Über 1000 Tote in Bangladesch und ein neuer Fabrikbrand

Die Rettungskräfte ziehen immer mehr Leichen aus den Trümmern: Die Opferzahlen des Fabrikeinsturzes in Bangladesch steigen weiter. Derweil sind bei einem Unglück in einer weiteren Textilfabrik acht Menschen ums Leben gekommen, diesmal in der Hauptstadt selber.

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Was steckt hinter «Made in Bangladesh»?

10 min, aus Rundschau vom 8.5.2013

Die schlechten Nachrichten aus Bangladesch reissen nicht ab. Gemäss einem Armeesprecher ist die Zahl der Toten auf mehr als 1000 gestiegen. Die meisten Toten seien Frauen. Mindestens 150 Leichen, deren Identität nicht geklärt werden konnte, wurden laut dem Sprecher in anonymen Gräbern auf einem staatlichen Friedhof bestattet.

Das Hochhaus, das mehrere Textilfabriken beherbergte, war am 24. April eingestürzt. Zum Zeitpunkt des Unglücks sollen sich mehr als 3000 Menschen darin aufgehalten haben. 2437 Menschen wurden nach offiziellen Angaben lebend geborgen.

Retter bergen weitere Leichen aus den Trümmern.

Bildlegende: Das Gebäude ist am 24. April eingestürzt. Doch noch immer entdecken Retter weitere Leichen unter den Trümmern. Reuters

Zwölf mutmassliche Verantwortliche wurden festgenommen, darunter der Besitzer des Gebäudes und leitende Mitarbeiter mehrerer Textilfirmen. 18 Textilwerke wurden nach der Katastrophe aus Sicherheitsgründen geschlossen.

Brand in einer Fabrik in Dhaka

Unterdessen ereignete sich ein weiteres Unglück in einer Textilfabrik in Bangladesch. Bei einem Brand in einem Werk in der Hauptstadt Dhaka wurden mindestens acht Menschen getötet. Nach Angaben der Feuerwehr erstickten die Opfer.

Unter den Toten waren laut Polizei keine Arbeiter, da der Brand in der Nacht ausbrach, als die Produktion ruhte. Zu den Opfern zählen demnach der Besitzer der Fabrik, vier seiner Mitarbeiter sowie zwei Polizisten. Die Ursache für den Brand war zunächst unklar.