Zum Inhalt springen

International Terrorverdächtiger der Pariser Attentate gefasst

Einer der Hauptverdächtigen der Anschläge von Paris ist festgenommen worden. Mohammed Abrini soll ein Vertrauter von Salah Abdeslam gewesen sein. Ob es sich bei Abrini zudem um dem dritten Brüsseler Attentäter handelt, den sogenannten Mann mit Hut, ist laut Ermittlern noch nicht klar.

Legende: Video Dritter Brüssel-Attentäter gefasst abspielen. Laufzeit 0:41 Minuten.
Aus Tagesschau vom 08.04.2016.

Die belgische Polizei hat bei den Ermittlungen zu den islamistischen Anschlägen von Brüssel und Paris fünf Verdächtige festgenommen. Einer der Festgenommenen ist der Belgier Mohamed Abrini.

Der 31-Jährige soll engen Kontakt zu den Drahtziehern der Anschläge von Paris vom November 2015, den Brüdern Brahim und Salah Abdeslam, gehabt haben und wurde deshalb bereits vor längerem auf die Fahndungsliste von Interpol gesetzt.

Abrini wird verdächtigt, die Anschläge in Paris vom November 2015 mit vorbereitet zu haben. Die genaue Rolle von Abrini ist bislang unklar. Er war zwei Tage vor den Attentaten gemeinsam mit dem inzwischen festgenommenen Salah Abdeslam an einer Tankstelle im französischen Ressons an der Autobahn nach Paris gefilmt worden. Er sass am Steuer eines Renault Clio, der bei den Anschlägen in Paris benutzt worden sein soll.

Ebenfalls offen ist, ob der marokkanischstämmige Abrini eine Rolle bei den Anschlägen in der belgischen Hauptstadt spielte. Die Behörden prüfen nun, ob es sich bei Abrini um den gesuchten «Mann mit Hut», den dritten Verdächtigen des Anschlags auf den Brüsseler Flughafen Zaventem, handeln könnte.

Bild von Überwachungskamera
Legende: Bei Abrini könnte es sich um den dritten Attentäter von Brüssel, den sogenannten «Mann mit dem Hut», handeln. Reuters

Weitere Festnahmen

Zudem sei ein zweiter Mann festgenommen worden, der mit Khalid El Bakraoui in der Brüsseler Metro gesehen worden sein soll, kurz bevor sich El Bakraoui nahe der Station Maelbeek im EU-Viertel in die Luft sprengte. Er soll in einem Einkaufszentrum jene Taschen erworben haben, die später bei den Anschlägen zum Einsatz kamen.

Offen blieb zunächst, ob ein neuer Fahndungsaufruf zu dem mutmasslichen Ermittlungserfolg geführt haben könnte. Erst am Donnerstag hatte die Polizei ein Video sowie detaillierte Informationen zur Fluchtroute des Mannes mit dem Hut veröffentlicht.

Islamisten töteten 162 Menschen

Bei der Anschlagsserie in Paris waren am 13. November vergangenen Jahres 130 Menschen getötet worden. Bei den Anschlägen am Brüsseler Flughafen und der Metro-Station Maelbeek starben am 22. März 32 Menschen, etwa 340 wurden verletzt.

Attentäter keine Verbindung zur Schweiz

Die Attentäter von Brüssel weisen nach Einschätzung des Nachrichtendienstes des Bundes (NDB) keinen Bezug zur Schweiz auf. Das sagte NDB-Chef Markus Seiler in einem Interview mit der Westschweizer Zeitung «Le Temps». Die Anschläge seien für den Nachrichtendienst keine Überraschung gewesen, sagte Seiler weiter. «Seit dem November 2015 gehen wir von einer erhöhten terroristischen Bedrohung in Europa aus, auch in der Schweiz.»

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

3 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von elize naude (elize)
    als eine falle, ich kann mir vorstellen dass solche meldungen absichtlich so gestreut werden... verwirrung ist auch ein erfolgreiche methode der feind zu beobachten... wenn jemand das gefühl hat er ist davon gekommen, hat grössenwahn & falschen ego schon manche das kopf benebelt sodass er sich in falschen sicherheit wähnte...
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Christa Wüstner (Saleve2)
    Gestern die Meldung, es ist der gesuchte Mann. Heute ist es schon nicht mehr klar. Mit solchen Meldungen sollte man vorsichtiger umgehen. Die Terroristen im Hintergrund verfolgen doch diese Meldungen. Es reicht, wenn bekannt gegeben wird, dass es gelungen ist, wieder einen Terroristen gefasst zu haben. Näheres geht die Terroristen nichts an, sie haben ihre Freude an diesen Falschmeldungen , und können auch neue Strategien daraus ziehen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Erwin Jenni (ej)
    Bezeichnenderweise wird zu dieser Meldung bis jetzt kein einziger Kommentar verfasst. Eigentlich schade, denn gerade von den notorischen Kritikern der Polizei und Sicherheitsorgane,hätte ich mir ein positives Fedback gewünscht. Vermutlich wird man erst dann wieder reienweise Kommentare sichten,wenn die Polizei nach einem Terroranschlag kritisiert werden kann. Ob nun berechtigt oder nicht. Danke den belgischen Sicherheitsbehörden für diesen wichtigen Sieg im Kampf gegen den islamistischen Terror!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen