenen Frauen gesprochenen, denen die Flucht gelungen ist. Er ist Gast von Susanne Brunner.