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International Tumulte bei Schulz-Rede in Israel

Eklat im israelischen Parlament: Eine Rede von EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) in der Jerusalemer Knesset hat Tumulte und Beschimpfungen rechter Abgeordneter ausgelöst.

Legende: Video Ausschnitt aus der Rede von Schulz abspielen. Laufzeit 1:34 Minuten.
Aus News-Clip vom 12.02.2014.

Bei einer Rede des Präsidenten des EU-Parlaments Martin Schulz im israelischen Parlament ist es zu einem Eklat gekommen. Abgeordnete der rechten Siedlerpartei von Wirtschaftsminister Naftali Bennett riefen «Schande» und verliessen unter Protest den Saal.

«Schämen Sie sich»

Schulz hatte während seiner Rede gesagt, ein junger Palästinenser habe ihm erzählt, Israelis hätten im Westjordanland einen etwa viermal höheren Anspruch auf Trinkwasser als Palästinenser. Ob das stimme, fragte der EU-Politiker laut israelischen Medien.

Der Abgeordnete Moti Jogev schrie ihn an: «Schämen Sie sich, Sie unterstützen jemanden, der gegen Juden hetzt.» Jogev und sein Parteifreund Bennett, der den rechten Flügel im Regierungskabinett anführt, verliessen danach unter lauten Protesten den Saal.

Bennett schrieb auf seiner Facebook-Seite, Schulz habe gelogen, als er sagte, Palästinensern stehe weniger Wasser zur Verfügung als Israelis.

Schulz sagte laut dem Redemanuskript weiter, Israels Blockade des palästinensischen Gazastreifens treibe Menschen in die Verzweiflung, die von Extremisten ausgenutzt werde. «Möglicherweise schafft die Blockade so nicht mehr, sondern weniger Sicherheit.»

Boykott der Rede

Der für extreme Äusserungen bekannte Abgeordnete Mosche Feiglin, Mitglied der Likud-Partei von Regierungschef Benjamin Netanjahu, war der auf Deutsch gehaltenen Rede ganz fern geblieben. «Ich werde während der Rede abwesend sein, weil es unpassend ist, dass im Parlament des jüdischen Staates eine Rede in der Sprache gehalten wird, in der unsere Eltern in die Eisenbahnwaggons und in die Krematorien gestossen wurden», schrieb er auf Facebook.

Schulz verwahrte sich gegen die Vorwürfe. «Ich war in der Knesset verpflichtet, die
Position des Europäischen Parlaments darzulegen. Ich kann natürlich nicht nur die Dinge sagen, die allen gefallen. Ich muss auch die konfliktträchtigen Dinge vortragen», sagte er gemäss der Online-Ausgabe der «Welt».

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15 Kommentare

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  • Kommentar von SRF News Online, Zürich
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  • Kommentar von Juha Stump, Zürich
    Ich bin hier im Forum für meine Israel-Freundlichkeit bekannt, aber was dieser EU-Minister angedeutet hat, kommt im Westjordanland, in der sog. Westbank, leider tatsächlich vor. Ich habe auch schon erfahren, dass ein Teil der rechtsextremen Siedler sich einen Spass daraus machen soll, den Arabern das Wasser abzugraben, soweit das möglich ist. Mit diesen Leuten vernünftig zu sprechen ist fast unmöglich. - P.S. Warum wurde jemand aus der Israel-kritischen EU überhaupt eingeladen?
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    1. Antwort von S.Röthlisberger, Aargau
      @Juha Stump: Beim Thema Israel ist es mit differenziertem Denken bei vielen Leuten schnell vorbei. Ich mag Herrn Schulz auch nicht besonders. Aber man muss auch Israel kritisieren dürfen, wenn es gerechtfertigt ist. Damit macht man sich vielleicht nicht beliebt. Aber der richtige Weg ist manchmal nicht der einfache Weg. Diese Siedler sind ja auch in Israel durchaus nicht unumstritten. Israel krankt am Ultra-Ortodoxen Virus (siehe Diskussion Wehrpflicht etc.).
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  • Kommentar von M. Kohler, Thurgau
    Ich habe mich auch erwischt dass ich diesen Fettnapf dem Schulz gegönnt habe (er wirkt für mich gressiv, arrogant und machtbesessen) - in der Sache hat er aber korrekt gehandelt. Dass Israel sich über die ganze Welt hinwegsetzt und selbst Agressor ist, aber aus historischen Gründen nicht kritisiert werden soll ist einfach nicht in Ordnung.
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