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International Tausende demonstrieren in Madrid für soziale Gerechtigkeit

Aus ganz Spanien kamen am Samstag Demonstranten nach Madrid, um gegen die Sparpolitik der Regierung zu protestieren. Unter dem Motto «Marsch der Würde» gingen Menschen auch in anderen Städten Spaniens auf die Strasse. Bei Zusammenstössen mit der Polizei wurden mehrere Personen verletzt.

Legende: Video Tausende folgen Demonstrationsaufruf in Spanien abspielen. Laufzeit 00:49 Minuten.
Aus Tagesschau Spätausgabe Wochenende vom 22.03.2014.

Tausende haben in Madrid gegen die Sparpolitik der konservativen Regierung Spaniens protestiert. Mehrere Demonstrationszüge zogen am Samstag ins Zentrum der Hauptstadt. Unter dem Motto «Marsch der Würde» kam es auch in anderen Städten zu Kundgebungen. Auf Plakaten forderten die Kundgebungsteilnehmer unter anderem «Die Krise sollen die Banker zahlen» und «Keine Kürzungen».

Am Rande der Grosskundgebung kam es auch zu vereinzelten Zusammenstössen mit Sicherheitskräften. Laut Polizeiangaben wurden dabei rund 27 Personen, darunter 20 Polizisten, verletzt.

Protestierende aus dem ganzen Land

Die Demonstranten, von denen zahlreiche bereits seit Wochen zu Fuss nach Madrid unterwegs waren, kommen unter anderem aus den Regionen Andalusien im Süden, Katalonien im Osten, Asturien im Nordosten und der Extremadura im Westen Spaniens.

Gewerkschaften sowie linksgerichtete Studentenverbände und Bürgerinitiativen hatten in mehreren Städten Spaniens zu «Märschen der Würde» aufgerufen, um gegen Sozialkürzungen und Verarmung sowie für Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit mobil zu machen.

Hohe Arbeitslosenquote

Spanien ist die viertgrösste Volkswirtschaft der Eurozone. Das Land leidet noch immer unter den Folgen der 2008 geplatzten Immobilienblase und steckte seit Ende 2011 in einer Rezession. Zuletzt besserte sich die Lage und das Land entkam Ende vergangenen Jahres nach Einschätzung der Zentralbank der Rezession. Die Arbeitslosigkeit verharrt jedoch weiter auf sehr hohem Niveau bei rund 26 Prozent. Vor allem Jugendliche und junge Erwachsene sind davon stark betroffen.

Tweets zu den Aufständen in Spanien

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13 Kommentare

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  • Kommentar von B. Kerzenmacher, Frauenfeld
    Man muss den Blick nicht auf Europa alleine richten. Schaut man auf die Krisen, Bürgerkriege und Umstürze in der Welt, kommt man zu den gleichen Schlüssen. Auch wenn sie in der islamischen Welt durch die Machtansprüche der Religionsführer verwischt werden, haben die vielfach gewalttätigen Auseinandersetzungen dort ähnliche, sogar identische Gründe. Die Menschen stellen Ansprüche an eine gerechtere Verteilung des Wohlstands und verlangen nach Bildung,sozialer Sicherheit und Freiheit des Denkens.
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  • Kommentar von S. Meier, Adliswil
    Solidarität mit Spanien!
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  • Kommentar von A.Käser, Zürich
    Unterstützten in den Anfängen des 20.Jh(1935 bis?)nicht etliche europäische Staaten und solche aus Übersee(USA,Mexiko)den Putsch einer faschistischen Regierung?Unter dem Franco-Regime,das bis 1975 andauerte und brutalste Morde und Folterungen zu verzeichnen hatte,hat sich nun offensichtlich ein Land entwickelt,dass sich wie ein Phönix aus der Asche erhob und sich in neuem Glanz und Glorie im Elend seiner Bevölkerung sonnt.Wäre es nicht endlich mal an der Zeit über menschliches Tun nachzudenken?
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    1. Antwort von Albert Planta, Chur
      Es wäre an der Zeit, dass man auch in Spanien sich der Belange der ärmeren Bevölkerungsschichten annimmt. Unterprivilegierte haben die Tendenz radikale Parteien zu berúcksichtigen.
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    2. Antwort von Juha Stump, Zürich
      Mit der oberen Hälfte haben Sie Recht, aber ich habe Mühe, das zu verstehen, was Sie mit der unteren Hälfte ausdrücken wollen. Ich sehe den Zusammenhang zwischen damals und heute nicht, weil das heutige Spanien mit der Franco-Epoche nichts mehr zu tun hat und die meisten, die den Bürgerkrieg überlebt haben, heute nicht mehr unter uns weilen.
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    3. Antwort von A.Käser, Zürich
      J.S./Im ersten Teil wollte ich darauf hinweisen,dass sich der Bürgerkrieg damals an sozialen Spannungen entzündete.Die Menschen in Spanien wollten,sozial gerechtere und demokratischere Wege beschreiten,bezahlten dafür einen hohen Blutzoll(Leid,Elend).Mit Hilfe von Aussen wurde dies z.T.verunmöglicht,bzw.boykottiert.(Parallelen UK?).Damals wurden jedoch"Weichen"gestellt die auch heute noch ihre Wirkung zeitigen.Mit dem Resultat,dass sie sich beinahe wieder am selben Punkt befinden.(weiter)
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    4. Antwort von Marcel Sutter, Egg-Flawil
      Es war Hitler + Mussolini, die den Putsch unterstützten. Die demokratischen Länder haben mit ihrer Beschwichtigungs-Politik die Diktatur zugelassen...... Ich sehe es auch so, dass Kapital ab einem gewissen Vermögen so besteuert werden sollte, dass es der Allgemeinheit zugute käme und menschliche Arbeit sollte sich wieder lohnen. Wieso nicht ein globales Sozialnetz ausbauen wie bei uns in der Schweiz. Geld wäre sicher mehr als genug vorhanden.
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    5. Antwort von A.Käser, Zürich
      J.S./(weiter)Gegenwärtig sind gewisse separatistische Bemühungen(Basken,Katalonen)im Gang.Das soziale Elend wächst wegen der hohen Arbeitslosigkeit.Mitverursacht durch wenig Invest.in Bildung und Bildungsgreformen?Mehr demokratische Möglichkeiten hätten mehr Eigeninitiative und Selbstregulation bewirkt.Hätten den Zusammenhalt evtl.eher gefördert.Nun steht das Volk beinahe wieder da,wo es vor bald 70Jahren gestanden hat.Der Preis,das Elend zu verringern wurde mit neuem Elend bezahlt.Wie UK?
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    6. Antwort von A.Käser, Zürich
      J.S./Fazit aus diesem Bespiel.Demokratie kann nicht von Aussen"übergestülpt"werden.Die Hilfe von Aussen darf nicht an einseitige Interessen gebunden werden.Um einen Demokratisierungsprozess zu ermöglichen, braucht es Zeit und Stabilität.Vertrauen und Berechenbarkeit sind Grundvoraussetzungen dazu.Dies müsste auch in der UK angestrebt werden.
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