US-Spion in Berlin zur Persona non grata erklärt

Deutschland zieht die Konsequenzen aus der neusten US-Spionageaffäre: Die Regierung fordert den obersten Geheimdienstler der Nachrichtendienste der US-Botschaft in Berlin auf, das Land zu verlassen.

US-Botschaft in Berlin mit Flagge. Im Hintergrund ist der Reichstag erkennbar.

Bildlegende: Die Affäre um einen weiteren US-Spitzel im deutschen Verteidigungsministerium sorgt für rote Köpfe in Berlin. Keystone

Neue Runde in der jüngsten Spionageaffäre in Berlin: Deutschland weist den obersten Geheimdienstler der US-Nachrichtendienste an der amerikanischen Botschaft in Berlin aus. Dies bestätigte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin. «Der Repräsentant der US-Nachrichtendienste an der Botschaft der Vereinigten Staaten von Amerika wurde aufgefordert, Deutschland zu verlassen.»

Bundesanwaltschaft ermittelt

Zuvor hatte der Vorsitzende des Bundestagsgremiums zur Kontrolle der Geheimdienste, Clemens Binninger, mitgeteilt, dass als Konsequenz aus der US-Spionageaffäre der Repräsentant der amerikanischen Geheimdienste in Berlin ausgewiesen werde.

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Weiterer US-Spion in Deutschland?

1:13 min, aus Tagesschau vom 9.7.2014

Am Mittwoch war bekanntgeworden, dass die Bundesanwaltschaft gegen einen mutmasslichen Spitzel im deutschen Verteidigungsministerium ermittelt. Er soll US-Geheimdienstler mit Informationen versorgt haben.

Bereits seit einer Woche sitzt ein Mitarbeiter des deutschen Auslandsgeheimdienstes BND in U-Haft. Er soll ebenfalls geheime Informationen an US-Geheimdienstler geliefert haben. Die US-Regierung schweigt bisher zu den Vorwürfen.