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International US-Debatte: Ist Foltern im Kampf gegen Terrorismus erlaubt?

Ab heute läuft Kathryn Bigelows umstrittener Film über die Jagd auf Bin Laden auch in der Schweiz. Die Folterszenen von «Zero Dark Thirty» sorgten in den USA für Gesprächsstoff.

Legende: Video «Jagd auf Osama Bin Laden verfilmt» abspielen. Laufzeit 5:39 Minuten.
Aus 10vor10 vom 31.01.2013.

Viel Feind, viel Ehr': Bigelow wird von der einen Seite vorgeworfen, mit ihrer Darstellung das «Water Boarding» zu legitimieren. Die andere Seite lobt den Film als «realistische» Darstellung.

Der Film nimmt ein brisantes Thema auf: In der Nacht zum 2. Mai 2011 wurde Osama Bin Laden, der Drahtzieher der Terroranschläge am 11. September 2001, von einem Trupp US-Navy Seals im pakistanischen Abbottabad erschossen. Das Actiondrama «Zero Dark Thirty» schildert im Detail die vorausgehende zehnjährige Jagd.

Mit ihrem dokumentarisch anmutenden Abriss dieser Geheimdienstaktivitäten, zu denen auch das berüchtigte «Water Boarding» zählt, sorgt Regisseurin Kathryn Bigelow für den Aufreger dieser Filmsaison. In den ersten 20 Minuten von «Zero dark thirty» wird das ganze Arsenal an Foltermethoden gegen mutmassliche Al Kaida-Terroristen gezeigt.

Michael Hayden, CIA-Chef unter George W. Bush, lobt den Film: «Der Film zeigt auf, dass es in der Realität oft keine klaren Antworten gibt».

Folter bei 9/11-Drahtzieher erfolglos

Ehemalige Insider und Kongressmitglieder aber kritisieren die angeblich faktentreue Darstellung von Kathryn Bigelow. Sie bestreiten, dass Foltermethoden geholfen hätten, Bin Laden zu finden. Der frühere FBI-Agent Ali Soufan hat Al-Kaida Verdächtige befragt ohne sie zu foltern. Er sagt, das sei die einzige erfolgsversprechende Methode.«Wir hatten es mit Personen zu tun, die bereit waren, für ihre Sache zu sterben», so Soufan zu «10vor10». «Waterboarding bedeutet nichts im Vergleich zur Folter, die sie in den Gefängnissen des mittleren Ostens erfahren». Soufan erinnert daran, dass Khalid Scheich Mohammed, der Drahtzieher von 9/11, 183 Mal mit Waterboarding gefoltert worden war. Heute wisse man, dass er die ganze Zeit über gelogen habe.

Strafverfahren gegen CIA-Chefs gefordert

Kritiker werfen dem Film ebenfalls vor, er stelle Folter als «nützlich und wirksam» dar. So sagt die Leiterin des Forschungszentrums für nationale Sicherheit an der

Fordham University in New York zu SRF: «Der Film und die Debatte darüber zeigen, dass die amerikanische Gesellschaft auch 12 Jahre nach 9/11 noch nicht begriffen hat, dass Folter illegal ist». Kathryn Bigelow würde Folter während 20 Minuten zeigen, weil sich das gut verkaufe, sagt Karen Greenberg. «Was diesem Film fehlt, ist die Aussage ‚Folter ist falsch’».

Greenberg glaubt, dass die USA ihre jüngste dunkle Vergangenheit erst aufarbeiten können, wenn die für Folter verantwortlichen CIA-Chefs strafrechtlich verfolgt würden. SRF-Korrespondentin Karin Bauer befragte amerikanische Filmzuschauer nach ihrem Urteil in dieser Frage. Nach Filmende ist der Tenor eindeutig: «Der Zweck, die Tötung von Bin Laden, heiligt die Mittel».

7 Kommentare

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  • Kommentar von A.S, CH
    Wenn man definieren kann was Terrorismus alles beinhaltet. Ab wann ist jemand Terrorist Geschäftsmann Freiheitskämpfer usw. Das wird schwierig werden den auch das ist ansichtssache des jeweiligen betrachters. Das währe ein Freibrief fürs Foltern und Morden. Aber was soll die Debatte es wird sowiso von allen Seiten praktiziert.
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    1. Antwort von S. Beerli, Zürich
      An A.S, CH: Nun Barack Obama hat sich diesen Freibrief schon beschafft und unterschrieben und diesmal geht's ans Volk der Amerikaner, siehe Patriot Act und NDAA.
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  • Kommentar von S. Beerli, Zürich
    Und der Kampf gegen den Terror ist ohnehin die grösste Lüge, da Al Queda von den USA gegründet, finanziert und noch immer in deren Dienste steht. Dasselbe gilt für die Taliban. Hilary Clinton gab das öffentlich zu. Der ganze Artikel ist hier nachzulesen: http://medien-luegen.blogspot.ch/2012/01/hillary-clinton-gesteht-al-kaida-wurde.html
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    1. Antwort von MIchel Koller, Emmenbrücke
      Was für eine lächerliche Behauptung. Wenn man solche angeblichen Beweise sichtet und sich richtig informiert, bemerkt man den Schwindel schnell. Nun ist es aber sinnlos mit Anhängern dieser Thesen zu diskutieren, denn alles was man sagt ist entweder gelogen oder Teil einer ominösen Verschwörung. Und zu dem Blog im Link... Lese dort häufig und finde es oftmals amüsant aber wieso sollte dort die Wahrheit stehen? Wirkt eher wie Gegenpropaganda. Da ist ein Muster erkennbar.
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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Es gibt andere Methoden statt Folter. Folter weckt u. a. die Rachesucht. Lebenslange Verwahrung inkl. Beschäftigungstherapie im Knast soll das geeignete Mittel sein
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