Taktischer Rückzug: London klagt nicht wegen Boni-Begrenzung

Grossbritannien zieht seine Klage gegen die EU-weite Begrenzung von Banker-Boni zurück – jedoch nicht, weil es Brüssels Haltung mittlerweile teilen würde.

Die Europäische Union (EU) hatte als Konsequenz aus der Finanzkrise beschlossen, dass Sondervergütungen künftig nicht höher sein dürfen als das Festgehalt des jeweiligen Bankers. Die Briten hatten dagegen geklagt. Denn sie fürchten um die Attraktivität des Finanzplatzes London, wenn dort nicht mehr so hohe Boni gezahlt werden wie bisher.

Doch es zeichnete sich ab, dass die Regierung in London mit ihren juristischen Schritten vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) zu scheitern droht. «Ich werde keine Steuergelder für eine Klage ausgeben, die nun wahrscheinlich keinen Erfolg haben wird», erklärte der britische Finanzminister Osborne.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Banker im Zwielicht: Studie stellt Branche schlechtes Zeugnis aus

    Aus 10vor10 vom 19.11.2014

    Eine neue Studie der Universität Zürich spricht deutliche Worte: «Die Unternehmenskultur im Bankensektor implizit unehrliches Verhalten eher toleriert oder begünstigt.» Mit anderen Worten: Banker würden tricksen und betrügen – zumindest in ihrem Beruf, nicht im Privaten. Schuld daran sei die Firmenkultur.