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Verdacht auf Vergiftung Russischer Ex-Spion ins Spital eingeliefert

Legende: Video Mutmasslicher Giftanschlag abspielen. Laufzeit 01:54 Minuten.
Aus Tagesschau vom 06.03.2018.
  • Ein 66-jähriger Mann wurde am Sonntag zusammen mit einer 33-jährigen Frau bewusstlos auf einer Bank in einem Einkaufszentrum in der englischen Stadt Salisbury aufgefunden.
  • Beim Mann handelt es sich um den ehemaligen russischen Doppelagenten Sergej Skripal. Die Frau soll seine Tochter sein.
  • Skripal war in Russland als britischer Spion verurteilt und bei einem Austausch 2010 freigelassen worden.

Der britische Aussenminister Boris Johnson hat die Verschärfung von Sanktionen gegen Russland ins Spiel gebracht, falls die Regierung in Moskau hinter der schweren Erkrankung eines Ex-Doppelagenten stecken sollte. «Es könnte sehr gut sein, dass wir gezwungen sind, uns das Sanktions-Regime und andere Massnahmen erneut anzusehen, wenn sich der Verdacht bestätigt», sagte Johnson im britischen Parlament.

Moskau sieht sich zu Unrecht im Verdacht. Russland sei aber bereit, die Ermittlungen zu unterstützen, sollte es eine offizielle Anfrage aus Grossbritannien geben, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow in Moskau.

Pizzeria im Fokus der Ermittlungen

Sergej Skripal und die 33-jährige Frau liegen in «kritischem Zustand» im Krankenhaus. Die Polizei geht davon aus, dass die beiden in Kontakt mit einer «unbekannten Substanz» gekommen sind.

Ein Pizza-Restaurant und ein Pub in Salisbury wurden vorübergehend geschlossen und von der Polizei abgeriegelt. Der Fundort der beiden Verletzten wurde dekontaminiert. Spezialisten der Polizei sicherten sämtliche Spuren im Umfeld des Fundortes. Mehrere Mitglieder der Rettungskräfte wurden nach dem Einsatz untersucht, hiess es in einer Mitteilung der Polizei. Alle bis auf einen seien inzwischen wieder aus dem Spital entlassen worden.

Erinnerung an Giftmord

Nach derzeitigem Kenntnisstand bestehe aber keine Gefahr für die Öffentlichkeit. Trotzdem nehme man Fälle wie diese «extrem ernst», hiess es in einer Mitteilung.

Der Fall weckt Erinnerungen an den russischen Ex-Spion Litvinenko, der 2006 in London mit radioaktivem Polonium-210 vergiftet worden war. In einem britischen Untersuchungsbericht wurde dem russischen Präsidenten Wladimir Putin vorgeworfen, die Tat wahrscheinlich persönlich gebilligt zu haben. Das russische Präsidialamt hat die Vorwürfe stets zurückgewiesen.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Bruno Hochuli (Bruno Hochuli)
    Genau aber das könnte trotzdem geschehen sein, weil niemand es für möglich hält. Für die Geheimdienste ist jedes Mittel recht, ob Russland, die USA oder andere Staaten. Die grösste Drecksgeschäft-Organisationen sind die Geheimdienste.
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    1. Antwort von Mischa Markert (THECOMMENTATOR)
      Ja, die BBC hat gesagt, dass der vergiftete Agent für seine ehemaligen Kollegen natürlich als übler Verräter gilt, weil er Daten aller russischen Spione in England an MI6 weitergegeben hat. Aber im Augenblick scheint das Problem zu sein, dass die Substanz selbst offensichtlich noch nicht identifiziert werden konnte. Wenn Proben im Kampfstofflabor Porton Down untersucht werden sind sie wahrscheinlich auch in die USA geschicktworden. Auch einige Polizisten sind betroffen, einer ist noch im Spital.
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    2. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      Geheimagenten leben gefährlich. Egal für welches Land sie spionieren. Und die Organisationen sind die Strippenzieher hinter jeder Regierung.
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  • Kommentar von Mischa Markert (THECOMMENTATOR)
    Das ist eine ganz rätselhafte Geschichte. Das englische Kabinett steht Kopf und die russische Botschaft in London hat ein ziemlich wütendes Statement abgegeben, dass sie keine offiziellen Mitteilungen von der britischen Regierung erhalten hätte und dass eine Atmosphäre der antirussischen Hysterie in England in der orangenen Presse forciert wird. Tatsächlich ist es schwer, sich vorzustellen, dass der russ. Geheimdienst so verrückt ist, so eine Aktion gerade jetzt vor den Wahlen durchzuziehen.
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    1. Antwort von Max Widmer (1291)
      Keine Angst, es war sicher nicht Putin, sondern nur seine grünen Männchen.
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    2. Antwort von Nic Meier (NicM82)
      Wahrscheinlich von der CIA oder MI6 selber vergiftet mit in Russland gestohlenen Chemikalien. = Verräter Tot, Russland der Sündenbock und gleich noch ein nettes Schauspiel für den naiven Westler wie korrekt und rechtsstaatlich alles untersucht wird. Es gibt eine Prophezeiung eines Südafr. Sehers mit faszinierenden Zusammenhängen Russland/England was mir angesichts solcher Dinge nicht mal mehr allzuweit hergeholt scheint
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    3. Antwort von Christa Wüstner (Saleve2)
      Mord im Auftrag seiner Majestät. Aber wer die war weiss niemand. Und Putin wird doch nicht so blöd sein und einen 2. Giftmord im gleichen Land durchführen zu lassen. Also abwarten. Und ob das so schnell geklärt werden kann, ist die andere Frage.
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