Taliban bestätigen: Mullah Omar tot – neuer Führer bestimmt

Nun bestätigen die Taliban, was die afghanische Regierung bereits vermeldet hatte: Der Anführer der Taliban, Mullah Omar, lebt nicht mehr. Die neue Nummer eins wird Mullah Mansur.

Bild des afghansichen Taliban-Führers Akhtar Mohammad Mansour

Bildlegende: Die bisherige Nummer zwei, Akhtar Mohammad Mansur, gilt als Befürworter von Friedensgesprächen mit der Regierung. Reuters

Die afghanischen Taliban haben einen neuen Führer. Das berichten zwei afghanische Kommandanten, die an einem Treffen von hochrangigen Taliban teilgenommen haben.

«Die Schura hat Mullah Mansur einstimmig zum neuen Führer der Taliban bestimmt», sagte ein Kommandant der radikal-islamischen Taliban. Mit Akhtar Mohammad Mansur übernimmt die bisherige Nummer zwei das Kommando. Er gilt als Befürworter von Friedensgesprächen.

Das Treffen fand am Mittwoch statt, nachdem die afghanische Regierung bekannt gemacht hatte, dass der bisherige Chef, Mullah Omar, bereits vor zwei Jahren gestorben war. Er soll einer Krankheit erlegen sein.

Die Bekanntmachung von Omars Tod hat auch Folgen für die Friedensgespräche zwischen den Taliban und der Regierung: Auf Wunsch der Taliban sei ein für Freitag geplantes Treffen verschoben worden. Das teilte das pakistanische Aussenministerium mit.

Experten erwarten, dass die Veröffentlichung von Omars Tod den Machtkampf unter den Taliban-Führern verstärken wird. Nach Angaben eines ranghohen Taliban-Kommandanten in Pakistan will eine Fraktion, dass einer von Omars Söhnen neuer Anführer wird. Dessen Gegner hatten sich aber für Mansur starkgemacht.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Tot oder lebendig, das war bei Taliban-Führer Mullah Omar schon oft die Frage; mehrfach wurde er in den letzten Jahren bereits für tot erklärt.

    Taliban-Chef Mullah Omar für tot erkärt

    Aus Echo der Zeit vom 29.7.2015

    Der Anführer der afghanischen Taliban ist tot - und zwar schon seit mehr als zwei Jahren. Mullah Omar sei im April 2013 in einem Spital in Pakistan gestorben, bestätigt ein Sprecher des afghanischen Geheimdienstes.

    Karin Wenger