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Das falsche «Herz von Texas»
Aus Echo der Zeit vom 22.10.2017.
abspielen. Laufzeit 05:02 Minuten.
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Verbotene Politwerbung Russland wollte mehr als nur die US-Präsidentenwahl beeinflussen

«Heart of Texas»: Das tönt nach Country-Musik und Cowboy-Romantik und tatsächlich wurden auf dem entsprechenden Facebook-Account gern solche Klischees bedient, sagt der Journalist Casey Michel. Nichts wirklich Dramatisches.

Doch immer häufiger seien auf der Facebookseite offen rechtsradikale Artikel aufgetaucht: «Gegen Ausländer und Flüchtlinge, für ein christliches Texas, jedem Bürger seine Waffe und – falls Hillary Clinton Präsidentin werden sollte – sofort ein unabhängiger Staat Texas», erklärt Michel.

Orchestrierter Protest

Wunschträume einiger versprengter Wirrköpfe, dachte zuerst auch Casey Michel, der sich seit Jahren mit der kleinen texanischen Unabhängigkeitsbewegung auseinandersetzt. «Doch letztes Jahr gelang es den Drahtziehern hinter der Facebook-Seite, in Houston eine anti-muslimische Demonstration zu organisieren. Zum Teil bewaffnet zogen «Heart of Texas»-Fans vor eine neu eröffnete islamische Bibliothek. Das sei dann nicht mehr lustig gewesen», sagt Michel.

Was die selbsternannten Verteidiger eines weissen und christlichen Texas nicht ahnten: Ihr Protestzug wurde von Russland aus orchestriert.

Casey Michel dagegen hatte das schon länger vermutet – aus zwei Gründen: Es gab erstens keinerlei Kontakt-Informationen auf der Facebook-Seite. Eigenartig für eine Gruppe, die doch Mitglieder werben will. Vor allem aber kam Casey Michel, der russisch studiert und eine Weile in Kasachstan gelebt hatte, das Englisch bei «Heart of Texas» ziemlich slawisch vor.

Auch «Heart of Texas» betroffen

Michels Verdacht bestätigte sich vor zwei Monaten, als Facebook fast 500 Seiten vom Netz nehmen musste, weil sie von Russland aus bezahlte politische Werbung enthielten. Das ist in den USA verboten.

Namen wurden zwar keine genannt, aber ein Facebook-Insider bestätigte gegenüber verschiedenen Medien, dass auch «Heart of Texas» dazu gehörte.

Bekannt ist auch, dass eine von Russland aus manipulierte Facebook-Seite sich gezielt an Sympathisanten der schwarzen Bürgerrechtsbewegung «Black Lives Matter» richtete, mit dem Ziel sie zu radikalisieren. Andere bedienten die politische Gegenseite, Neo-Nazis und weisse Rassisten. Einige dieser Accounts sind jetzt gelöscht, andere wohl noch immer online.

Aufklärungsarbeit ist nötig

Umso wichtiger wäre es, mehr zu erfahren über die manipulierten Seiten, findet Casey Michel. Sie bloss vom Netz zu nehmen, genüge nicht. Jetzt müssten Facebook, Twitter, Instagram und Co. die Nutzer der manipulierten Seiten aktiv informieren, wie und von wem sie getäuscht und hintergangen worden waren. Viele wüssten ja noch gar nicht, dass sie sich wegen Falschinformationen aus St. Petersburg zu Aktionen in Houston oder irgend einer anderen amerikanischen Stadt hatten hinreissen lassen.

Da könnte auf die sozialen Medien ziemlich viel Aufklärungsarbeit zu kommen. Alleine «Heart of Texas» haben gegen 250'000 Leute regelmässig gelesen.

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43 Kommentare

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  • Kommentar von E. Waeden  (E. W.)
    Sollte es nicht heissen: "Vermutlich wollte Russland mehr, als...." ? Bei Tätern spricht man ja auch immer von mutmasslichen Tätern, solange eine Schuld nicht zu 100% nachgewiesen ist.
  • Kommentar von Hans Bernoulli  (H.Bernoulli)
    An all die, welche diese Geschichte um die Beeinflussungsversuche Russlands für bare Münze nehmen: " 27'000 PR-Berater polieren Image der USA Ein Chefredaktor beklagt den immensen Einfluss des amerikanischen Verteidigungsminsteriums auf seine Journalisten." tittelte 2009 der Tagesanzeiger. Es ist erwiesen, dass in der Russlandangelegenheit von offizieller Seite her gelogen wird und Fakten verschwiegen werden um die Geschichte warm zu halten.
    1. Antwort von Hanspeter Müller  (HPMüller)
      Sie wollen uns weis machen, weil die USA andere Länder beeinflussen ist das auch bei Russland kein Problem? Das ist wie wenn Sie einen Einbrecher einladen Ihr Haus auszuräumen, nur weil ein anderer schon da war. Also ich würde bevorzugen gar keinen Einbrecher zu haben.
    2. Antwort von Hans Bernoulli  (H.Bernoulli)
      @ HP Müller: Das ist eher wie wenn ein Mafia-Pate ein Strassendieb als Verbrecher verurteilt, weil er ihm ein Apfel geklaut hat.
  • Kommentar von Benedikt Walchli  (Benedikt Walchli)
    Zumindest in Oregon spielte noch ein weiterer Faktor mit, dass die Banken Geld lehnten für Häuser die nur halb so viel wert waren, was natürlich beim Konkurs sehr negative Folgen hatte.
    1. Antwort von Benedikt Walchli  (Benedikt Walchli)
      Sorry, sollte unter "Ursachen der Finanzkrise" erscheinen.