UNO besorgt über humanitäre Lage im Südsudan

Die Nothilfekoordinatorin Valerie Amos hat angesichts der anhaltenden Kämpfe im Südsudan vor einer Hungersnot gewarnt. Sie forderte die Staatengemeinschaft auf, die nötigen Gelder für humanitäre Hilfe bereitzustellen. Derweil skizzierte der UNO-Sicherheitsrat Handlungsoptionen.

UN-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos vor Journalisten am UN-Hauptsitz in New York.

Bildlegende: Eindringlich warnte Valerie Amos die Staatengemeinschaft vor einer Zuspitzung der humanitären Lage. Reuters

Die Lage im Südsudan, dem jüngsten Land der internationalen Staatengemeinschaft, droht sich aufgrund der anhaltenden ethnischen Konflikte weiter zuzuspitzen. In einem eindringlichen Appell warnte die UNO-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos vor einer «besorgniserregenden Nahrungsunsicherheit» im Südsudan.

Finanzielle Mittel laufen nur schleppend ein

Die aktuelle Entwicklung habe das «Potenzial für eine Hungersnot, die schon bald eintreten könnte», sagte Amos vor Journalisten in New York. Bereits anderthalb Millionen Menschen hätten aufgrund der anhaltenden Konflikte ihre Häuser verlassen müssen, etwa 400'000 seien in Nachbarländer geflohen. Entsprechend drohe die Krise zum grenzüberschreitenden Problem zu werden.


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4:15 min, aus Glückskette aktuell vom 13.04.2014

Weiter rief Amos die Staatengemeinschaft auf, die dringend benötigten finanziellen Mittel bereitzustellen: «Wenn wir jetzt nichts unternehmen, werden wir eine grosse humanitäre Krise im Südsudan sehen.» So sei bisher nicht einmal die Hälfte der benötigten 1,8 Milliarden Dollar zur Linderung der Krise zusammengekommen.

UNO-Sicherheitsrat will handeln

Der UNO-Sicherheitsrat schloss sich Amos' Appell an und drückte seine «tiefe Besorgnis» über die sich verschlechternde Situation aus. Zudem diskutierte der Rat Sanktionen, ein Waffenembargo und die Anrufung des Internationalen Strafgerichtshofs.

Die ethnischen Konflikte, die hauptverantwortlich für die humanitäre Krise sind, waren im Dezember des Vorjahres ausgebrochen. Damals hatte Präsident Salva Kiir, ein ethnischer Dinka, den früheren Vize-Präsidenten Riek Machar, einen ethnischen Nuer, beschuldigt, ihn in einem Coup stürzen wollen.

Dem Vorwurf folgten monatelange Spannungen und Kämpfe zwischen den ethnischen Gruppen. Mehrere Waffenstillstandsvereinbarungen blieben ohne Erfolg.