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Aussenpolitik Washingtons USA drohen Nordkorea

Legende: Video US-Flugzeugträger fährt Richtung Korea abspielen. Laufzeit 1:34 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 10.04.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein US-Luftschlag wie gegen Syrien schliesst Washington in der Zukunft auch mit Blick auf Nordkorea nicht aus.
  • «In Bezug auf Nordkorea sind wir sehr klar, dass unser Ziel eine denuklearisierte koreanische Halbinsel ist», betont US-Aussenminister Tillerson.
  • Die deutsche Verteidigungsministerin von der Leyen bezeichnet den US-Schlag gegen Syrien auch als deutliches Signal an China und Nordkorea. Denn in Pjöngjang sitze ein noch gefährlicherer Diktator, der auch über Atomwaffen verfüge.

Der jüngste Luftschlag gegen das syrische Militär ist nach den Worten von US-Aussenminister Rex Tillerson auch eine Warnung an andere Länder wie Nordkorea.

Eine amerikanische Antwort sei wahrscheinlich, wenn von anderen Staaten eine Gefahr ausgehe, sagte Tillerson dem Sender ABC. «In Bezug auf Nordkorea sind wir sehr klar, dass unser Ziel eine denuklearisierte koreanische Halbinsel ist.»

Prüfung von Optionen in Kürze

Dem Sender CBS sagte Tillerson, Chinas Präsident Xi Jinping verstehe und stimme zu, dass sich die Situation mit Nordkorea verschärft habe. Der Sicherheitsberater der US-Regierung, H.R. McMaster, ergänzte, Präsident Donald Trump werde schon bald die Optionen prüfen, um die von nordkoreanischen Raketen ausgehende Gefahr zu bannen.

Das international isolierte Land provoziert immer wieder mit Raketen- und Atomtests. Von dem Streben nach Atomwaffen fühlen sich vor allem Südkorea und Japan bedroht. Die USA wollen, dass China seinen Einfluss auf das ebenfalls kommunistische Nordkorea nutzt und den dortigen Machthaber Kim Jong Un zügelt.

Nordkorea kritisiert Schlag gegen Syrien

Nordkorea kritisierte am Sonntag den US-Militärschlag vom Freitag gegen einen Luftwaffenstützpunkt in Syrien und kündigte an, seine militärischen Fähigkeiten zu erweitern. Der Angriff habe gezeigt, dass der Ausbau der eigenen «Atomstreitmacht» gerechtfertigt sei, wurde ein Sprecher des Aussenministeriums von den Staatsmedien zitiert.

Es gebe Stimmen, die den US-Angriff in Syrien auch als Warnung an Nordkorea bezeichnet hätten, hiess es in Pjöngjang. Man habe aber keine Angst «vor solch einer Bedrohung».

Unterstützung für Trump aus Berlin

Mit Blick auf Nordkorea und Syrien erhalten die USA auch Unterstützung aus Berlin. Die deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen bezeichnete den US-Luftangriff in Syrien auch als deutliches Signal an China.

Es sei kein Zufall gewesen, dass US-Präsident Donald Trump den Luftangriff am Abend des Besuchs von Chinas Präsident Xi Jinping in den USA angeordnet habe, sagte die CDU-Politikerin in der ARD-Sendung «Anne Will». Denn in Nordkorea sitze ein noch gefährlicherer Diktator, der auch über Atomwaffen verfüge.

Trump habe seinen chinesischen Gast damit an dessen Verantwortung erinnert. Denn China sei das einzige Land, «das diesen Diktator in Nordkorea politisch bändigen kann», so von der Leyen.

«Akribisch» geführter Angriff der USA

Deutlicher als zuvor stellte sich von der Leyen hinter den Militärschlag gegen Syriens Präsidenten Baschar al-Assad. «Ich finde es nach wie vor richtig, dass ihm da auch sehr klar ein Warnschuss gegeben wurde», sagte sie.

Die Amerikaner hätten bewusst eine isolierte Luftwaffenbasis in einem Gebiet ohne Anwohner ausgesucht und «akribisch» darauf geachtet, dass keine russischen Soldaten zu Schaden kommen.

«Syrien ist enorm teuer für Putin»

Zugleich sieht von der Leyen Chancen für neue politische Syrien-Gespräche. Für Russlands Präsident Wladimir Putin werde der Syrienkrieg zu einer zunehmenden Belastung. «Syrien ist enorm teuer für ihn.»

Sie forderte rasch neue Syrien-Gespräche in Genf. Die Europäer müssten hier aktiver werden. Die Verteidigungsministerin schloss aus, dass Deutschland sich an weiteren US-Militärschlägen beteiligen könnte. «Das wird nicht erfolgen», sagte sie.

20 Kommentare

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  • Kommentar von James Klausner (Harder11)
    Das älteste politische Manöver der Welt. Läuft es innenpolitisch nicht so gut, dann lass es auf der Aussenbühne scheppern und krachen...
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  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Was mir Sorge bereitet ist der Umstand -was die USA unternimmt, wenn sie einmal alle sogen. Bösen und Schurkenstaaten ausgerottet haben ? Suchen sie dann neue Staaten die sie zu Schurkenstaaten erklären ? Mir scheint, die EX -Europäer die vor 250 Jahren die Indianer ausgerottet haben, waren die grössten Völkermörder - die Gene dieser sind von der Evolution noch nicht ganz umgepolt wie man sehen kann . Denn nur diese Gene streben zur Macht -die Anständigen kommen zu selten an diese Positionen .
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    1. Antwort von Beat Reuteler (br)
      Niemand hat die Absicht Völker auszurotten.
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  • Kommentar von Charles Grossrieder (View)
    China sieht Sued Korea nur dank der US Präsenz als gefaehrilch und hat meines Wissen ansonst gute Relationen mit dem Sueden und regen Touristen Austausch. Sollten sich die Amis militaerisch aus dem Sueden zurückziehen, koennte ich mir vorstellen, dass die Chinesen bereit waeren zusammen mit den Amis UN etc das Problem Nord Korea zu loesen und ein neutrales Korea aufzubauen. China ist keine Angriffsmacht; eher interessiert an guten bilateralen Beziehungen mit ihre Nachbarn.
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    1. Antwort von m. mitulla (m.mitulla)
      Tatsächlich wäre ein Neutralitätsstatus ein Segen für jedes Land - Frieden für Austausch und Handel mit ALLEN. Aber daran sind die USA nicht interessiert. Sie wollen ihre strategisch wichtigen Basen behalten, in diesem Falle Südkorea. Zudem verfügt Nordkorea über lukrative Bodenschätze: Der Gesamtwert der Mineralien in Korea wird als 7-10 Billionen US-$ geschätzt: Magnesit, Wolfram, Graphit, Gold, Molybdän.
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    2. Antwort von Beat Reuteler (br)
      An einer Neutralität in diesem Sinn ist vor allem Nordkorea, respektive das dortige Regime, nicht interessiert. Würde es doch einen fast totalen Machtverlust bedeuten. Die Chinesen haben überhaupt kein Interesse "zusammen mit den Amis" irgend etwas in Nordkorea zu tun, denn sonst müssten sie ja begrüssen dass die USA im Süden präsent sind. Ihre phantasievollen Ideen in Ehren aber zusammenstimmen tut da überhaupt nichts.
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