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US-Wahlen Clintons E-Mail-Affäre: FBI will neue Untersuchung

Das FBI hat weitere Nachforschungen zur E-Mail-Affäre der demokratischen Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton angekündigt. Offenbar sind weitere E-Mails aufgetaucht, die vertrauliche Inhalte enthalten könnten. Kontrahent Donald Trump spricht vom «grössten politischen Skandal seit Watergate.»

Legende: Video «Clintons Reaktion: «Raus damit!»» abspielen. Laufzeit 0:17 Minuten.
Vom 29.10.2016.

Eine mögliche Neuaufnahme der Ermittlungen gegen Hillary Clinton könnte Einfluss auf den Wahlkampf und das Ergebnis am 8. November haben. In dem Brief von FBI-Chef James Comey an mehrere Kongressabgeordnete heisst es, es seien im Zuge einer anderen Ermittlung weitere E-Mails aufgetaucht.

Es sei aber nicht klar, ob diese signifikante Neuigkeiten enthielten. Es werde nun geprüft, ob diese Mails für Clintons Fall eine massgebliche Rolle spielen. Wie lange das dauern könne, sei unklar, so Comey, der bis vor kurzem Mitglied der republikanischen Partei war.

Clinton will möglichst rasch Klarheit

Clinton hatte in ihrer Zeit als Aussenministerin auch über einen privaten, nicht gesicherten Server Mails verschickt. Dies kann strafbar sein. Das FBI hatte seine Ermittlungen im Juli abgeschlossen und empfohlen, keine Anklage gegen sie zu erheben.

Sie sei sehr zuversichtlich, dass in den E-Mails nichts gefunden werden könne, dass die Empfehlung des FBI ändern würde, sagte Clinton nach einer Kundgebung in Iowa. Die Bundespolizei solle alle Informationen veröffentlichen, die es hat, sagte die US-Präsidentschaftskandidatin, und forderte das FBI dazu auf, Klarheit in der neu aufgeflammten E-Mail-Affäre zu schaffen. «Raus damit!», sagte Clinton.

Mails von Anthony Weiners ?

Nach Berichten mehrerer US-Medien, darunter die «New York Times», stammen die E-Mails nicht von Clinton selbst. Sie seien aufgetaucht, als das FBI Vorwürfe gegen den früheren Abgeordneten Anthony Weiner geprüft habe, berichtete der Sender Fox News. Die New York Times schrieb, die E-Mails seien entdeckt worden, nachdem die Behörden Geräte von Weiner und seiner Frau Huma Abedin beschlagnahmt hatte.

Weiner wird vorgeworfen, SMS mit anzüglichen Inhalten unter anderem mit Minderjährigen ausgetauscht zu haben. Huma Abedin ist eine enge Vertraute der US-Präsidentschaftskandidatin: Aktuell ist sie Vizechefin des Wahlkampfteams, früher war sie Clintons Spitzenberaterin im Aussenamt. Im August hat sich Abedin von Weiner getrennt.

Einschätzung von SRF-Korrespondent Beat Soltermann

«Die neueste Wendung in der E-Mail-Affäre kommt für Hillary Clinton im dümmsten Moment. Laut Umfragen hat Donald Trump in den letzten Tagen auch so schon leicht Terrain gut gemacht. Clinton hat zwar immer noch deutlich die Nase vorn, aber ihr Vorsprung könnte nun weiter schmelzen. Die Entscheidung, wer ins Weisse Haus zieht, fällt am 8. November.»

40 Kommentare

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  • Kommentar von Thomas Dolder (DOL)
    TS 29.10.16 Herr Dueggeli aus Washington hat von zwei schlechten Kanditaten geredet. Da muss er 1 mit 2 verwechselt haben. Die USA braucht keine korrupte Politikerin, sondern einen Businessman als Praesidenten, der sich um die kapitalistische Wirtschaft kuemmert, welche vom gegenwaertigen Modell stark ramponiert worden ist.
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  • Kommentar von Daniele Röthenmund (gerard.d@windowslive.com)
    Was Europas Glück war, ist der Irrsinn der Amerikaner. So wie Sie uns halfen uns von Hitler zu befreien, So Grössenwahnsinnig wurden Sie, ein Kriegsverbrechen folgte dem nächsten. Und wir? Der Meinung den Amerikanern ewig Dank zu Schulden, Schauten stillschweigend Weg, wenn Sie wieder eine Demokratisch gewählte Regierung stürzten und deren Präsidenten ermordeten, nur weil der Ihnen nicht genehm war. Verbrecher wir Truman, Johnson Nixon, Kissinger, Ford, Busch oder Cheney werden gefeiert!
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  • Kommentar von Werner Feuerle (feu)
    Die Situation in diesem Wahlkampf ist nun mal so, dass es eine Wahl zwischen zwei Personen ist, eben nur zwischen diesen zwei. Da geht es darum, noch zu retten, was zu retten ist. Dass Trump als Rassist, Weiberheld, Narzisst und Typ mit psychopathischen Knacksen niemals US-Präsident werden darf, ist klar. Also kann man nur Clinton wählen. Und zu den Kriegen: Diese wurden in den letzten Jahrzehnten immer von Republikanern ausgelöst, teils unter lügnerischen Voraussetzungen (Bush).
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