«Todesangst» in der Zelle – Behörde vergisst Inhaftierten

Fünf Tage ohne Nahrung – in einer Zelle, von den Behörden vergessen. Einem 25-jährigen Studenten ist genau das in den USA widerfahren. Die zuständige Drogenbehörde muss ihn nun mit einer Millionensumme entschädigen.

Daniel Chong werde von der US-Drogenbehörde DEA 4,1 Millionen Dollar (rund 3,81 Millionen Franken) bekommen, berichtet die «Los Angeles Times».

Der 25-Jährige war im April 2012 bei einer Drogenrazzia in Gewahrsam genommen worden. Er sei «versehentlich» in einer Zelle zurückgeblieben, teilte die Behörde damals mit. «Dies war ein Fehler von unglaublichen und unvorstellbaren Ausmassen», zitierte der Sender CNN die Anwältin Julia Yoo. Ihr Klient leide unter starken posttraumatischen Belastungsstörungen.

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Daniel Chong beschreibt seine Verzweiflung (engl.)

0:15 min, vom 31.7.2013

Er sei ohne Essen und Wasser gewesen und habe in seiner Verzweiflung seinen Urin getrunken, sagte Chong. Die Aufseher hätten seine Hilfeschreie und Tritte gegen die Zellentür ignoriert. In Todesangst habe er mit zerbrochenen Brillengläsern Abschiedsworte für seine Mutter in seinen Arm geritzt. Nach fünf Tagen wurde er schliesslich entdeckt. Er musste mehrere Tage auf der Intensivstation eines Krankenhauses behandelt werden.