Zum Inhalt springen

International Türkei: Über 40'000 Festnahmen nach Putschversuch

Nach dem Putschversuch in der Türkei gehen die «Säuberungen» weiter. Über 40'000 Menschen seien bislang festgenommen worden, sagte Ministerpräsident Binali Yildirim. Fast 80'000 Personen seien entlassen worden.

Binali Yildirim gestikuliert während einer Rede.
Legende: Gegen rund die Hälfte der 40'000 Festgenommenen sei Haftbefehl ergangen, sagte Ministerpräsident Binali Yildirim. Keystone

Mehr als vier Wochen nach dem Putschversuch in der Türkei reisst die Welle der Festnahmen und Entlassungen nicht ab. Bislang seien 40'029 Menschen festgenommen worden, sagte der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim gestern in einer im Fernsehen übertragenen Rede. Gegen 20'355 von ihnen sei Haftbefehl ergangen.

Zudem hätten 79'900 Beschäftigte des öffentlichen Dienstes ihren Arbeitsplatz räumen müssen, sagte Yildirim weiter. Auch seien 4262 Unternehmen und Einrichtungen geschlossen worden, weil sie mit dem Prediger Fethullah Gülen zusammengearbeitet hätten.

Über 130 Medien geschlossen

Die türkische Regierung hält den seit 1999 im selbst gewählten Exil in den USA lebenden Gülen für den Drahtzieher des Putschversuchs am 15. Juli 2016. Gülen hat den Umsturzversuch von Teilen des Militärs verurteilt und bestreitet eine Verwicklung darin.

Unmittelbar nach dem Putschversuch hatte Präsident Recep Tayyip Erdogan weitreichende «Säuberungen», wie er seine Aktionen selbst nannte, angekündigt. Sie richteten sich gegen Polizei, Militär, Justiz, Verwaltung, Bildungswesen und Medien. Mehr als 130 Zeitungen und andere Medien wurden geschlossen. Zuletzt nahm die Regierung auch Unternehmen ins Visier.

5 Kommentare

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Bernhard Bizer (Avidya)
    "Über 40'000 Menschen seien bislang festgenommen worden, sagte Ministerpräsident Binali Yildirim. Fast 80'000 Personen seien entlassen worden." .....und über 300.000 Menschen haben alleine an der türkischen Riviera ihren Arbeitsplatz im Tourismus verloren. Nur weiter so Herr Erdogan. Dann wird ihnen der soziale Unfrieden im Land gänzlich um die Ohren fliegen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Angela Keller (kira)
    Wer nicht direkt eingesperrt wird, soll sich eingeschüchtert fühlen. Erdogan schaltet und waltet, wie er will. Merkel sollte endlich handeln und politische Konsequenzen daraus ziehen, dass ihr Partner Erdogan sein Land in eine Diktatur umwandelt. EU-Einreiseverbot für den Staatschef, das Einfrieren seiner Konten und die Beschlagnahmung seines Vermögens, das er nach Bekanntwerden der Korruptionsaffäre Ende 2013 ins Ausland schaffen liess. Er ist ein Krebsgeschwür das auswuchert.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Heinrich Abendland (Demokrat)
    Diese Farce, hinter diesem Putsch steht nur einer und der heisst Erdowahn!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen