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International Türkei will syrische Kurden weiter attackieren

Den zweiten Tag in Folge hat die türkische Armee Ziele im Norden Syriens beschossen. Im Visier sind dabei Stellungen der Kurdenmiliz YPG, die laut der Türkei der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK nahesteht. Dass Ankara Soldaten nach Syrien entsandt habe, weist es als Vorwurf derweil von sich.

Legende: Video «Türkische Offensive gegen Kurden» abspielen. Laufzeit 1:59 Minuten.
Aus Tagesschau vom 14.02.2016.

Die türkische Armee geht seit zwei Tagen gegen Stellungen der Kurdenmiliz YPG im Norden Syriens vor. Ahmet Davutoglu, Ministerpräsident der Türkei, verlangte, die Miliz solle sich aus dem Gebiet zurückziehen, das sie kürzlich erobert habe. Es liegt in einem von Rebellen kontrollierten Korridor, der von Aleppo bis zur türkischen Grenze reicht.

In einem Telefongespräch mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte Davutogolu offenbar, die Sicherheitskräfte seines Landes würden die Angriffe auf Stellungen der Kurdenmiliz fortsetzen. Die USA hatten die Türkei zuvor aufgefordert, ihre Attacken auf syrisches Gebiet einzustellen.

Keine Bodentruppen nach Syrien entsandt

Dass die Türkei Soldaten ins benachbarte Syrien entsandt habe – ein Vorwurf, den das syrische Aussenministerium gegenüber dem UNO-Sicherheitsrat erhoben hatte –, wies der Verteidigungsminister Ismet Yilmaz zurück. «Das ist nicht wahr», sagte er laut der Nachrichtenagentur Anadolu. Es gebe auch keine Überlegungen, türkische Soldaten nach Syrien zu schicken.

Die syrische Regierung hatte erklärt, türkische Soldaten seien am Samstag zusammen mit rund 100 bewaffneten Kämpfern in Syrien eingedrungen. Aufgabe ihres Konvois mit zwölf Kleintransportern sei die Versorgung von Aufständischen in Damaskus gewesen.

19 Kommentare

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  • Kommentar von Cherubina Müller (Republic of Lakotah)
    Vor einigen Minuten dramatische Meldungen auf CNN Türk ENG: die Türkei beschiesst die kurdische YPG auf dem den islamistischen Rebellen entrissenen Militärflughafen, die YPG weigert sich den Flughafen zu räumen; der türkische PM sagt die Türkei werde die Eroberung von Azaz durch die YPG nicht erlauben, die YPG sei ein Instrument der Russen und könne an Seite der syrischen Regierung an den Genfer Gesprächen teilnehmen, nicht auf Seite der Opposition.
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  • Kommentar von Cherubina Müller (Republic of Lakotah)
    Die Kurden finden in unseren Medien vorwiegend Erwähnung wenn es gegen den IS geht, selten wenn es gegen den zweiten Todfeind Türkei geht, seit dem skandalösen Ausschluss der Kurden von den Genfer Friedensgesprächen gehen die Kurden gegen die von der Türkei unterstützten radikal - islamistischen Rebellen in Nord - Aleppo vor, Ziel ist es Afrin und Kobane zu verbinden; wie in säkularen Armeen üblich kämpfen bei der YPG und bei der SAA / NDF, viele Frauen und Kämpfer verschiedener Religionen mit.
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  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    Die Kurden waren so lange nützlich, wie sie die Souveränität Assads geschmälert haben. Ihre temporäre Unterstützung machte sich politisch gut. Man half den mutigen Kurden, bei denen sogar Frauen mitkämpften, gegen die brutalen, rückständigen IS-Krieger. Entspricht genau den modernen, europ. "Werten". Wenn das Ganze für die betroffenen Kurden nicht so ernst wäre, könnte man darüber lachen. Es ging nie um die Freiheit irgendwelcher Syrer. Das müsste jetzt auch der Letzte begriffen haben.
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