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Trump zu Besuch in Polen US-Präsident tritt der EU und Putin ans Schienbein

Trump bekennt sich zur Nato-Beistandspflicht und fädelt einen Waffendeal ein. Russland reagiert umgehend. Mit Kopfschütteln.

Legende: Video Trump bekennt sich in Polen zur Nato abspielen. Laufzeit 1:29 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 06.07.2017.

US-Präsident Donald Trump weiss, wie man Öl ins Feuer giesst. Einen Tag vor seinem Zusammentreffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin verspricht Trump seinen polnischen Gastgebern Raketenabwehrsysteme. Und er rügt abermals die EU für ihre dünne Bereitschaft, für die Sicherheit ihres Kontinents ausreichend zu bezahlen.

In diesen dunklen Tagen habt ihr Euer Land verloren, aber ihr habt nie Euren Stolz verloren.
Autor: Donald TrumpUS-Präsident

Mit diesem Auftritt sind ihm die Herzen vieler Polen gewiss. Seit der russischen Krim-Annexion und Putins Gebaren im Ukraine-Konflikt, fühlen sich viele im Land vom ehemaligen Bruderstaat wieder bedroht. Trump hat ihre Ängste ein bisschen zerstreut.

Die Punkte im Detail:

Trump sprach vor dem Denkmal für den Warschauer Aufstand gegen die Nationalsozialisten. «In diesen dunklen Tagen habt ihr Euer Land verloren, aber ihr habt nie Euren Stolz verloren», rief Trump den jubelnden Zuhörern auf dem Krasinski-Platz in Warschau zu.

Trump versäumte es auch nicht, sich noch einmal ausdrücklich zur Beistandspflicht der Nato zu bekennen. Diese Klausel verpflichtet beim Angriff auf ein Mitgliedland der Allianz alle Bündnispartner zum Beistand.

An die Adresse seines morgigen Gastgebers richtete Trump warnende Worte. Die USA arbeiteten mit Polen daran, dem «destabilisierenden Verhalten» Russlands zu begegnen. Russland habe versucht, die US-Wahl zu beeinflussen, wenn auch wohl nicht als einziger Staat. Die russische Reaktion folgte umgehend.

Der Kreml bestritt die Vorwürfe des US-Präsidenten und erklärte, man verstehe noch nicht, wie Trump die Beziehungen zu Russland gestalten wolle. Trump und Putin wollen sich an diesem Freitag am Rande des G20-Gipfels in Hamburg zu einem ersten Gespräch treffen.

Aber auch die EU bekam in Polen ihr Fett weg. Europa müsse mehr tun, sagte Trump. Europa müsse beweisen, «dass es an seine Zukunft glaubt, indem es sein Geld darin investiert, diese Zukunft zu schützen.»

Entsprechend lobte Trump den polnischen Verteidigungsminister Antoni Macierewicz für dessen Absicht, US-Raketen des Typs «Patriot» zu kaufen.

Trump will auch die Flüssiggaslieferungen aus den USA in die Länder Mittel- und Osteuropas ausbauen. Im Juni hatte Polen die erste Lieferung aus den USA enthalten. Damit soll der europäische Markt unabhängiger von Gaslieferungen aus Russland gemacht werden.

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24 Kommentare

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  • Kommentar von Ida Fischer (Ida Fiischer)
    Einen Artikel brachte The Sun am 6.10.2016 von Danny Collins Die Sichtweise zu Konflikten erklärt Mark Milley https://www.thesun.co.uk/news/1921458/us-army-chief-mark-milley-fires-terrifying-threat-to-russia-over-syria-and-warns-well-beat-you-any-where-any-time/
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  • Kommentar von paul schluga (P.S)
    Sein provokatives Verhalten ist geplant. Der Mann ist ja nicht dumm. 1.) Er kommt nach Europa um den Polen Waffen zu verkaufen--> Aufträge für Waffenproduktionen in den USA-->kurbelt Wirtschaft an -->zugleich Territoriumgewinn an der Grenze Russlands bzw. mehr Natoeinflussund-->stachelt den Russlandkonflikt an 2.) "Europa müsse Geld für die Zukunft investieren" Tja, sehr schlau, aber nicht schlau genug:Versuch Europäern Waffen anzudrehen, die von der Terror und Flüchtlingskrise gebeutelt sind.
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  • Kommentar von Hans Bernoulli (H.Bernoulli)
    "Russland habe versucht, die US-Wahl zu beeinflussen, " Bizzar, wenn Trump jetzt das Narrativ derjenigen Presse übernimmt, die er der Lügen bezichtigt... Bei Trump weiss kaum jemand, woran man ist: was ist show, taktische Irreführung, ernst gemeint, eine launische Aussage ohne Bedeutung, Beugung gegenüber dem Deep State usw. Mal sehen und Bilanz ziehen am Ende des G20-Gipfels...
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