Ukrainische Wirtschaft ächzt unter dem Konflikt

Der Konflikt zwischen Armee und Separatisten hinterlässt auch wirtschaftlich seine Spuren in der Ukraine: Laut Prognosen der Weltbank schrumpft die Wirtschaft in diesem Jahr um 7,5 Prozent. Es fehlt an Investitionen – das Land lebt derzeit von Krediten internationaler Geldgeber.

Haupteingang in die Weltbank

Bildlegende: Die Weltbank in Washington sieht düstere Zeiten auf die Ukraine zukommen. Keystone/Symbolbild

Die Kämpfe gegen pro-russische Separatisten im Osten des Landes setzen der ukrainischen Wirtschaft nach Einschätzung der Weltbank heftiger zu als erwartet. Die Weltbank senkte ihre Konjunkturprognose für die Ukraine drastisch.

Nun geht das Institut davon aus, dass die Wirtschaft des Landes in diesem Jahr um 7,5 Prozent schrumpft. Bisher war die Weltbank von einem Minus von 2,3 Prozent ausgegangen. Die ukrainische Regierung und der Internationale Währungsfonds (IWF) erwarten derweil, dass das Bruttoinlandprodukt 2015 um 5,5 Prozent sinken werde.

Kiew braucht laut IWF 40 Milliarden Dollar

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Ukraine in der Wirtschaftskrise

2:27 min, aus Tagesschau am Mittag vom 29.4.2015

Verantwortlich für die drastische Senkung der Prognose sei der Konflikt im Osten des Landes, erklärte die Weltbank. «Die Ukraine hat ein bedeutsames Potenzial, aber eine Umsetzung ist nur möglich, wenn sich die Lage im Osten stabilisiert und das Bankensystem sich erholt.»

Der Konflikt mit Russland hat die Ukraine im vergangenen Jahr an den Rand des Bankrotts getrieben. Der IWF hat für das Land inzwischen ein Hilfsprogramm in Höhe von 17,5 Milliarden Dollar geschnürt.

Um einem Kollaps zu entgehen, benötigt das Land laut IWF insgesamt aber etwa 40 Milliarden Dollar. Am Dienstag hatte die ukrainische Regierung auf einer internationalen Konferenz um Investitionen geworben, um die Wirtschaft des Landes wieder in Gang zu bringen.