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International Venezuelas Sozialismusmodell ist gescheitert

Das ölreiche Venezuela greift wegen seiner Versorgungsenpässe zu drastischen Mitteln: Es führt das elektronische Rationierungsbüchlein ein. Künftig dürfen bestimmte Produkte des täglichen Bedarfs nur noch einmal pro Woche gekauft werden.

Menschen warten auf Stühlen in einem Spital, bis sie behandelt werden.
Legende: Auch im Gesundheitswesen Venezuelas herrscht Notstand – viele Medikamente fehlen. Keystone

An den Kassen der Läden und Supermärkte werden bis Ende des Jahres Fingerabdruck-Lesegeräte installiert. Damit wird registriert, wer was und wie viel einkauft. Das Ministerium für Ernährung will eine Liste mit Produkten vorlegen, die in Zukunft nur noch einmal pro Woche gekauft werden dürfen. Damit ist das Kontrollsystem in Wirklichkeit ein Rationierungsmechanismus.

Staat gibt mehr aus, als er mit Erdöl einnimmt

Die Versorgungslage in Venezuela ist prekär. Nicht nur, dass Öl, Milch oder Mehl in den Auslagen fehlen. Auch in den Apotheken sind die Regale leer. Und in den Krankenhäusern fehlt es an Verbandsmaterial bis hin zu Krebsmedikamenten. Die Regierung von Präsident Nicolás Maduro macht den Schmuggel von staatlich subventionierten Produkten nach Kolumbien für die Lücken verantwortlich.

Schmuggel gibt es tatsächlich. Nur ist er keine ausreichende Erklärung für die Güterknappheit. Hugo Chávez und sein Nachfolger Maduro haben Venezuela komplett heruntergewirtschaftet. Lebensmittel und vieles andere werden aus dem Ausland importiert. Und dafür stellt der Staat immer weniger Devisen bereit. Sie gehen zur Neige, weil die Regierung mehr Geld ausgibt als sie mit dem Erdöl einnimmt.

20 Milliarden Dollar verschwunden

Der ehemalige Planungsminister hat darauf hingewiesen, dass innerhalb eines Jahres 20 Milliarden Dollar verschwunden sind. Es handelte sich um Devisen, die der Staat zu Vorzugswechselkursen für Nahrungsmittelimporte freigegeben hatte und die offensichtlich veruntreut worden sind.

Ebenfalls Milliarden hat Venezuela in die Enteignung von Landbesitz und den Aufbau einer Lebensmittelproduktion nach sozialistischen Kriterien gesteckt. Heute ist klar, dass dieser Versuch komplett fehlgeschlagen ist. Staatliche Molkereien, Viehzuchtbetriebe oder Zuckerfabriken produzieren praktisch nichts.

Mega-Inflation

Neben vielen anderen Faktoren sind die Preisvorschriften und die Jahresinflation von über 60 Prozent verantwortlich für den Misserfolg. Am Beispiel Milch lässt sich das einfach erklären: Sie ist zurzeit fast nur noch auf dem Schwarzmarkt erhältlich. Der staatlich festgelegte Verkaufspreis für Milch wird trotz der rasenden Inflation nicht erhöht, um die Konsumenten zu schonen. Doch das, was der Liter Milch heute kostet, deckt inzwischen nicht einmal mehr die Produktionskosten. Ergebnis: Das Produkt verschwindet vom Markt.

Präsident Maduro hat der Misere jetzt den Krieg erklärt. In Vorbereitung sind eine neue Abwertung und viel höhere Benzinpreise. Entspannung bei den Lebensmittelimporten tritt damit keine ein. Dafür droht Ärger mit den Bürgern.

23 Kommentare

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  • Kommentar von marco meier, aarau
    Ach Hr Girschweiler, was hätte ein Mahatma Gandhi, Nelson Mandela oder andere mit einer Denkweise wie der ihrigen erreicht? Wenn alle Menschen so denken würden, dann gäbe es tatsächlich keine Veränderungen auf der Welt...
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    1. Antwort von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
      @M. Meier: Was hat M. Gandhi erreicht? Die Unabhängigkeit Indiens von GB und gleichzeitig die Abspaltung von Pakistan mit mehreren Kriegen in Folge. Was hat der Slumbewohner od. rechtlose Bauer heute davon? N. Mandela - die Apartheid wurde abgeschaft. Seine Nachfolger einer korrupter als der andere. Den Leuten geht es ein wenig besser, werden aber auch sofort diejenigen sein, denen die Butter vom Brot genommen wird, wenn es wirtschaftlich harzt. Vom sicheren Bord lässt sich ruhig raten: W. Tell
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    2. Antwort von marco meier, aarau
      H.Girschweiler: Was hat der Slumbewohner vom Kapitalismus?? Und ja Korruption ist ein Thema in SA.War es das vor Mandela etwa nicht? Dafür gibt es heute Wahlrecht, Versammlungsrecht und eine sxhwarze Mittelschicht. Man möchte meinen, Sie wünschen sich die alten Zeiten zurück...
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    3. Antwort von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
      @M. Meier: "Das Fressen kommt vor der Moral" - gilt für alle Schichten, aber sehr stark auch für die Slumbewohner in den Entwicklungsländer. Sie haben Illusionen, ich nicht mehr. Habe jahrelang auf der ganzen Welt gelebt und gearbeitet und kenne viele Oertlichkeiten sehr genau.
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  • Kommentar von marco meier, aarau
    Allgemein sehr gut die Beiträge von Hr. Bernoulli zu dem Thema...
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  • Kommentar von marco meier, aarau
    Hr. Girschweiler, dass was Hr. Bernoulli gesagt wäre doch sehr wohl ein Versuch wert nicht? Gestzt der Fall es würde nicht funktionieren, hätte man zumindest neue Erfahrung, die wieder in den Lösungsfindungsprozess einfliessen können. Und es gibt in der Schweiz sehr wohl Bestrebungen in diese Richtung. Zum Beispiel die Vollgeldinitiative... Aber eben man muss halt auch wollen... Zu lamentieren es gäbe keine Alternativen zum Kap und nichts versuchen ist auch keine Meisterleistung...
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    1. Antwort von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
      @M. Meier: Wer soll es den versuchen? Wir mit der schwindenden Weltgeltung von Europa in der Welt? Die Krise in der UKR werden die Gewichte von der EU/USA weiter gegen die BRICS-Staaten verschieben u. dazu nützt unser ganze Wille äusserst wenig.
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