Terror in Frankreich: Reaktionen der Politiker

Der Anschlag auf die Satire-Zeitschrift «Charlie Hebdo» und die nachfolgenden Geiselnahmen haben Politiker weltweit bestürzt. In ihren Reaktionen zeigen sie Solidarität mit Frankreich – aber stellen auch Forderungen.

Der terroristische Anschlag auf das Satire-Magazin «Charlie Hebdo» und die nachfolgenden Geiselnahmen im Grossraum Paris haben weltweit Bestürzung ausgelöst. Gleichzeitig rufen Politiker dazu auf, Muslime und Islamisten nicht in den gleichen Topf zu werfen.

Frankreichs Präsident François Hollande sagte zu Medien, dass «diejenigen, die diese Taten verübt haben, diese Terroristen, diese Fanatiker» nichts mit dem muslimischen Glauben zu tun hätten. Gleichzeitig ist für ihn klar, dass Frankreich angesichts der Tragödie nicht in Angst erstarren soll: «Wir sind ein freies Volk, das sich keinerlei Druck beugt, das keine Angst hat.»

Merkel: «Alles tun, für höchstmögliche Sicherheit»

Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel bewundert die Standhaftigkeit der Bevölkerung des Nachbarlandes: «Ich bin beeindruckt, wie das französische Volk zusammensteht angesichts dieser barbarischen Attacke.»

Zudem richtet sie sich an Verunsicherte im eigenen Land: «Eines können wir den Menschen in Deutschland sagen: Wir werden alles tun dafür, der Bundesinnenminister und die gesamte Bundesregierung, dass das höchstmögliche Mass an Sicherheit in diesen schwierigen Zeiten gewährleistet wird.»

Auch Koalitionspartner und Vizekanzler Sigmar Gabriel äussert sich. Besonders zur Geiselnahme im jüdischen Supermarkt findet er klare Worte: «In diesem antisemitischen Angriff zeigt sich die Verachtung unserer Werte in aller Deutlichkeit.»

Obama zeigt sich kämpferisch

Die Angst vor antisemitischen Folgetaten ist gross. Der Präsident des jüdischen Weltkongresses (WJC), Ronald S. Lauder ist sich deshalb sicher: «Das jüdische Leben in Frankreich wird keine Zukunft haben, wenn diese lebensbedrohende Gefahr, die von islamistischen Terroristen ausgeht, nicht effektiv und schnell angegangen wird.»

Auch US-Präsident Barack Obama zeigt Solidarität: «Wir stehen heute an Eurer Seite, und wir stehen morgen an Eurer Seite. Wir kämpfen zusammen mit Euch für die Werte, die wir teilen.»

Aber auch Forderungen werden gestellt: Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi will den Aufbau eines EU-Geheimdienstes. «Wir haben eine gemeinsame Währung, wir brauchen auch eine gemeinsame Geheimdienstagentur. Europa muss gegen den Terrorismus geeint sein».

Beim Anschlag auf die Redaktion von Charlie Hebdo und den Geiselnahmen im Grossraum Paris starben 17 Menschen und die drei islamistischen Attentäter. Die französische Polizei beendete die Terrorwelle gestern Freitag mit der Erstürmung eines jüdischen Supermarkts in Paris und einer Druckerei in Dammartin-en-Goële.