Tote nach politischen Unruhen in Bangladesch

Vor einem Jahr fanden im Land umstrittene Parlamentswahlen statt. Seitdem rumort es zwischen den politischen Gegnern. Bei den jüngsten Zusammenstössen zwischen Anhängern der Regierung und der grössten Oppositionspartei sind mehrere Personen getötet worden.

Zwei Frauen bestimmen seit mehr als 20 Jahren die Geschicke von Bangladesch: Ministerpräsidentin Sheikh Hasina und Oppositionsführerin Khaleda Zia. Ihre Anhänger bekämpfen sich nicht nur politisch, sondern auch auf der Strasse. Bei den jüngsten Zusammenstössen wurden mindestens drei Menschen getötet.

Zwei der Todesopfer seien Mitglieder der Oppositionspartei Bangladesh Nationalist Party (BNP) gewesen, teilte die Polizei mit. Die BNP wirft Anhängern der regierenden Awami-Liga vor, in den Städten Rajshahi und Natore in die Menge geschossen zu haben. Das dritte Opfer soll bei Zusammenstössen mit der Polizei in Rajshahi getötet worden sein. Dutzende weitere Menschen wurden verletzt

Oppositionsführerin in Büro blockiert

BNP-Chefin Khaleda Zia hatte ihre Anhänger zu Protesten gegen den umstrittenen Wahlsieg Hasinas bei der Parlamentswahl vor einem Jahr aufgerufen. Zia sitzt seit Samstag in ihrem Büro in der Hauptstadt Dhaka fest.

Die Polizei riegelte den Bereich um ihr Büro im Bezirk Gulshan ab. Zuvor hatte sie bereits mitgeteilt, die Abriegelung diene dem Schutz Zias. Mit den Lastwagen werde die Sicherheit verstärkt.

Zias BNP und deren islamistische Verbündete hatten dem Regierungslager Manipulationen bei der Parlamentswahl vorgeworfen und die Abstimmung boykottiert. Die Oppositionsführerin hatte ihre Anhänger aufgerufen, mit den Demonstrationen an diesen «Tag der Ermordung der Demokratie» zu erinnern.