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Stichwahl in Frankreich Umfragen sehen Macron vorne

Den Sieg hat Macron aber längst nicht in der Tasche. Die Zahl der Unentschlossenen und frustrierten Nichtwähler ist derzeit hoch.

Legende: Video «Countdown zur Wahl» abspielen. Laufzeit 2:01 Minuten.
Aus 10vor10 vom 05.05.2017.
  • Emmanuel Macron hat kurz vor der französischen Stichwahl seinen Vorsprung vor der Rechtspopulistin Marine Le Pen in Umfragen leicht ausgebaut.
  • Eine Befragung von Ipsos/Sopra Steria sah Macron nach dem einzigen TV-Duell der beiden Kandidaten bei 61,5 Prozent, ein Plus um 2,5 Prozentpunkte seit Anfang der Woche.
  • Le Pen kam in der am Freitag veröffentlichten Umfrage im Auftrag des öffentlich-rechtlichen französischen Rundfunks auf 38,5 Prozent der Befragten.

17 Prozent der Befragten äusserten hingegen keine Wahlabsicht. Meinungsforschern zufolge könnte diesmal ein Viertel der Wähler den Urnen fernbleiben – das wäre der zweithöchste Wert seit 1965. An der ersten Runde beteiligten sich laut Innenministerium knapp 78 Prozent.

Meinungsforscher schätzen, dass mindestens 15 Prozent der rund 47 Millionen Wahlberechtigten noch unentschieden sind, wem sie ihre Stimme geben. Vor allem viele Linke, die vom Abschneiden ihrer Kandidaten enttäuscht sind. Sie wollen nun weder Macron noch Le Pen ihre Stimme geben und gehen gar nicht erst zur Wahl.

In einer weiteren Umfrage des Instituts Elabe lag Macron bei 62 Prozent, Le Pen bei 38 Prozent. Freitag war offiziell der letzte Tag des Wahlkampfs, danach dürfen keine neuen Umfragen mehr veröffentlicht werden.

Legende: Video «Gespräch mit Michael Gerber und Sebastian Ramspeck» abspielen. Laufzeit 3:34 Minuten.
Aus 10vor10 vom 05.05.2017.

Kein Sozialist, kein Konservativer

Erstmals seit 1958 findet eine Stichwahl für das Präsidentenamt statt, bei der weder ein Konservativer noch ein Sozialist dabei ist. Mit Macrons «En marche» (Vorwärts) ist ein neuer Akteur im Spiel.

Auch wenn der erst vor einem Jahr ins Leben gerufenen Bewegung der Unterbau einer etablierten Partei fehlt, geben ihr manche Meinungsforscher gute Chancen, bei der Parlamentswahl im Juni am meisten Stimmen zu holen.

12 Kommentare

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  • Kommentar von Andreas Oppliger (A.Oppliger)
    Solche Umfragen sind tatsächlich mit vorsicht zu geniessen, da man nie genau beziffern kann wie viele der Befragten die Warheit sagen. Dennoch denke ich das Le Pen das Rennen noch nicht machen wird. Aber wenn sich die Politikwelt so verändert wie in denn letzten Jahren, ist dies nur eine Frage der Zeit, bis solche überraschende Wahl Ergebnisse wie in denn USA auch in Europa möglich sind. Die Bevölkerung wird stetig unzufriedener, bis der Tropfen das Fass zum überlaufen bringt...
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  • Kommentar von Jacqueline Zwahlen (Jacqueline Zwahlen)
    Nur so am Rande: Am 29. April hat Macrons Frau Brigitte auf ihrem Twitter-Account eine Online-Umfrage zur Präsidentschaftswahl gestartet. Nachdem ihr Ehegatte (32%) gegen Le Pen (68%) verloren hat, löschte sie die Umfrage wieder. Verlassen wir uns also nicht zu sehr auf die Umfragewerte, die die Presse veröffentlicht. Sonst werden wir am Ende ähnlich überrascht wie bei den letzten Wahlen in den USA.
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    1. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      Drum stimmt halt schon nicht ganz, was Le Pen bei der Debatte sagte. "Auf alle Fälle wird das erste Mal eine Frau Frankreich regieren. Entweder sie, oder Frau Merkel." Stimmiger wäre gewesen, wenn sie gesagt hätte:" Auf alle Fälle wird das erste Mal eine Frau Frankreich regieren. Entweder sie, oder Frau Macron.":-)
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  • Kommentar von Hans Bernoulli (H.Bernoulli)
    Le Pen bzw. Öknomen des FN diskutieren ein 2-Währungssystem für F: den Franc für die Binnenwirtschaft, den Euro als int. Währung. Das nenne ich eine mutige Idee, welche aus geldtheoretischer Sicht viel Sinn macht. Der Vorschlag hebt die Partei von allem neoliberalen Weiterwursteln wie bisher ab. Hätte man auf Keynes gehört und statt den $ einzuführen das von Keynes vorgeschlagene System umgesetzt mit Nationalwährungen und einer neutralen (!) int. Währung, stünde die Welt heute viel besser da.
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    1. Antwort von Marcel Chauvet (xyzz)
      Die Vorstellungen der Le Pen sind nicht mutig, sondern konfus. Zunächst hätte ein Wahlerfolg Le Pens und diese Doppelwährung zur Folge, dass die Renditen für französischen Staatsanleihen um mindestens das 10-fache steigen würden, vorausgesetzt natürlich, dass ein solches Sauerbier überhaupt noch verkäuflich wäre. Von der EZB gäbe es dann für französische Staatsanleihen selbstredend keine Ankaufsverpflichtung mehr. Le Pens Protektionismus-Schnapsideen sind was für ganz Dumme.
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