Abe bei Trump USA-Japan: Eine asymmetrische Beziehung

Beim Besuch bei US-Präsident Trump steht für Japans Ministerpräsident Shinzo Abe viel auf dem Spiel. Japan, die drittgrösste Volkswirtschaft der Welt, ist wirtschaftlich und sicherheitspolitisch eng mit den USA verbunden. Eine Geschichte in Bildern.

Politik auf dem Golfplatz

Shinzo Abe trifft Donald Trump heute im Weissen Haus in Washington. Morgen Samstag werden die beiden Regierungschefs in Florida zusammen Golf spielen. Während der US-Präsident von einem «Plausch» spricht, scheint Japans Ministerpräsident dem Treffen mehr Gewicht beizumessen. Er reist nach Angaben in der japanischen Presse mit Investionszusagen im Wert von 450 Millarden Dollar in die USA.

Japans Ministerpräsident Shinzo ABe und US-Präsident Donald Trump in Golfkleidung.

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Japans Wirtschaft hat Angst vor Trump

Trump und seine Regierung werfen Japan vor, es halte den Wert des Yen künstlich tief, um seiner Exportwirtschaft Vorteile zu verschaffen. Der US-Präsident griff zudem den Autobauer Toyota an, eines der Vorzeigeunternehmen Japans, wegen seiner Investitionen in Mexiko an. Der Autokonzern hatte Anfang Jahr den Bau einer Fabrik in Mexiko angekündigt. Als Reaktioin auf Trumps Kritik erklärte Toyota, man wolle in den kommenden Jahren fünd bis zehn Milliarden Dollar in den USA investieren.

Zwei Geschäftsleute gehen nach Trumps Amtseinsetzung an einem Bildschirm mit fallenden Börsenkursen vorbei.

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Gemeinsam gegen China, uneins bei TPP

Für Abe ist das transpazifische Freihandelsabkommen TPP ein Pfeiler seiner Wirtschaftspolitik. Er erhofft sich davon einen Wachstumsschub. Japan sieht TPP auch als ein Gegengewicht zu China, das bei dem Vertrag nicht dabei ist. Trump schimpft zwar immer wieder über die chinesische Handelspolitik, findet den von seinem Vorgänger Obama ausgehandelten TPP-Vertrag aber unfair und will ihn deshalb kündigen.

Die Staats- und Regierungschefs der TPP an einem Gipfel.

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Die militärische Abhängigkeit Japans von den USA

Japan gibt nur rund ein Prozent seines Bruttoinlandprodukts für sein Militär aus. Zu wenig, fand Donald Trump. Japan profitiere bei der Sicherheit zu sehr von den USA. Er forderte, Japan müsse mehr tun für seine eigene Verteidigung. US-Verteidigungsminister Jim Mattis beruhigte letzte Woche die Japaner auf seiner ersten Auslandreise als Chef des Pentagons. Er sagte, die USA seien auch weiterhin dem Vertrag über gegenseitige Kooperation und Sicherheit verpflichtet.

Japanische und US-amerikanische Kriegsschiffe vor der Pazifikinsel Okinawa.

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Verbunden im historischen Schrecken

Japan und die USA sind durch für beide Nationen traumatische Ereignisse im 20. Jahrhundert miteinander verbunden. Japan hat mit seinem Angriff auf die amerikanische Militärbasis Pearl Harbour die USA in den zweiten Weltkrieg hineingezogen. Die USA haben in Japan mit den Atombombenangriffen auf Hiroshima und Nagasaki immenses Leid verursacht. Bis im April 1952 hielten die USA Japan besetzt. Bis heute sind über 50'000 US-Militärs in Japan stationiert.

Alliierter Soldat betrachtet die Trümmerlandschaft in Hiroshima 1945.

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