Versicherungsbetrug: Mafia-Bande ergaunert Millionen

In Süditalien hat die Polizei ein mafiöses Betrugssystem ausgehoben. Die Beschuldigten sollen Autounfälle vorgetäuscht und bei den Versicherungen kassiert haben. Der Schaden geht in die Millionen.

Eine Mafia-Bande in Süditalien hat der Polizei zufolge jedes Jahr Hunderte Autounfälle vorgetäuscht und damit Millionensummen für Waffen und Drogen eingenommen.

An dem gross angelegten Betrug seien Versicherungsmakler, Ärzte, Anwälte und Auto-Mechaniker beteiligt gewesen. Gegen 70 Verdächtige wurden Haftbefehle ausgestellt, unter anderem wegen Versicherungsbetrugs.

Mafiaboss wechselt die Seiten

Pro Jahr soll die Bande deutlich mehr als eine Million Euro erschwindelt haben. Betroffen von dem Betrug ist den Angaben zufolge eine örtliche Tochter der Zurich Insurance Group. Das Unternehmen erklärte, es äussere sich nicht zu laufenden Ermittlungen.

Der Chef der Mafia-Organisation, der 32-jährige Giuseppe Giampa, wird verdächtigt, von 2005 bis 2011 mehr als 20 Morde in einem Bandenkrieg angeordnet zu haben. Die Ermittler erzielten nach Polizeiangaben einen Durchbruch, als Giampa zum Informanten wurde. Warum er dies tat, teilte die Polizei nicht mit.