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International Ukraine beschwert sich über Grenzverletzungen Russlands

Auf der Krim wird die Lage von Tag zu Tag brenzliger: Auf Bitten der Ukraine wird die Krise in dem Land eilig auf die Tagesordnung des UNO-Sicherheitsrats gehoben. Die Ukraine wirft Russland massive Grenzverletzungen vor. Die USA drohen mit Boykott des G8-Gipfels.

Legende: Video Spannungen zwischen Ukraine und Russland abspielen. Laufzeit 1:36 Minuten.
Aus Tagesschau vom 28.02.2014.

Die Ukraine hat Russland vor dem UNO-Sicherheitsrat massive Grenzverletzungen vorgeworfen. «Wir betrachten das als Aggression», sagte der ukrainische Botschafter Juri Sergejew am Freitag nach einer eilig anberaumten Sondersitzung des Gremiums. «Deshalb ruft die Regierung meines Landes die Vereinten Nationen auf, diese Verletzungen zu verurteilen.»

Der russische UNO-Botschafter Witali Tschurkin wies die Vorwürfe zurück. Die Militärbewegungen seien alle von einem entsprechenden Abkommen mit der Ukraine gedeckt.

Soldaten und Helikopter in der Ukraine

«Nicht nur, dass Soldaten und Transportflugzeuge in unseren Luftraum eingedrungen sind», sagte jedoch der ukrainische Botschafter Sergejew. «Es haben auch elf Helikopter die Grenze verletzt. Und ich spreche von Mi-24. Das sind keine einfachen Transport-, das sind Kampf- und Angriffshelikopter.» Es sei das gleiche Szenario wie in anderen früheren Sowjetrepubliken.

Die Anschuldigungen des nach Russland geflohenen Präsidenten Viktor Janukowitsch bezeichnete Sergejew als absurd. «Ich hatte das Glück, seine Pressekonferenz zu verpassen. Aber bei allem, was mir erzählt wurde, war das eine reine Komödie.»

USA drohen mit Boykott

Bei einer russischen Militärintervention in der Ukraine wollen die USA möglicherweise den G8-Gipfel in Russland im Juni platzen lassen. Dabei sei man auch mit europäischen Partnerländern im Gespräch. Die USA diskutierten ausserdem, Geschäftsbeziehungen mit Moskau zu kappen und laufende Handelsgespräche abzubrechen.

USA drohen

Die USA seien «zutiefst beunruhigt» von den Berichten über russische Militärbewegungen auf der Halbinsel Krim, sagte die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Samantha Power. Sie forderte eine «dringende internationale Deeskalierungsmission», an der zum Beispiel die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) oder auch der UN-Sondergesandte Robert Serry beteiligt sein könnten.

Der russische UN-Botschafter Tschurkin zeigte sich von der Idee nicht begeistert. «Vielleicht ist genau das einer der Gründe der momentanen Krise in der Ukraine, dass zu viele Besucher behaupten, den Weg zu kennen, den das Land nehmen soll, anstelle den normalen politischen Fortschritten ihren Gang zu lassen.» Tschurkin betonte, sein Land sei mindestens genauso daran interessiert wie alle anderen, dass die Ukraine wieder stabil werde.

Bereits in den frühen Morgenstunden hatten bewaffnete Männer die Flughäfen von Simferopol und Sewastopol besetzt. Innenminister Arsen Awakow sprach von einer Invasion und Besetzung durch russische Truppen. Ein Sprecher der Schwarzmeerflotte wies dies zurück. Wer genau für die Besetzungen verantwortlich war, ist unklar.

Legende: Video Einschätzungen von Christoph Wanner, Moskau abspielen. Laufzeit 3:30 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 28.02.2014.

Wanner: «Das spricht Bände»

«Der Kreml streitet natürlich ab, etwas damit zu tun zu haben. Aber wenn man sich anguckt, was hier in Russland passiert, dann ist klar: Viele Russen wollen die Krim wieder als einen Teil in der russischen Föderation zurück», sagt SRF-Korrespondent Christoph Wanner.

Russische Abgeordnete diskutierten in der Duma ein Gesetz, wonach die Aufnahme von fremdem Territorium vereinfacht werden soll. Künftig kann sich ein Land oder Landesteil Russland bereits anschliessen, wenn es dies bei einem Referendum beschliesst, heisst es im Entwurf. Derzeit ist zu einem solchen Beitritt zu Russland unter anderem ein völkerrechtlicher Vertrag nötig.

«Das spricht Bände», so Wanner. «Im Endeffekt ist den Russen daran gelegen, die Krim von der Ukraine abzuspalten und in die russische Föderation einzugliedern», ist das Fazit von Wanner.

Devisen im Land behalten

Die Zentralbank, der vor dem finanziellen Kollaps stehenden Ukraine, traf derweil Massnahmen, um den Abfluss von Devisen zu bremsen. Notenbankchef Stepan Kubiw verhängte eine Obergrenze für Abhebungen in ausländischen Währungen. Sie dürfen nur noch im Wert von bis zu umgerechnet 1500 Dollar pro Tag abgezogen werden.

Das Land habe genügend Reserven, um alle Gläubiger zu bezahlen, versuchte Kubiw, Anleger zu beruhigen. Nach früheren Angaben des Zentralbankchefs haben sich die Reserven des vom Staatsbankrott bedrohten Landes in ausländischen Währungen auf 15 Milliarden Dollar von 17,8 Milliarden Dollar am 1. Februar verringert.

40 Kommentare

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  • Kommentar von r.burri, rorschach
    Ich kann den Aufschrei nicht nachvollziehen. Sicher, Putin ist ein Diktator, der "über Leichen" geht. Nur, das tut die USA als Staat ebenso - nur eleganter weil "demokratischer". Den Einmarsch im Irak schon vergessen? Oder die unangemeldeten Vergeltungsschläge auf andere Staaten? Aber nicht nur die USA. Was hatten die Britten unter M.Thatcher auf den Falklands verloren? Warum schaute die UN weg beim Massaker in Bosnien? Weil nicht nur Putin schlecht ist, sondern eben der Mensch als solches!
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    1. Antwort von Christina Bernegg, Horw
      @Werter Herr Buri,ich gebe mir jetzt alle Mühe einigermassen höflich zu beiben,Aber ich muss ihnen sagen,dass,sie vom Tuten und Blasen keine Ahnung haben.Also Putin ist ein Diktator der über Leichen geht.Die USA macht daselbe aber eleganter,weil,demokratischer.Was ist für Sie eigentlich Demokratie?Sie haben absolut keine Ahnung was hier abgeht.und bitte vor ihrem nächsten Aufschrei erkundigen sich. i
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    2. Antwort von M.Schmid, Bern
      "Was hatten die Britten unter M.Thatcher auf den Falklands verloren?" Das kann ich Ihnen beantworten: Die haben die Falklands effektiv seit 1833-34. Frankreich und Grossbritannien hatten diese um die 1760er als erste für sich beansprucht, danach viele andere. Nach einer Geschichte mit vielen Inhabern hat Grossbritannien gewonnen. Argentinien wollte dann 1982 einen von Spanien geerben "Anspruch" von 1816(!) geltend machen, aber so einen Irrsinn kann man heute eigentlich nicht gelten lassen.
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    3. Antwort von Albert Planta, Chur
      Die Briten sind ihren Landsleuten zu Hilfe geeilt und genau das gleiche erwarten die Russen auf der Krim von Putin.
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  • Kommentar von Franz NANNI, Nelspruit SA
    Da chunt mir Mani Matters "s'Zuendhoelzli" zSinn!
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  • Kommentar von Peter Beutler, 3803 Beatenberg
    Wunschträume und Tatsachen. Wunschträume: Russland ist gar nicht in der Lage, die Krim zu besetzen, die Ukraine hat eine Armee mit 400'000 Soldaten, sie wird das nicht hinnehmen. Tatsachen: Mit 2000 Elitesoldaten haben die Russen innerhalb weniger Stunden die Halbinsel unter Kontrolle gebracht. Von den 400'000 ukrainischen Kämpfern dürften gut die Hälfte ethnische Russen sein, kaum denkbar, dass sie auf ihre aufmüpfigen Landsleute, die die neuen Machthaber in Kiew ablehnen, schießen.
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    1. Antwort von M.Schmid, Bern
      "Denkbar" ist dass die einen auf die anderen schiessen können grundsätzlich immer. Das haben wir in unserer Geschichte hier auch ein paar Male gehabt, und in der Weltgeschichte noch viele Male mehr. Aber vielleicht wollen sowohl die russischstämmigen Ukrainer wie auch die andern nicht unbedingt Krieg und viele Tote sehen...
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