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International Ungarn-Flüchtlinge von 1956 zeigen Verständnis für Grenzzaun

Als die sowjetische Besatzungsmacht 1956 in Budapest den Aufstand der Ungarn niederschlug und rücksichtslos Vergeltung übte, fanden 14'000 Ungarn Zuflucht in der Schweiz. Dafür, dass ihr Heimatland heute wieder einen Grenzzaun errichtet, haben viele von ihnen Verständnis.

Legende: Video '56er-Flüchtling: «Nicht wahllos Flüchtlinge ins Land nehmen» abspielen. Laufzeit 0:15 Minuten.
Vom 11.09.2015.

Mit grosser Sympathie verfolgte die Schweizer Öffentlichkeit im Herbst und Winter 1956 die dramatischen Ereignisse in Budapest. Nach dem Einmarsch der Sovjets nahm die Schweiz 14'000 Ungarn-Flüchtlinge auf; mit dem Zug in Buchs ankommend, wurden diese mit grosser Solidarität empfangen. Dennoch haben viele von ihnen Verständnis für die harte Haltung der aktuellen ungarischen Regierung gegenüber den Flüchtlingen an der Südgrenze des Landes.

So wie Vince Gösi, der 1956 ebenfalls mit einem der Flüchtlingszüge in die Schweiz kam. Bis heute sei er der Schweiz dankbar dafür, wie er und seine Landsleute aufgenommen worden seien und für die Möglichkeiten, die ihnen die neue Heimat geboten habe, sagt Gösi.

In Ungarn aber sei die Situation heute eine andere; der Zaun eine gute Sache: «Die Aufgabe einer Regierung ist es, die eigene Bevölkerung zu schützen und nicht wahllos Flüchtlinge ins Land zu nehmen», sagt der ehemalige Flüchtling.

Muss Ungarn nur als Prügelknabe herhalten?

Die westliche Kritik an der Regierung Orban wegen des Umgangs mit den Flüchtlingen sei so nicht berechtigt, meint auch der langjährige NZZ-Journalist Andreas Oplatka. Auch wenn die Bilder von in Lagern eingesperrten Flüchtlingen den ehemaligen Ungarn-Flüchtling, Link öffnet in einem neuen Fenster betroffen machen: «Wenn Ungarn die Leute ohne Registrierung weiterreisen lässt, wird es dafür kritisiert. Wenn es die Leute bei der Registrierung gegen ihren Willen festhält, wird es auch wieder kritisiert».

Andreas Oplatka.
Legende: «Grenzzäune sind keine besonders freundliche Einrichtungen unserer Zeit»: Ehemaliger Flüchtling Oplatka. srf

Für die Flüchtlinge, die aus Kriegsgebieten die Schweiz erreichen, haben die 56er-Flüchtlinge in der Schweiz Mitgefühl. Die Regierung in Budapest und ihre ehemalige Heimat sehen jedoch viele von ihnen als Prügelknaben des Westens.

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18 Kommentare

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  • Kommentar von Hanspeter Müller (HPMüller)
    Ich bin erstaunt über die Kommentare hier. Im '56 waren längst nicht alle bedroht, sondern einfach vor den Invasoren davongelaufen. Und weil die Gefängnisse geöffnet wurden waren auch verurteilte Verbrecher darunter. Ein grosser Teil kam, weil sie in ihrer Heimat keine wirtschaftliche Zukunft sahen. In Ungarn war nicht einmal Krieg im '56. Und heute wirft man den Kriegsflüchtlingen aus Syrien vor sie seine Wirtschaftsflüchtlinge. In den '30 warens die Juden, heute sinds die Muslime.
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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Die Ungaren waren Menschen wie wir, hatten so ziemlich die gleiche Kultur wie wir +auch den gleichen Glauben. Die Moslems können in Europa nicht integriert werden. Da werden sich eher die Europäer der moslimischen Gesellschaft anpassen müssen. Beide Kulturen in einem Land geht nie +nimmer. Es darf nicht sein, dass bei uns vermummte Gestalten herumgehen +es geht auch nicht, dass alle paar Stunden alle Männer davon rennen und gegen Mekka beten. Hat Europa +unsere Regierung den Verstand verloren?
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    1. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      Wie manchen Menschen muslimischen Glaubens kennen Sie persönlich, dass Sie über "Die Moslems" urteilen glauben zu können? Das sind Menschen wie Sie und ich und sind integrierbar wie Sie und ich. Oder wie die Familie Ihres Mannes. In Gwatt hatten Sie wohl auch kaum "vermummte Gestalten" bisher, ausser vielleicht verirrte Touristinnen aus Interlaken. Und deren Geld ist ja willkommen dort, oder nicht?
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  • Kommentar von Claire McQueen (freedom)
    Kann man überhaupt die „56”-er mit der jetzigen Situation vergleichen? Die heutigen Migranten sind zum grössten Teil Muslime zwischen 15 und 30 Jahren und kommen organisiert nach Europa. Sie werden hier flächendeckend verteilt, heiraten unsere Mädchen und werden muslimische Kinder haben. Die Islamisierung von Europa erfolgt „friedlich” ohne Waffen. So, wie die Islamgelehrten und IS sich dies vorstellen. Wer organisiert diese endlose Invasion nach Europa? Merkt man nicht was sich jetzt abspielt?
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