UNO startet Untersuchung über Drohnen-Angriffe

Die Zahl der Drohnen-Einsätze in Konflikten hat sich in den vergangenen Jahren «exponentiell» erhöht. Dies sagt die UNO. Sie will nun klären, ob solche Einsätze gegen internationales Recht verstossen – im Fokus: zivile Opfer.

Unbemanntes Flugzeug der US-Luftwaffe

Bildlegende: UNO beklagt fehlende Transparenz – Drohne der US-Luftwaffe am Marinefliegerstützpunkt Corpus Christi, Texas. keystone/archiv

Hat es zuletzt Tötungen mit Drohnen gegeben, die mit internationalem Recht nicht vereinbar waren? Das wollen die Vereinten Nationen überprüfen. Der UNO-Sonderbeauftragte für den Schutz der Menschenrechte im Anti-Terror-Kampf, Ben Emmerson, hat eine Untersuchung zu zivilen Opfern von Drohnenangriffen eingeleitet.

Gemeinsam mit neun weiteren internationalen Experten werde er 25 Drohneneinsätze in Pakistan, Jemen, Somalia, Afghanistan und den Palästinensergebieten untersuchen, sagte Emmerson.

Die Zahl der Drohneneinsätze habe sich in den vergangenen Jahren «exponentiell» erhöht, so Emmerson weiter. Für das internationale Recht sei dies eine echte Herausforderung.

Kein bestimmter Staat im Visier

Die Vermutung, die Untersuchung richte sich gegen einzelne Länder, wie etwa die USA oder Israel, weist die UNO zurück.

Im vergangenen Sommer hatte Emmerson die USA aufgefordert, ihre Drohnenangriffe zu begründen und zu untersuchen. Andernfalls müsse die UNO tätig werden. Die USA setzen Drohnen unter anderem in Jemen, Pakistan und Afghanistan ein. In Afghanistan feuerten die Fluggeräte nach US-Angaben im letzten Jahr 506 Raketen ab. Im Jahr 2011 waren es lediglich 294 gewesen.