Ultra-orthodoxe Juden liefern sich Strassenschlacht mit Polizei

Die Demonstranten blockierten die Autobahn nach Jerusalem und bewarfen Polizisten mit Steinen. Sicherheitskräfte setzten Wasserwerfer ein. Rund drei Dutzend Personen wurden festgenommen.

Video «Wüste Strassenschlachten in Aschdod (7.2.2014)» abspielen

Wüste Strassenschlachten in Aschdod (7.2.2014)

1:34 min, vom 7.2.2014

Das Finanzministerium hatte am Mittwoch nach einer entsprechenden Vorgabe durch das Oberste Gericht beschlossen, die Stipendien für Religionsstudenten zu streichen, die keinen Wehrdienst leisten.

Nach Ansicht der ultra-orthodoxen Juden ist das Studium ihrer heiligen Schriften ein Fundament jüdischen Lebens.

Zwei orthodoxe Juden fliehen vor der Polizei.

Bildlegende: Die orthodoxen Juden spalten die israelische Gesellschaft. Keystone

«Haredim» müssen nicht ins Militär

In Israel tobt seit langem ein erbitterter Streit zwischen der säkularen Mehrheit und der orthodoxen Minderheit. Die Ultra-Orthodoxen, die sogenannten «Haredim» geniessen zahlreiche Privilegien. Am umstrittensten ist die Befreiung der Religionsstudenten vom Wehrdienst.

Angesichts der häufigen militärischen Auseinandersetzungen ist die Debatte über die Teilung der Belastungen unter allen Gesellschaftsschichten in Israel eines der heissesten Eisen der politischen Debatte. Mit der Frage: «Wenn du die Pflichten nicht übernimmst, warum bittest Du dann um Privilegien?», begründete Finanzminister Jair Lapid die Entscheidung über die Stipendienstreichung.

Das israelische Parlament ringt seit Jahren um ein neues Gesetz, das den Weg für den Wehrdienst ultra-orthodoxer Männer freimachen würde.