Repression in China Taiwanesischer Aktivist verhaftet

Lee Mingche soll sich öffentlich kritisch zu den Beziehungen zwischen Taiwan und Peking geäussert haben. Das allein reicht, um in China im Gefängnis zu landen.

Mehrere Frauen sitzen auf einer Bank, sie haben Schilder mit chinesischer Schrift in die Höhe, die Frau in der Mitte hält ein Foto in den Händen.

Bildlegende: Die Ehefrau von Lee Mingche (Mitte) will wissen, wo ihr Mann ist. Keystone

  • Seit zehn Tagen ist der bislang eher unbekannte taiwanesische China-Kritiker Lee Mingche verschwunden. Jetzt hat China bestätigt, den Aktivisten bei der Einreise verhaftet zu haben. Er soll die nationale Sicherheit gefährdet haben.
  • Offenbar hatte sich Lee in der Chat-App WeChat kritisch über die chinesisch-taiwanesischen Beziehungen geäussert. «Das geht aus chinesischer Sicht gar nicht», sagt SRF-Korrespondent Martin Aldrovandi. «Peking sieht in Taiwan einen Teil des eigenen Staatsgebiets.»
  • China wolle keinerlei Risiken eingehen und gehe rigoros gegen kritische Stimmen vor, so Aldrovandi weiter. «Das passt zum Trend unter Xi Jinping. Die Schrauben werden angezogen.»
  • Die sowieso schon angespannten Beziehungen zwischen Taiwan und Peking könnten sich nun weiter verschlechtern, sagt der Korrespondent. Zu Lee Mingche hiess es aus Peking lediglich, er sei gesund und es gehe ihm gut.