Venezuela unter Präsident Hugo Chávez

Der linksgerichtete Politiker Hugo Chávez führte Venezuela 14 Jahre lang. Seine Amtszeit im Überblick:

Februar 1992 – Der noch unbekannte Oberstleutnant Hugo Chávez führt einen Putschversuch gegen Präsident Carlos Andrés Pérez an. Er scheitert und kommt für zwei Jahre ins Gefängnis.

Chávez von der Seite.

Bildlegende: Hugo Chávez erlag 58jährig seinem Krebsleiden. Reuters

Dezember 1998 – Chávez gewinnt die Präsidentenwahl mit deutlicher Mehrheit. Im Februar 1999 übernimmt er mit 44 Jahren als bisher jüngster Präsident das Amt des Staatschefs.

Juli 2000 – Chávez wird als Staatspräsident mit absoluter Mehrheit bestätigt. Die Neuwahl war nach dem Inkrafttreten der neuen «Bolivarischen Verfassung» notwendig geworden.

April 2002 – Chávez wird nach blutigen Massenprotesten durch einen Putsch, der von einer militärisch-bürgerlichen Bewegung angeführt wird, gestürzt. Nur zwei Tage später erobert er die Macht zurück.

Februar 2003 – Ein im Dezember 2002 begonnener Generalstreik wird nach 63 Tagen von der Oppositionsbewegung beendet, ohne den Rücktritt von Chávez erreicht zu haben.

August 2004 – Internationale Wahlbeobachter bestätigen den Sieg des Präsidenten bei einer Volksabstimmung über seinen Verbleib im Amt.

Dezember 2005 – Bei der von den wichtigsten Oppositionsparteien boykottierten Parlamentswahl gewinnt die Regierungskoalition alle 167 Sitze in der Nationalversammlung.

April 2006 – Kuba, Bolivien und Venezuela unterzeichnen in Havanna ein Handelsabkommen, mit dem sie ihre Gegnerschaft zu den USA verstärken. Die «Bolivarische Alternative für Amerika» (Alba) war von Chávez und dem kubanischen Präsidenten Fidel Castro geschaffen worden, um vor allem das US-Projekt einer Freihandelszone für den gesamten Kontinent auszuhebeln.

Dezember 2006 – Chávez wird für eine weitere sechsjährige Amtszeit gewählt. Kritiker werfen ihm einen diktaturähnlichen Regierungsstil vor.

Januar 2007 – Chávez will Strom und Telekommunikation seines Landes verstaatlichen, weil es sich um strategische Bereiche handle. Er erhält vom Parlament Sondervollmachten und wird so zum unumschränkten Gesetzgeber in nahezu allen Bereichen. Im Dezember scheitert er bei einem Referendum mit dem Versuch, den Sozialismus in der Verfassung zu verankern und sich sein Amt auf Lebenszeit zu sichern.

Mai 2007 – Per Dekret werden die Ölfelder im Orinoco-Streifen, wo die grössten Reserven der Welt vermutet werden, verstaatlicht. Im Februar 2010 sichert Venezuela ausländischen Öl-Multis die volle Rechtssicherheit bei anstehenden Milliardeninvestitionen zu.

Mai 2008 – Chávez verstaatlicht den wichtigsten Stahlproduzenten des Landes, Ternium Sidor.

Februar 2009 – Bei einem Referendum stimmt die Mehrheit für eine Verfassungsänderung, wodurch alle gewählten Amtsinhaber beliebig oft zur Wiederwahl antreten dürfen.

November 2009 – Chávez und Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad bekräftigen in Caracas ihre «strategische Allianz».

Dezember 2009 – Kuba und Venezuela vereinbaren in Havanna Projekte im Umfang von umgerechnet mehr als 2,1 Milliarden Euro.

April 2010 – Russland und Venezuela bauen ihre Partnerschaft aus. Russlands Regierungschef Wladimir Putin bringt eine erste Lieferung von Mi-17-Militär-Helikoptern mit. Venezuela hatte im September 2009 in Russland Panzer und Abwehrraketen gekauft und dafür von Moskau einen Kredit in Milliardenhöhe erhalten.

September 2010 – Chávez erhält bei der Parlamentswahl einen Dämpfer. Die Sozialistische Einheitspartei Venezuelas (PSUV) geht zwar als Sieger hervor, die Zwei-Drittel-Mehrheit verpasst sie aber.

Oktober 2012 – Chávez setzt sich in der Präsidentenwahl mit gut 55 Prozent der Stimmen durch.

Dezember 2012 – Der an Krebs erkrankte Staatspräsident wird am 11. Dezember zum vierten Mal innerhalb von eineinhalb Jahren in Kuba operiert. Im Juni 2011 war bei ihm ein Krebsgeschwür in der Beckengegend gefunden worden.

Januar 2013 – Die am 10. Januar geplante Vereidigung Chávez' für die neue, bis 2019 dauernde Amtszeit wird wegen seines labilen Gesundheitszustandes verschoben. Das Oberste Gericht entscheidet, dass seine Regierung auch ohne Vereidigung im Amt bleiben kann.

Februar 2013 – Am 18. Februar kehrt Chávez nach mehr als zwei Monaten in Kuba nach Venezuela zurück. Er wird in das Militärspital Dr. Carlos Arvelo gebracht.

März 2013 – Am 1. März bestätigt Vize-Präsident Nicolás Maduro, dass Chávez erneut mit Chemotherapie behandelt wird. Am 4. März berichtet Informationsminister Erneste Villegas von einen «neuen schweren (Atemwegs-) Infektion» infolge des geschwächten Immunsystems. Hugo Chávez stirbt am Dienstag im Alter von 58 Jahren.