Verseuchung von Fukushima nimmt zu

Die Belastung der Umwelt mit radioaktiv verseuchtem Wasser rund um die Atomruine Fukushima nimmt immer zu. Nun ergaben Proben eine hohe Cäsium-Belastung in der Bucht des ehemaligen AKW.

Luftaufnahme der Atomruine am Meer.

Bildlegende: Die Umweltbelastung rund um das havarierte Atomkraftwerk Fukushima ist enorm. Keystone

In der Bucht vor der Atomruine Fukushima ist die Belastung mit radioaktivem Cäsium drastisch gestiegen. Proben ergaben innerhalb einer Barriere im Hafen des AKW am Mittwoch eine um das 13-fach höhere Belastung mit Cäsium gegenüber Proben vom Tag zuvor.

Das teilte der Betreiberkonzern Tepco mit. Das Unternehmen vermutet Bauarbeiten als Ursache. Demnach wurde der Uferbereich gegen den Zufluss von Grundwasser abgedämmt. Dabei sollen Teile des mit Cäsium verseuchten Erdbodens ins Wasser gefallen sein.

Tepco kämpft mit immer gewaltigeren Massen an verseuchtem Wasser auf dem Gelände des Atomkraftwerks. Daher pumpt Tepco ständig Wasser ab und lagert mittlerweile mehr als 300'000 Tonnen davon in rund 1000 Tanks, die jedoch bald nicht mehr ausreichen und zum Teil anfangen zu lecken.

Tepco will daher den Bau weiterer Tanks beschleunigen. So soll das Ziel, Platz für zusätzlich 800'000 Tonnen zu schaffen, bereits bis Ende März 2015 erreicht sein. Das wären zwei Jahre eher als geplant.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Regierung Japans übernimmt im Fukushima-Drama

    Aus Tagesschau vom 3.9.2013

    Durch die Kühlung der geschmolzenen Reaktor-Kerne in Fukushima fallen täglich 400 Tonnen radioaktiv verseuchtes Wasser an. Die Tanks lecken aber regelmässig, wodurch tödliches Wasser austritt. Jetzt greift die Regierung Japans mit über 400 Millionen Franken ein.

  • Mitglieder einer Regierungsbehörde inspizieren am 23. August Wassertanks im AKW Fukushima.

    Fukushima: Jetzt reagieren die Behörden

    Aus Rendez-vous vom 3.9.2013

    Die japanische Regierung unterstützt Tepco mit 440 Millionen Franken, damit die Betreiberin des AKW Fukushima besser gegen das radioaktive Wasser vorgehen kann, das aus lecken Tanks ins Grundwasser fliesst. Warum greift die japanische Regierung gerade jetzt ein?

    Urs Morf

  • «Fukushima dürfen wir nicht vergessen.»

    Aus SRF 4 News aktuell vom 3.9.2013

    Heini Glauser und seine Mitstreiter stehen seit dem Unfall im japanischen Atomkraftwerk Fukushima jede Woche viermal Mahnwache vor dem Nuklearsichereheitsinspektorat Ensi. Im Gespräch nennt er seine Beweggründe.

  • Japan erhöht Atom-Warnstufe

    Aus Tagesschau vom 21.8.2013

    Zum ersten Mal seit der Kernschmelze 2011 spricht Japans Aufsicht eine Warnung dieser Art aus: Statt Atom-Warnstufe eins gilt nun Stufe drei auf der siebenstufigen internationalen Skala. Grund dafür ist ein gefährliches Leck an einem Wassertank des havarierten Atomkraftwerks Fukushima.