Zum Inhalt springen
Inhalt

Treffen mit Assad Putin sieht Ende des militärischen Einsatzes in Syrien

Legende: Video Assad besucht Putin in Sotschi abspielen. Laufzeit 01:08 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 21.11.2017.
  • Syriens Präsident Baschar al-Assad hat sich im russischen Sotschi überraschend mit Kremlchef Wladimir Putin getroffen.
  • Für Putin komme der Militäreinsatz in Syrien «jetzt tatsächlich zu einem Ende», wie die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass berichtete. Nun gehe es darum, politische Prozesse einzuleiten.
  • Der Kreml unterstützt die Idee eines syrischen Volkskongresses.

Bilder zeigten, wie sich Putin und Assad in Sotschi umarmten. Bei dem Treffen mit Assad ging es nach Angaben des Kremls auch darum, künftige Friedensvereinbarungen zu sichern. «Es wurde eine Grundlage vorbereitet, dass das, was morgen in Sotschi erreicht wird, überlebensfähig ist und nicht nur auf Papier bleibt», sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der Agentur Tass zufolge.

Gegenseitiges Lob

Putin sagte, er sei erfreut über Assads Bereitschaft, mit jedem zusammenzuarbeiten, der Frieden aufbauen und Lösungen finden wolle. Viele Gebiete in Syrien seien von Terroristen befreit worden, Flüchtlinge könnten zurückkehren.

Assad erklärte vor Offizieren des russischen Generalstabs, er danke den russischen Soldaten und sei sehr glücklich, sie auf syrischem Boden zu wissen. Russland fliegt seit mehr als zwei Jahren Luftangriffe in dem Bürgerkriegsland.

Der international vor allem vom Westen geächtete Assad verlässt Syrien offiziell nur noch selten. Im Oktober 2015 war er in Moskau mit Putin zusammengetroffen. Die Opposition fordert weiterhin seinen Rücktritt, doch dieser ist angesichts der militärischen Erfolge der Regierungstruppen und der russischen Unterstützung unwahrscheinlich.

Opposition ist gespalten

Die von der Türkei unterstützten Rebellen kontrollieren nur noch kleinere Gebiete vor allem im Norden und Süden des Landes. Zudem sind sie weiterhin in unterschiedliche Gruppen aufgeteilt, darunter extremistische wie den syrischen Al-Kaida-Ableger.

Auch die Exil-Opposition ist gespalten. Am Montag erklärte mit Riad Hidschab einer der führenden Oppositionsvertreter seinen Rücktritt. Hidschab leitete seit zwei Jahren das Hohe Verhandlungskomitee (HNC) der Regierungsgegner, die wichtigste Dachorganisation der Opposition.

Nach Angaben der internationalen Anti-IS-Koalition haben die Extremisten in Syrien und im Irak mehr als 95 Prozent ihres früheren Gebietes verloren. Sie kontrollieren im Wesentlichen nur noch ein von Wüste geprägtes Gebiet an der Grenze zwischen beiden Ländern. Auch nach Einschätzung des Irans ist der IS sowohl in Syrien als auch im Nachbarland Irak inzwischen endgültig besiegt.

Weniger Gewalt

Die Gewalt in Syrien ist in den vergangenen Monaten abgeflaut, dennoch gibt es weiterhin Kämpfe und Luftangriffe. Wie eine politische Lösung für den Bürgerkrieg mit rund 500'000 Toten und Millionen Vertriebenen aussehen könnte, ist unklar. Alle Verhandlungen unter UNO-Vermittlung in Genf scheiterten bislang ohne jegliche Annäherung zwischen den Konfliktparteien. Die Gespräche in der Schweiz sollen dennoch Ende des Monats fortgesetzt werden.

Parallel dazu trieb Moskau auch Syrien-Verhandlungen in der kasachischen Hauptstadt Astana voran. Dort hatten Russland, der Iran und die Türkei bei früheren Treffen mehrere so genannte Deeskalationszonen für Syrien vereinbart. Russland will zudem zu einem syrischen Volkskongress einladen.

Der Krieg in Syrien tobt seit mehr als sechs Jahren. Hunderttausende Menschenwurden getötet. Millionen Menschen ergriffen die Flucht.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

30 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Cherubina Müller (Fabrikarbeiterin)
    Viele Syrer die nicht für Assad sind, sind trotzdem Gegner der vereinigten "Rebellen" welche nur auf 10% der Syrer zählen können (World Tribune 2013; NATO data: Assad winning the war for Syrians’ hearts and minds). Bis 2015 waren 46% der gefallenen "Rebellen" und nur 3% der gefallenen Regierungssoldaten Ausländer (Quelle: SOHR). Gemäss dem finnischen Ex-Präsidenten und Friedensnobelpreisträger Martti Ahtisaari wurde der Rücktritt Assads 2012 angeboten, der Westen habe das aber ignoriert.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Christa Wüstner (Saleve2)
    ein Krieg geht zu Ende und mit ihm sind Millionen Tode zu beklagen.Die Hauptschuld trägt für mich Assad. Er hat tausende seiner eigenen Bevölkerung umgebracht,Giftgas eingesetzt. Er wird auch noch seine Strafe bekommen. Er sollte , sobald er sich ins Westliche Ausland begibt, vor das internat. Strafgericht gestellt werden. Dort gehört er hin.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von kurt trionfini (kt)
    Der Aufstand gegen Assad hatte gute und mehr als berechtigte Gründe. Was dann folgte war ein, jedenfalls für mich, unentwirrbares, schwer verdauliches Durcheinander verschiedenster Akteure mit verschiedensten Interessen. Assad hat weniger den Krieg gewonnen als den Frieden verloren. Fazit: Assad bleibt Präsident; die Folter Tagesgeschäft.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Christa Wüstner (Saleve2)
      Dem kann ich mich nur anschliessen, meine Meinung über Assad hat die Netiquette nicht überstanden.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen