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International USA stoppen Irans UNO-Botschafter

Er soll 1979 als Student an der Geiselnahme von US-Diplomaten in Teheran beteiligt gewesen sein. Irans neuer Botschafter bei den Vereinten Nationen ist deshalb in den Vereinigten Staaten unerwünscht. US-Präsident Obama hat jetzt ein spezielles Gesetz gegen Irans Emissär unterzeichnet.

Abutalebi redet
Legende: Gilt in den USA als unerwünschte Person: Irans designierter UNO-Botschafter Abutalebi. Keystone

Washington wirft Hamid Abutalebi vor, er sei 1979 unter den Studenten gewesen, die die US-Botschaft in Teheran stürmten und rund 50 Amerikaner über ein Jahr als Geisel hielten.

Kein Visum für Diplomaten

Das Gesetz besagt, dass jedem Vertreter bei den UNO die Einreise untersagt werden kann, wenn der Präsident entschieden habe, dass der Betreffende «an Terrorakten gegen die USA oder deren Verbündete beteiligt war und eine Bedrohung für die nationalen US-Sicherheitsinteressen darstellen könnte». Der Kongress hatte das Gesetz in der vergangenen Woche mit Blick auf Abutalebi verabschiedet und das Weisse Haus bereits klargemacht, dass es kein Visum für den UNO-Botschafter geben werde.

Offensichtlich wegen verfassungsrechtlichen Bedenken teilte Obama in einer Stellungnahme parallel zur Unterzeichnung mit, dass er das Gesetz als «Ratgeber» betrachten werde - aus Besorgnis, dass es mit seiner Freiheit der Entscheidung über die Zulassung von Botschaftern kollidieren könnte.

Geiselnahme dauerte 444 Tage

Radikale Studenten hatten im November 1979 die US-Vertretung in Teheran gestürmt. Die Besatzer hielten damals 52 US-Botschaftsmitarbeiter 444 Tage lang gefangen. Die Geiselnahme führte zum Abbruch der diplomatischen Beiziehungen zwischen den USA und dem Uran.

Abutalebi bestreitet, an der Geiselnahme beteiligt gewesen zu sein. Nach seiner Darstellung diente er den Studenten lediglich als Übersetzer. Abutalebi, der bereits als Diplomat in Australien, Italien und Belgien diente, steht den iranischen Reformern um den als gemässigt geltenden Präsidenten Hassan Ruhani nahe.

Seit der Wahl Ruhanis im vergangenen Sommer hatte sich das Verhältnis zwischen Washington und Teheran leicht entspannt. Auch die internationalen Gespräche zur Beilegung des Streits um das iranische Atomprogramm nahmen wieder an Fahrt auf.

6 Kommentare

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  • Kommentar von Eddy Dreier, Burgdorf
    Wo von hat die USA Angst? Glauben sie, der UNO-Botschafter stürmt das weisse Haus?
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    1. Antwort von A. Stahel, 8000 Zürich
      Es geht nicht um Angst, es geht nur darum Macht zu zeigen. Ausserdem laufen die Verhandlungen mit dem Iran offenbar gut, der Iran spielt mit. Das war nie so geplant und die Gefahr wird immer grösser, dass man einen "Feind" aufgeben müsste. Also platziert man da und dort mal wieder einige Nadelstiche und Provokationen, in der Hoffnung, es gebe eine verwertbare Reaktion aus Teheran.
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    2. Antwort von Eddy Dreier, Burgdorf
      Die Amis haben sehr viel Angst. Lesen Sie mal ein Psychologiebuch. Die Amis sind stark verunsichert und sie fürchten sich ebenso. Sie fürchten, an Boden zu verlieren. Sie fürchten, angegriffen zu werden. Sie fürchten, jemand könnte mächtiger sein. Sie fürchten iranische Atombomben. Die Furcht ist, was sie antreibt. Nicht die Freiheit. Wenn es um Freiheit ginge, dann würden sie sich am Strand einen schönen Tag machen und ihre Lieblingsmusik hören...
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    3. Antwort von A. Stahel, 8000 Zürich
      Angst diesbezüglich hat vor allem die Bevölkerung, der ständig eingebleut wird, dass der Existenzzweck jedes nicht-Amerikaners darin besteht, auf eine Gelegenheit zu warten, um die USA zu attackieren. Und eingebleut wird es ihnen von denjenigen Leuten, die sowas wie das hier veranstalten und mit eben solchen Aktionen. Diesen Leuten geht es aber einzig um Machtansprüche.
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  • Kommentar von F.Riedo, Bern
    Wieder einmal müssen die USA ÖL ins Feuer giessen. Warum schüren die USA auf der ganzen Welt Unfrieden und Krieg? Über US Kriegsverbrecher und Verbrechen wird geschwiegen, aber einem UNO-Diplomaten welcher vielleicht bei einer Festsetzung von US-Diplomaten dabei gewesen sein könnte, wird die Einreise untersagt. Warum suchen die USA nicht endlich einmal einen Konsens und Frieden ohne Weltmacht und Weltpolizei zu spielen. Wer im selbst im Glashaus sitzt sollte nicht mit Steinen werfen.
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    1. Antwort von Christina Bernegg, Horw
      Vor einiger Zeit habe ich das folgende schon einmal erwähnt,aber es wird immer zutreffender.Die Amis scheren sich einen Dreck um andere Länder,sie treten die Tür ein,machen sich breit,saugen alles aus,bis nichts mehr zu holen ist.Es gibt kein Land das so rücksichtslos ist wie die USA.Sie kennen keine Moral und keine Grenzen.Das ist einfach krank!!
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